Archiv für Abenteuer

Kon Tiki…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Gesellschaft, Menschen, Sonstiges mit den Tags , , , , , , , , , , , , am November 29, 2012 von freiedenkerin

… Ein Balsaholz-Floß treibt über den Pazifik…

… Inspiriert vom sensationellen Sprung des Österreichers Felix Baumgartner durch die Atmosphäre bestellten das Wilde Weib und ich vor einigen Wochen bei den Amazonen die Bücher des norwegischen Forschers und Abenteurers Thor Heyerdahl. Diese Reiseschilderung von ihm und seinen fünf Kameraden an Bord eines hölzernen Floßes ist zur Zeit meine abendliche Lektüre…

… Obwohl die abenteuerliche Fahrt im Jahre 1947 statt gefunden hat, ist die Erzählung Thor Heyerdahl’s auch heute noch ungemein frisch, spannend, mitreissend. Aber aus aktueller Sicht auch bestürzend…

… Die “Kon Tiki” wurde aus neun frisch geschlagenen Balsaholzstämmen zusammen gefügt, ohne jegliche Verwendung moderner Hilfsmittel, ohne auch nur ein Stückchen Metall dabei zu Hilfe zu nehmen. Zusammen gehalten wurden die bis zu ca. 14 Meter langen Stämme lediglich durch Hanfseile. Zwei Mangrovenstämme bildeten den A-förmigen Mast, der das trapezförmige Segel mit dem Abbild des legendären Inka-Gottes Kon-Tiki trug. Aus Mangrovenholz waren auch die Kielschwerter unter dem Floß, mittels derer man zusätzlich zum langen und schweren Steuerruder am Heck den Kurs beeinflußen konnte…

… Thor Heyerdahl und seine Kameraden wollten mit ihrer wagemutigen Fahrt über den Pazifik den Beweis erbringen, dass Polynesien ohne Weiteres auch von Südamerika aus hätte erforscht und besiedelt werden können. Seiner Meinung nach war diese Theorie sogar logischer und leichter nachvollziehbar wie die Annahme, der pazifische Lebensraum sei von Asien aus erobert worden. Obwohl er für seine These mit der “Kon Tiki” ja den unwiederlegbaren Beweis erbrachte, tut man sich in wissenschaftlichen Kreisen nach wie vor ungeheuer schwer, dies zu akzeptieren…

… Ausgestattet mit ungefähr 1.100 Litern Trinkwasser, einer großen Kiste Süßkartoffeln, Kokosnüssen und tropischer Früchte, und jeder Menge Proviantrationen der amerikanischen Navy stachen Heyerdahl und seine Mannen – Erik Hesselberg, Bengt Danielsson, Knut Haugland, Torstein Raaby und Hermann Watzinger – am 28. 4. 1947 von Callao/Peru aus in See…

… Über hundert Tage lang bekamen sie weder ein Schiff noch Land zu sehen, sie waren umgeben von der schier endlosen Weite des Pazifik. Einzige Verbindung mit der Außenwelt war ein Funkgerät. Mit dem Kennzeichen LI2B wurden Tag für Tag die Position, sowie meteorologische und nautische Daten gesendet. Hunderte Amateurfunker weltweit begleiteten virtuell die “Kon Tiki” auf ihrer Drift über das größte aller Weltmeere…

… Was mich beim Lesen mit am meisten erschüttert, sind die wundervollen, plastischen Schilderungen der Sauberkeit des Wassers – glasklare, grünlich schimmernde Wellen, die sich turmhoch über das winzig anmutende Floß erhoben, doch ohne Schaden anzurichten stets zwischen den Balsastämmen versickerten wie zwischen den Zinken einer Gabel. Es hat damals, vor grade mal 65 Jahren, noch nicht die geringste Verschmutzung der Ozeane gegeben. Beinahe märchenhaft – und bestürzend – muten auch die Erzählungen über den geradezu sagenhaften Fischreichtum an – Scharen fliegender Fische, die jeden Morgen an Bord nur eingesammelt werden mussten, um zum Frühstück gebraten zu werden. Riesige Horden Goldmakrelen, Thunfische, Bonitos, Seeschildkröten in der Nähe der Galapagos-Inseln, eine unübersehbare Schar riesiger Wale kreuzte eines Tages den Kurs der “Kon Tiki”! Die Mannschaft spielte mit Haien, indem sie diese zuerst mittels Köder anlockten, und dann an Bord zu ziehen versuchten. Oft genug brauchten sie lediglich ihre Esslöffel ins Wasser zu halten, um sich mit dem ausgesprochen nährstoffreichen Plankton zu versorgen…

… Nach 101 Tagen  und ca. 6.980 zurück gelegten Kilometern rammte die Kon Tiki das Korallenriff von Raroia im Tuamotu-Archipel. Die Bambushütte, welche den sechs Männern auf ihrer Expedition Schutz vor den Elementen geboten hatte, sowie der Mast wurden dabei schwer beschädigt. Heyerdahl und seine Kameraden konnten sich so gut wie unverletzt auf ein winziges Eiland retten, und dank des noch intakten Funkgeräts ihre Position bekannt geben. Sechs Tage später wurden sie geborgen…

… Originalfoto zu finden bei http://steve-edgeworld.com

Heute vor genau 65 Jahren…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Menschen, Sonstiges mit den Tags , , , , , , , , , , am Oktober 14, 2012 von freiedenkerin

… durchbrach der Airforce-Testpilot Chuck Yeager als erster Mensch mit der Bell X-1A die sogenannte Schallmauer…

… Lediglich von der filigranen Hülle seines Schutzanzugs abgeschirmt knackte um 20:07 Minuten Mitteleuropäischer Zeit der Österreicher Felix Baumgartner vermutlich als erster Mensch im freien Fall diese unsichtbare Barriere..

… Das ist so was von abgefahren, ein absoluter Wahnsinn! Ich hatte beim Zusehen einen ganz dicken Knödel im Bauch und schweißnasse Hände, und als der kühne Springer ins Trudeln geriet, stockte mir sehr beklommen für ein Weilchen der Atem. Was für ein Glück, dass alles gut gegangen ist! Meine herzlichsten Glückwünsche, Felix Baumgartner, für diese schier überwältigende, hammermäßige Leistung!!!…

Waldwanderung…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Fotografie, Gedanken, Menschen, Sonstiges mit den Tags , , , , , , , , , , , , , , , , , am Mai 17, 2012 von freiedenkerin

… Eigentlich wollte ich ja bis Salet, also quasi dem südlichsten Ende des Königsssees fahren, um dort gemütlich zum kleinen Obersee zu spazieren, meine Wanderstecken hatte ich vorsorglich mitgenommen. Doch als der Bootsführer während seiner wirklich sehr informativen Erklärungen den Schrainbach-Wasserfall erwähnte, etwa eine knappe Stunde Fußmarsch von St. Bartholomä entfernt, da spitzte das stets unternehmungslustige Wilde Weib in mir die Ohren. Und so kam es, dass ich mich unversehens an der Seelände zu Füßen der kleinen Barockkirche wieder fand…

… “Ach, weisst du, insgesamt zwei Stunden marschieren, das ist mir ehrlich gesagt zu viel.”, sagte ich zum Wilden Weib, “Lass uns nur ein wenig herum schlendern, eine schöne Rastbank suchen und dann Brotzeit machen, denn wir haben seit dem Frühstück nichts mehr gegessen.” So schritten wir gemächlich aus und kamen alsbald an den Rand eines schönen, frühlingsgrünen Mischwaldes. Binnen kurzem war dieser durchmessen, St. Bartholomä den Blicken entschwunden. Eine Bank am Seeufer ward schnell gefunden, und die mitgebrachten Schmankerln samt einer ordentlichen Thermoskanne heißen Tees ausgepackt…

… Was für eine Idylle hier! Und so eine Ruhe! Außer dem Zwitschern einiger Vögel und dem fernen Rufen eines Kuckucks war kein Laut zu vernehmen! Das Rascheln des Brotzeitpapiers mutete inmitten dieser heiligen Stille an wie ein Höllenlärm! Ich hätte so sehr gerne für den Rest des Nachmittags an diesem Orte verweilt, doch das Wilde Weib drängte zum Aufbruch: “Schrainbach-Wasserfall! Ich will dorthin!” Einem rosig-tiefblauen-weißen-gelben Teppich gleich breitete sich nun beiderseits des Wegs eine wunderschöne Blumenwiese aus. Gnädig wurde mir gestattet, viele, sehr viele Fotos zu machen…

… Eine gute Weile später hemmte ein eisig klarer, munter dahin plätschernder Gebirgsbach inmitten eines ausgedehnten Schutt- und Geröllfeldes unseren Schritt. “Ich seh’ hier keine Brücke.”, wandte ich ein. “Dann such’ gefälligst einen Übergang.”, befahl das Wilde Weib. Ich fand tatsächlich eine Furt mit sehr großen Trittsteinen, dort, wo der Bach kurz vor seiner Mündung in den See großenteils im groben Kies versickerte, und nur mehr ein seichtes Rinnsal sanft dahin rieselte…

… Der Pfad führte über das Geröllfeld, an einer Felswand entlang, und stieg dann ganz ordentlich steil einen bewaldeten Hang hinan. Bedächtig strebte ich bergauf, und war ziemlich erstaunt darüber, wie gut das trotz mangelndem Training ging. Dann jedoch kam eine Kehre, ausgesprochen abschüssig, noch dazu betoniert, mit hohen, scharfen, abgerissenen Kanten, wenig Vertrauen erweckend. Ich hielt inne. “Los, weiter!”, kommandierte das Wilde Weib. Doch ich schüttelte den Kopf. “Nein, meine Liebe, hier ist Schluss. Wir kehren um.” – “Jetzt stell’ dich nicht so an!” Aber ich würgte das Wilde Weib kurzerhand ab und machte mich auf den Rückweg – erleichtert darüber, dass die Vernunft gesiegt hatte…

… Unten angelangt fiel uns ein Schild auf: “Benutzen Sie bei Hochwasser bitte die Brücke über den Fluss – 200 mtr.” Und ein Pfeil, der in westliche Richtung wies. “Na gut, wenn wir schon nicht zum Wasserfall kommen – dann will ich die Brücke sehen!”, nölte das Wilde Weib. Ich gab nach, selber neugierig geworden…

… Der Pfad war ausgesprochen schmal, eher eine Fußspur, die durch den dichten und felsigen Bergwald führte…

… Und direkt unter diesen Felsüberhang…

… Manche Baumstümpfe muteten wie gefährliche, lauernde, vermummte Urweltgestalten an…

… Eine kleine Haselmaus beäugte mich misstrauisch von ihrem Bau aus…

… Der Weg zog und zog sich. “Das sind jetzt aber schon weit mehr als zweihundert Meter!”, maulte ich. Das Wilde Weib zuckte die Achseln. “Kann nimmer weit sein.” Und schon sahen wir sie, die “Brücke”…

… Zwei Baumstämme, auf die man zwei Bretter genagelt hatte. Na, prima!!! Und ich mit meinem Hinkebein, und noch dazu die teure Kamera um den Hals! Es war kein tiefer Abgrund, den es zu überwinden galt, aber die wohl knapp zwei Meter bis zum sicherlich eisigst kalten Bach würden auch für ein Unglück ausreichen. Ich schluckte, nahm all meinen und des Wilden Weibes Mut zusammen, und begab mich vorsichtig auf die schwankende “Brücke”…

… Göttin! Was waren wir stolz, als wir heil drüben angelangt waren! Wie zum Trost umfing uns nur kurz darauf wieder der lichte, frühlingshafte Mischwald…

… Das Wilde Weib und ich schmunzelten verschmitzt, als St. Bartholomä in Sicht kam…

… Wir pufften uns in die Seiten. “Ist ja fast so was wie ein kleines Abenteuer gewesen, gell.” – “Yepp! So im Nachhinein betrachtet hat das richtig Spaß gemacht.” – “Wie in alten Zeiten!” – “Genau!”…

Abenteuer Zeppelin – der Start…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Menschen, Sonstiges mit den Tags , , , , , , , , , , , , , am Mai 9, 2012 von freiedenkerin

… Morgens und zur Mittagszeit ist der Himmel über dem Bodensee noch strahlend blau gewesen, mit ein paar Wölkchen hier und da. Doch je mehr der Nachmittag voran schritt, umso mehr trübte sich das Firmament ein, über den Schweizer Bergen am gegenüber liegenden Seeufer und im fernen Westen bauten sich finstere Wolkentürme auf. Oh, nein!, dachte ich, oh, nein! Bitte, bitte, liebes Universum, lass’ nicht zu, dass mein Zeppelinflug schon wieder verschoben werden muss!!!…

… Ich hatte im kleinen Bodenseedörfchen Nonnenhorn Quartier bezogen, ein winzig kleines, aber piccobello sauberes Zimmerchen im winzig kleinen Hotel “Seehalde”. Eigentlich wollte ich mir bei einer Runde durch die angrenzenden Weinberge und Obstgärten die Zeit vertreiben, bis ich nach Friedrichshafen fahren musste – doch bereits nach wenigen Metern kehrte ich um, und kletterte in den nächsten Regionalzug…

… Man hatte mich per Brief vor ungefähr zehn Tagen darum gebeten, mich spätestens eine Stunde vor dem Starttermin in der sogenannten Zeppelin-Lounge nahe der großen Halle einzufinden, ich meldete mich schon gut zwei Stunden vor Abflug am Tresen der Zeppelin-Reederei an…

… Komfortabel lässt sich’s in der vornehmen – und teuren! – Zeppelin-Lounge warten…

… Zwischendurch eilte ich immer wieder an den das Flugfeld abgrenzenden, übermannshohen Maschendrahtzaun, um ja keinen Start und keine Landung des Luftschiffs “Friedrichshafen” zu verpassen…

… Etwa eine Stunde vor dem Start wurden wir Passagiere, insgesamt zwölf an der Zahl, von einer der freundlichen Betreuerinnen in einen separaten Raum gebeten, man wies uns an, scharfe Gegenstände in eine bereit stehende Schale zu legen und scannte uns mit einem Metalldetektor. Danach wurde ein kurzer Dokumentarfilm mit wunderschönen Bildern gezeigt, anschließend erhielten wir eine Sicherheitseinweisung – so ziemlich genau wie im Flugzeug, wo sich die Schwimmwesten und Notausgänge befinden, und wie der Sicherheitsgurt anzulegen sei…

… Es war so weit. Mit einem Kleinbus wurden wir auf das Flugfeld gefahren. Der Zeppelin setzte grade zur Landung an, wobei er, anders als ein Flugzeug, die Nase senkt…

… Mit ca. 75 Metern Länge und ungefähr 17,4 Metern Höhe hat der Zeppelin NT (Neue Technologie) beinahe die gleichen Abmessungen wie ein Airbus A 380 – wiegt allerdings wesentlich weniger, nämlich nur um die neun Tonnen (ein voll beladener A 380 kommt auf  500 Tonnen Gesamtgewicht). Lediglich das Bugrad der Kabine berührt nach erfolgter Landung den Boden, und nur eine Person hält das Tau an der Spitze der Hülle. Da das Luftschiff wegen seiner Leichtigkeit und Abmessungen enorm windanfällig ist, und beim Aufkommen einer stärkeren Strömung durchaus seine Position verändern kann, müssen die Passagiere in einer sicheren Entfernung von etwa 30 Metern warten…

… Dann beginnt das Aus- und Einsteigen, und zwar stets paarweise, um Gewichtsschwankungen und damit ein plötzliches Abheben zu vermeiden…

… “Boarding is completed, all passengers on board!”…

… Scharf brummen sie auf, die drei jeweils zu 120 Grad schwenkbaren Rotoren, die dem Zeppelin NT beinahe die Wendigkeit eines Hubschraubers verleihen – die “Friedrichshafen” reckt die stumpfe Nase gen Himmel – wir werden für eine kurze Weile in die komfortablen Ledersessel gedrückt – und dann geht sie los, die Traumreise über den Himmel am Bodensee…

Abenteuer Zeppelin – die Anreise…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Menschen, Sonstiges mit den Tags , , , , , , , , , , , , am Mai 9, 2012 von freiedenkerin

… Es war ein Tag wie ein nimmer enden wollender, schöner Traum. Das begann bereits am frühen Morgen mit der Zugfahrt von München durch’s Voralpenland nach Lindau im Bodensee…

Nehme ich jetzt…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Menschen, Sonstiges mit den Tags , , , , , , , , , am Mai 7, 2012 von freiedenkerin

… für morgen den kleinen Rollkoffer? Oder doch den Rucksack? Aber in dem hat der Schlepptop nicht Platz. Und da es in dem kleinen Hotel im Bodensee-Dörfchen Nonnenhorn, wo ich über Nacht bleiben werde, freie Internet-Nutzung und W-LAN gibt, und ich mit Sicherheit so schnell als möglich die ersten Fotos und Eindrücke vom morgigen Zeppelinflug werde online stellen wollen, muss der Lappi mit. Unbedingt. Also doch den kleinen Rollkoffer. Nein, nein, für eine einzige Übernachtung ist selbst dieses Teil viel zu groß. Mein Blick fällt auf die Einkaufstasche mit dem Symbol der Apollo-13-Mission und dem markigen Spruch “Failure is not an Option!” in dicken, schwarzen, mit Gold durchwirkten Lettern darunter, die ich vor zweieinhalb Jahren im Souvenir-Shop des Kennedy-Space-Center erstanden hatte. “Du kannst doch net mit einer Einkaufstasche auf Reisen gehen!”, spöttelt unüberhörbar meine innere Meckerliese. Der verbliebene, im Laufe der letzten Jahre ziemlich eingeschrumpfte Rest des einstmals so kühnen und halb verrückten Wilden Weibes in mir wirft zu neuem Leben erwacht bockig den Kopf in den Nacken. “Und ob ich das kann! Und ich werde!” Und ich beschließe, dem Wilden-Weib-Kobold Recht zu geben. Zudem – was würde zu einem solchen Anlass besser passen als ein Mitbringsel vom amerikanischen Raumflughafen!…

… Seit zehn Uhr Früh rufe ich ungefähr alle halbe Stunde die Internet-Seite mit dem Bodenseewetter auf. Es sieht gut aus! Zwar wird morgen die Sonne nicht von einem makellosen Himmel strahlen, aber es soll trocken bleiben (das ist am wichtigsten!), wolkig, aber trocken. Ich schaue vom Balkon aus auf die stattlichen Wolkengebirge, die gemächlich über den Münchner Himmel ziehen. Ja – die würden den denkwürdigen Fotos, die ich zahllos zu schießen beabsichtige, den nötigen dramatischen und kühnen Rahmen verleihen!…

… Einmal Unterwäsche, ein Schlafanzug, ja den Kartenleser und die Ladestation für die Kamera-Akkus nicht vergessen! Und um Himmels Willen nicht das Bestätigungsschreiben der Zeppelin-Reederei mit der Flugnummer und den persönlichen Daten! Und die Reservierungsbestätigung für’s Hotel muss auch mit. Hoffentlich werden die frisch gewaschenen Klamotten rechtzeitig trocken! Ach, du liebes Bisschen, was ziehe ich denn morgen nur an???…

… Es ist 16:40, am Montag, 7. Mai 2012. In fünfundzwanzig Stunden geht’s los! In fünfundzwanzig Stunden werde ich an Bord eines Zeppelins sitzen, und wir werden uns brummelnd in den Himmel über dem Bodensee erheben! Ich glaube, ich schau noch einmal nach der Wettervorhersage, und in den Kleiderschrank – Herrschaftszeiten, was ziehe ich denn nun morgen an???…

8. Mai, 17.45 Uhr!!!…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Menschen, Sonstiges mit den Tags , , , , , , , , , am April 28, 2012 von freiedenkerin

Rundflug “Salem”!!!

… Ich bin jetzt schon ganz hibbelig, hoffentlich kann ich die Nächte bis zum 8. Mai überhaupt noch schlafen vor lauter Vorfreude!!!…  ;-)

… Laut 16-Tage-Vorhersage soll’s am 8. Mai “wolkig” sein. Aber bis dahin ist’s ja noch ein Weilchen, da kann sich wettermäßig noch einiges tun…   ;-)

… Ach, übrigens, für meinen fünften Versuch einer Venedig-Reise am 12. Mai ist bis jetzt recht gutes Wetter angesagt, heiter mit Temperaturen so um die zwanzig Grad…

Cam Unsharp…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Menschen, Sonstiges mit den Tags , , , , , , , , , , , am November 22, 2011 von freiedenkerin

… Seit einem Weilchen sortiert die Windows Live Fotogallery alle Bilder nach Markierungen, ich habe keine Ahnung, was ich da wieder mal versehentlich angeklickt hab’, vielleicht ist das auch jetzt aufgrund eines Updates so. Blöderweise sind sehr, sehr, sehr viele meiner ca. 15.000 Fotos unmarkiert. So sitze ich also jetzt seit Tagen immer wieder mal für ein paar Stünderln brav am Schleppi und beschrifte – und miste so nebenbei auch ein kleines bisserl aus. Grade vorhin sind mir da zwei Fotos vom Kaltenberger Ritterturnier untergekommen, die ich vor ungefähr zwanzig Jahren geschossen hab’. Unsharp, aber höchst dramatisch…   ;-)

“Wo…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Inspiration, Menschen, Sonstiges mit den Tags , , , , , , , , , , , , , am April 11, 2011 von freiedenkerin

… fliag’n ma’n heit’ hie’?” – “Na, zum Mond, tat’ i sag’n.”…

… “Da bleib’n ma dann a bisserl im Blütensternen-Pavillon.”…

 

Das Psiloritis-Abenteuer (Teil 1)…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Menschen, Sonstiges mit den Tags , , , , , , , , , , am März 22, 2011 von freiedenkerin

… Kaum hatte ich meinen Muskelkater von der Samaria-Schlucht auskuriert, da ging mir das Erklimmen von Kretas höchstem Berg, dem Psiloritis (2.456 mtr. über dem Meer), nicht mehr aus dem Sinn. Der glückliche Zufall wollte es, daß ich während eines Ausfluges auf die Lasithi-Hochebene, die mit ihren vielen, großen Margheriten ähnelnden, weiß bespannten Windmühlen so wunderschön ist, mit Litsa, einer überaus kompetenten und leidenschaftlichen Reiseleiterin, ins Gespräch kam. Sie glaubte zu wissen, daß eine kleine Wandergruppe am kommenden Samstag Abend bei der Taverne am Rande der Nida-Hochebene eintreffen würde, um dann Sonntags in aller Herrgottsfrühe auf den Psiloritis zu steigen. Ich könne mich gerne anschließen…

… Am späten Samstag Vormittag verließ ich mit Bergstiefeln, Bundhose und sorgfältig gepacktem Rucksack ausgerüstet inmitten des Dorfes Anogia den Linienbus und strebte die abschüssige Hauptstraße hoch Richtung Ortseingang, wo die Zufahrt zur Nida-Hochebene abzweigte. Es gab kein öffentliches Verkehrsmittel dorthin und für einen Leihwagen fehlte mir das Geld, also würde ich wohl oder übel zu Fuß gehen müssen. Auf meiner Landkarte sah das simpel aus, vielleicht eine Stunde Marsch, vermutete ich voller Einfalt…

… Ich stapfte so in Betrachtungen versunken vor mich hin, da zupfte mich ein Einheimischer mittleren Alters am Ärmel und wies mit einladender Geste in den Schatten eines Rohbaus, wo es sich seine vielköpfige Familie auf Ziegelhaufen, umgekippten Schubkarren und Mischtrögen bequem gemacht hatte und die Dame des Hauses gerade aus einem riesigen gußeisernen Topf Essen verteilte. In den abseits gelegenen Sprengeln Kretas, die vom Tourismus noch nicht beleckt sind, gilt nach wie vor der schöne Brauch, daß jeder Fremde, der einher kommt, zu Tisch gebeten wird. Die Gastgeber verstanden weder Deutsch noch Englisch und meine Griechischkenntnisse umfaßten knappe zwanzig Worte, doch das tat der guten Stimmung keinen Abbruch. Wozu hat man Hände und Füße? Mir wurde ein tiefer Teller gereicht, vollgehäuft mit einem Eintopf aus Paprika, Tomaten, Okraschoten und hellen, zarten Fleischbrocken, Ziege vermutlich. Dazu gab es die üblichen mit Rosmarin und Thymian gebratenen Kartoffeln, klodeckelgroße Scheiben von flauschig weichem Weißbrot und Wasser aus der eigenen Quelle. Es schmeckte phantastisch. Zum Dessert spendierte ich eine Runde Zigaretten, was meine Wohltäter mit anerkennendem Nicken quittierten. Dann erhob sich die Sippschaft, um ihr Tagwerk wieder aufzunehmen. Ich bot gestenreich an, entweder den Mörtel zu rühren oder Geschirr zu spülen, was man amüsiert und energisch ablehnte. So setzte ich denn meine Reise fort…

… Die Hauptstraße wurde flacher, eine Kurve noch und dann war die Abzweigung zur Nida-Hochebene erreicht. Allerdings erhielt mein kühner, energiegeladener Optimismus einen gehörigen Dämpfer, denn dem Wegweiser war zu entnehmen, daß die zu bewältigende Strecke neunzehn Kilometer betragen würde. Die schmale Piste wand sich durch eine typische Hochland-Macchia – verdorrtes Gras, verkrüppelte, zumeist dornige Büsche, staubbedeckt, unwegsam, und viel Steine und Geröll. Und kein Schatten. Die Mittagssonne knallte mir trotz Strohhutes erbarmungslos aufs Haupt. Auf einer felsigen Anhöhe hielt ich inne und ließ meine Blicke schweifen. Beinahe endlos wellte sich hügelauf, hügelab die karge Einöde und die hohen Bergrücken im Süden, von der Hitze wabbernd verzerrt, schienen ewig weit entfernt. Neunzehn Kilometer. Mir dämmerte, daß es alles andere als einfach sein würde, mein Tagesziel zu erreichen. Seufzend setzte ich mich wieder in Bewegung…

… Ich weiß nicht, wie lange ich so vor mich hingetrottet war, als hinter mir das Gekreische einer Hupen-Fanfare die lediglich vom Sirren der Zikaden durchsetzte Stille durchbrach. Ein schäbiger Pick-up donnerte vorbei und blieb in eine Staubwolke gehüllt am Wegrand stehen. Ein zerfurchtes, dunkelbraun gebranntes Runengesicht mit überraschend tiefblauen Augen wandte sich mir zu.  „Wohin?“ – „Nida-Hochebene. Taverna Ideo Andro.“ Der Mann grunzte und wies mit dem Kopf auf die Beifahrertür. Ich warf all meine Bedenken beiseite – auf Kreta gilt schließlich die Gottesfurcht noch sehr viel und der Missbrauch von Frauen ist ein ebenso schlimmes Verbrechen wie Mord – und stieg ein. Bullernd setzte sich die sandfarbene Kiste mit dem üblichen Schnellstart und winselnd durchdrehenden Reifen wieder in Bewegung…

… Wir folgten nur ein paar hundert Meter der ruppigen Straße, dann riß der Fremde das Lenkrad unvermittelt nach rechts herum und wir preschten mitten in die Macchia hinein. Mir standen die Haare zu Berge, die Angst und mein wild rasendes Herz schnürten mir die Kehle zu. Während ich auf diesem Höllentrip durchgeschüttelt wurde wie ein Sack Erbsen, nahm ich innerlich Abschied von meinem doch an sich wunderbaren Leben und meinen Liebsten. Dann sammelte ich die letzten Reste verzweifelten Mutes. Wenn der Saukerl mir an die Wäsche will, tret’ ich ihm in die Eier!, beschloß ich zähneknirschend, bevor das nächste Schlagloch meinen Hinterkopf mit einem scheußlichen Dröhnen gen Wagenhimmel schleuderte…

… Endlich machten wir bei einem L-förmigen, wellblechgedeckten Bauwerk halt, welches sich in eine schmale Senke duckte. Wohnhaus? Stall? Scheune? Alles zusammen, wie sich bald heraus stellen sollte. Mein Chauffeur bedeutete mir, auszusteigen. Ich ordnete in aller Eile meine Knochen, holte tief Luft und kroch taumelnd aus dem Pick-up, das Schrecklichste vom Schrecklichen erwartend. Da öffnete sich in dem kurzen Anbau eine knarzende Holztür und heraus trat eine bäuerlich gekleidete Frau in der bedächtigen, gebeugten Haltung einer Greisin, aber mit einem schönen, glatten Madonnengesicht, gefolgt von ein paar spindeldürren Katzen und zwei kleinen Mädchen, die womöglich noch magerer aber blitzsauber waren. Ein Stein fiel mir vom Herzen. Hier schien mir keine Gefahr zu drohen. Auf dem Vorplatz, wenn man das so nennen mag, denn die Macchia reichte bis an die Haustür, lediglich geziert durch eine uralte Zypresse, deren kümmerlicher Schatten auf einen halb verfallenen Ziehbrunnen fiel, scharrten und gackerten ein gutes Dutzend Hühner umher. Der Anbau war als Stall gedacht und eine ausgemergelte Horde von Schafen und Ziegen, begleitet von einem betagten Esel, spazierte dort ein und aus, wie es gerade gefiel…

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