Archiv für 30-Tage-30-Bilder-1-Objekt

30-T/30-B/1-Objekt – zweiundzwanzigstes Bild

Veröffentlicht in 1 mit den Tags am Januar 25, 2009 von freiedenkerin

 

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25. Januar 2009 – zweiundzwanzigstes Bild, ca. 21.00 Uhr abends.

Heut habe ich der Haltestelle erzählt, daß der Haltesteller gestern, als wir uns umärmelt hatten, daß heißt, ich sie, herüber gelinst hatte. Und daß das irgendwie ein Zeichen der Hoffnung ist. Daß er da doch irgendwo eine Spur von Interesse hegt. Vielleicht sogar Zuneigung. Daraufhin haben meine Haltestelle und ich den ganzen Tag über “Brainstorming” gemacht. Weil wir beschlossen haben, dem Haltesteller einen Brief zu schreiben. Der ist nun fertig und schon aufm Weg. Wir haben uns mit dem Brief gaaaaanz viel Mühe gegeben:

Liaba Haltesteller,

Du stehst da drüb’n schlank und schön,

tuast aba nia zu mia umi seg’n.

Dabei woaß i ganz g’wiss,

daß Du da Richtige füa mi bist.

Wia tat’n mia guat z’samma pass’n!

Tats’t nia mehr wieda von mia lass’n!

Wend ab dei G’schau von dera Halteverbot,

i denk, des tuast eh bloß zwecks da Not.

Die passt gar nia net zu Dir, des is g’wiss,

weil sie net wia i so blitzsauber is.

Jetzt frag i di ganz frank und frei,

ohne Hemmung und a ohne Scheu:

Mach’n i und Du

vielleicht amoi a Rendesvouz?

Liebe Grüße,

dei Haltestelle

30-T/30-B/1-Objekt – einundzwanzigstes Bild

Veröffentlicht in 1 mit den Tags am Januar 24, 2009 von freiedenkerin

 

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24. Januar 2009 – einunzwanzigstes Bild, ca. 16.15 nachmittags

Ich wisch mir grad den Schweiß von der Stirn. Ich bin ja sooo was von erleichtert, ich kann’s euch gar nicht sagen! Seh ich vorhin aus meinem Küchenfenster, ganz, ganz bange – was erblicken meine getrübten Augen: Meine liebe Haltestelle! An ihrem angestammten Platz! Schlank und rank reckt sie sich dem weißblauen Münchner Himmel entgegen! Das war alles nur ein Albtraum gewesen gestern, ich hatte diese doofe Sushi-Lastwagen-Entführungs-Geschichte geträumt! - Doch, das geht! Bei “Dallas” hat so ein schlimmer Traum seinerzeit sehr lange und sehr viele Folgen gedauert! – Ich war dermaßen froh und selig und glücklich – und bin es immer noch! – daß ich wie der Blitz nach unten gesaust bin und meine Haltestelle umarmt hab. Meine liebe kleine Haltestelle! – Und wie ich sie da so umschlinge, seh ich doch glatt aus den Augenwinkeln, wie der Haltesteller zu ihr ‘rüber schielt…

30-T/30-B/1-Objekt – zwanzigstes Bild

Veröffentlicht in 1 mit den Tags am Januar 23, 2009 von freiedenkerin

 

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23. Januar 2009 – zwanzigstes Bild, ca. 14.30 Uhr nachmittags

Hiiiiilfeeeee!!! – Nein – nein – nein!!! Das glaub ich jetzt nicht!!! Das kann ich jetzt nicht fassen!!!

Hilfe, Hilfe, Tonari!!! Will mir die Sushi tatsächlich meine Haltestelle entführen?!!!

Bitte, bitte, nein, nein!!!

Ich bin am Ende!!! Wo ist mein Rotwein??? Ganz, ganz viel Rotwein!!!

(Anmerkung: Sollte es nicht gut lesbar sein, auf dem LKW steht “Sushi Produkt Spezialist”)

30-T/30-B/1-Objekt – neunzehntes Bild

Veröffentlicht in 1 mit den Tags am Januar 22, 2009 von freiedenkerin

 

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22. Januar 2009 – neunzehntes Bild, ca. 16.00 Uhr nachmittags

Also, wenn man völlig auf eine Sache fixiert, ja, mitunter beinahe schon davon besessen ist, dann trübt sich einem manchmal der Blick auf die Dinge, die da nebenher so ablaufen. Daher war ich vorhin richtiggehend überrascht, freudig überrascht eigentlich, als mir das Fahrradl, welches unweit meiner Haltestelle neben dem Briefkastenautomaten lehnt, zuraunte, daß dieser eine Liaison mit dem Zigarettenautomaten (im Hintergrund erkennbar) vom Cafekiosk Valderama eingegangen sei. Schon vor längerem. Deshalb hat der gackerlgelbe, Verzeihung, selbstredend postgelbe Blechdepp unlängst auch meine Haltestelle so angeblafft. Weil er und der Zigarettendepp – beide sind männlich! – sich gezofft hatten. So eine richtige Beziehungskrise eben. Aber nun sind alle Problemchen geklärt – und die Automaterei hat jetzt sogar Nachwuchs bekommen! Ist auf dem Buidl da unten zu sehen. Fragt mich aber bitte nicht, wie die das bewerkstelligt haben. So indiskret wollte ich nun doch nicht sein. Obwohl, vielleicht sollte ich mal wieder ein paar unbeobachtete Momente abwarten und mit der Taxirufsäule plaudern. Die olle Quasselstrippe weiß ja immer über alles Bescheid. Könnt ja sein, daß mir da nähere Informationen für meine Haltestelle nützlich sein könnten.

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30-T/30-B/1-Objekt – achtzehntes Bild

Veröffentlicht in 1 mit den Tags am Januar 21, 2009 von freiedenkerin

 

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21. Januar 2009 – achtzehntes Bild, ca. 15.00 Uhr nachmittags

Sushi?!!!… Neee, das kann jetzt aber nicht sein, oder??… Eine von Moritz’ Doofenten?!!!… Schockschwerenot!… Neee, keine von Moritz’ Doofenten ist rosa…

Ich hab’ einen solchen Schrecken bekommen, als ich vom “Plus” – in den kleinen “Tengelmann” wage ich mich nach meiner Apfelmus-Aktion noch nicht – heimwärts tigerte und dieses rosa (!!) Entlein auf meiner Haltestelle sitzen sah. Ich nahm die Kleine mit, um sie zu befragen, doch sie war derart verwirrt und durchgefroren, die hat gezittert wie Espenlaub und gebibbert und mit dem Schnäbelchen geschnattert, da war nix zu verstehen.

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Also hab ich ihr erst einmal ein ordentliches Hollywood-Schaumbad gemacht, schön heiß, mit schön viel Schaum. Und dann hab ich sie noch einmal befragt. Sie hat was gebrabbelt von “… auf einmal macht’s Zisch und Wumm und dann sitz ich da in diesem Laden, Starduck’s oder wie der heißt, und zwei Menschenfrauen starren mich an und so ‘ne schwarz gekleidete Zauberfrau auch noch mit so ‘nem langen schwarzen Hut. Und dann seh’ ich, daß da noch ein Entchen ist, genau so wie ich. Und dann macht’s auf einmal wieder Zisch und Wumm, bevor ich mich mit dem anderen Entlein unterhalten kann. Und dann war ringsum alles voller Nebelwirbel und trüb und grau und unheimlich und vor lauter Schreck sind alle meine Federn rosa geworden und dann macht’s wieder Zisch und Wumm und dann sitz’ ich auf diesem komischen Gestänge da.” (Ich nehm’ das jetzt nicht allzu ernst, sie kennt ja schließlich meine Haltestelle nicht so gut wie ich) Ich hab ihr den Namen Josefine verpaßt und sie bei mir aufgenommen, ich kann sie doch nicht wieder in dieses grauselige Wetter hinaus schicken. Jetzt hab ich ein dickes Problem mit der Smokey an der Backe. Noch zusätzlich. Zum Liebeskummer meiner Haltestelle. - Meine Nerven! Meine Nerven! Wo ist mein Rotwein?!!

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Hier wird jetzt übrigens auch geschlumpft – äh – gehext – äh – geschluxt – und zwar auf dem ganzen Globus! Hihihi!

30-T/30-B/1-Objekt – siebzehntes Bild

Veröffentlicht in 1 mit den Tags am Januar 20, 2009 von freiedenkerin

 

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20. Januar 2009 – siebzehntes Bild, ca. 15.00 nachmittags

Aus ganz aktuellem und sehr erfreulichem Anlaß habe ich heut meine Haltestelle ein bißchen geschmückt. Nur ein bißchen. Mit einer kleinen amerikanischen Flagge. Es soll ja nicht aufdringlich wirken, sondern lediglich etwas schick machen. Die natürliche Schönheit hervor heben. Vielleicht wird ja der Herr Haltesteller von gegenüber auf dieses dezente Assecoir und damit auch auf meine Haltestelle aufmerksam. Ich hatte auch einen tragbaren CD-Spieler dabei und wollte “The Star Spangled Banner” zum Besten geben. Ich hab mich dann aber doch nicht getraut, weil eine Polizeistreife beim Metzger Bichler Leberkäs-Semmeln gekauft hatte. Bulle und Bullerin haben etwas merkwürdig geguckt. Da habe ich das mit der amerikanischen Nationalhymne lieber bleiben lassen. Die Halteverbot hat übrigens ziemlich abgelästert und damit angegeben, daß sie solch ein Design nicht nötig habe, sie sei schließlich von Natur aus blau-rot-weiß, also megamäßig in und voll im amerikanischen Trend . Der Haltesteller hat sie daraufhin natürlich wieder unverhohlen angeschmachtet, der Doofkopp. Bevor meine Haltestelle dann wieder einmal tränenerstickt den Haltestellen-Herzschmerz-Blues zu intonieren begann, bin ich nach Hause.

In München schnegnets heut schon den ganzen Tag (fünf Min. Schnee, fünf Min. Regen, fünf Min. Schnee usw.).

30-T/30-B/1-Objekt – sechzehntes Bild

Veröffentlicht in 1 mit den Tags am Januar 19, 2009 von freiedenkerin

 

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19. Januar 2009 – sechzehntes Bild, ca. 13.30 Uhr mittags

Heute bin ich einmal “fremd gegangen”. Nun ja, nicht direkt, eher “bekannt gegangen” sozusagen. Auf die andere Straßenseite nämlich. Weil sich heute Morgen ganz unverhofft die glückliche Fügung ergeben hatte, daß ich mit der Taxirufsäule – a richtige Ratschkattl is des! – ungestört ein bißchen plaudern konnte. Die Trambahn hatte sich verspätet, und da hatte sie mich mit ihrem Blinkelicht zu sich her gewunken, äh, geblinkt. Der Taxifahrer, dessen Droschke in der Nähe stand, war in der Bäckerei beim Kaffeetrinken und sehr darin vertieft, die beiden hübschen, jungen Verkäuferinnen anzugraben. Die Luft ist also rein gewesen, niemand hatte auf mich geachtet.

Jetzt, jetzt weiß ich, in wen meine Haltestelle so unglücklich und scheint’s unsterblich verliebt ist! In die schräg gegenüber liegende Haltestelle auf der anderen Straßenseite! Na ja, korrekterweise heißt es in diesem Fall ja nicht Haltestelle. Das ist sozusagen ein Haltesteller. Der weiß aber nun rein gar nix von seinem Glück. Der steht total auf das eingeschränkte Halteverbotsschild ungefähr zwei Meter von ihm entfernt. Na ja, korrekterweise heißt es in diesem Fall ja auch nicht das Halteverbotsschild. Sondern die Halteverbotsschild. Weil das – äh – die weiblich ist. Bevor ich den Haltesteller fotografierte, wollte ich ihm ein bißchen was Nettes von meiner Haltestelle erzählen. Und daß sie ihn so sehr verehrt und anglüht. Aber der war grad so am Schäkern mit der Halteverbot.

Ich hab jetzt so sehr auf die Tonari gehofft. Und daß es mittels Origami einen Weg geben würde, meine Haltestelle zusammen zu falten, damit ich sie zum Haltesteller bringen kann. Damit sich die Beiden mal richtig kennen lernen können. Jetzt, jetzt wird’s so richtig schwierig! Hoffentlich, hoffentlich fällt mir da noch was G’scheites ein!

30-T/30-B/1-Objekt – fünfzehntes Bild

Veröffentlicht in 1 mit den Tags am Januar 18, 2009 von freiedenkerin

 

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18. Januar 2009 – fünfzehntes Bild

Man glaubt es kaum, wir haben Halbzeit, Leute! Bei all unserem Spaß, der ungemein vielseitigen Kreativität, die mir bei jeder meiner Blog-Runden bislang aufgefallen ist, sind die letzten gut zwei Wochen wie im Fluge vergangen, finde ich.

Ich habe meiner Haltestelle heute einen Ruhetag verordnet. Und mir in meinen unermüdlichen Nachforschungen, was es denn mit dem Haltestellen-Liebeskummer so auf sich hat, ebenfalls. Heute gibt’s eine wahre Geschichte über den älteren Herrn mit grau meliertem Bart, der rechts unweit meiner Haltestelle steht. Nun ja, diese Erzählung ist fast wahr. Es ist nicht viel daran erfunden. Einiges vielleicht. Aber sie ist in der Tat so ziemlich wahr.

Dieser gesetzte Herr ist der Sir H’mmbah. Er wandert – oder fährt, je nach Witterung – von Haltestelle zu Haltestelle und fischt Flaschen aus den Abfalleimern. Es ist ein lieber, alter Mann. Allerdings summt beziehungsweise singt er unablässig vor sich hin: “Hmmmmm! Ahahaaaaaah! Hmmmmm!” Es hört sich so ähnlich an wie eine Mischung aus dem Beschwörungsgesang eines indianischen Medizinmannes und eines orientalischen Schlangenbeschwörers. “Hmmmmmm! Ahahaaaaaah Hmmmmm!” Alle zehn Minuten – ungefähr – kommt dann der Refrain der jeweiligen Endlosstrophe, er stößt ein schon etwas lauteres “H’mmbaaah!” aus. Die Leute, welche mit der Linie 27 fahren und die an meiner Haltestelle Wartenden kennen ihn bereits. Weil er, von seiner fortgesetzten Singerei und Summerei einmal abgesehen, ausgesprochen friedlich und harmlos ist, wird ihm stets ein Sitzplatz angeboten. Manche bringen ihm auch leere Flaschen und Dosen mit.

Morgen werde ich meiner Haltestelle, Räuberbraut’s Rat folgend, eine leere Konservenbüchse kredenzen. Wenn sie diese auch verschmäht, schenke ich sie dem Sir H’mmbah.

30-T/30-B/1-Objekt – vierzehntes Bild

Veröffentlicht in 1 mit den Tags am Januar 17, 2009 von freiedenkerin

 

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17. Januar 2009 – vierzehntes Bild, ca. 12.15 Uhr mittags

Ach, ja. Ach, ja. Heut’ war ich ja soooo selbstlos! Aufopfernd habe ich meiner immer noch traurigen, seufzenden, summenden, ihren Haltestellen-Herzschmerz-Blues intonierenden Haltestelle meine wundervolle, saftige, dicke Leberkäs-Semmel angeboten. Weil ich dachte, wenn Apfelmus nicht hilft, vielleicht hilft dann Leberkäs. Wir waren heute Mittag quasi unter uns, meine Haltestelle, der Briefmarkenautomat, der sich zur Zeit auffällig still und friedlich verhält – stellt euch vor, der sagt zu Jedem, der eine Marke zieht: “Vielen herzlichen Dank, es war mir ein Vergnügen, Ihnen behilflich gewesen zu sein, beehren Sie mich doch bitte bald wieder!” – die Taxirufsäule, die jetzt auch oft und gerne ein kleines Liedchen singt: “Kleine Taxisäule blink’, schreib’ ‘Ich lieb’ dich in den Himmel, lalala!”, und ich. Keine Fans, die meine neue Aktion gebührend bewunderten. Kein Glühwein- und Schnittchenstand. Nur der nette Metzger Bichler stand mit verschränkten Armen in der Ladentür und musterte mich sehr kopfschüttelnd, als ich diese herrliche Leberkäs-Semmel meiner armen, liebeskranken Haltestelle anbot. Ich fürchte, dort darf ich mich jetzt auch eine Zeitlang nicht mehr blicken lassen. Wo ist der nächste Metzger…? Ah, oben am Elisabethplatz! Einen Kilometer entfernt. Wo ich soooo faul bin…

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Veröffentlicht in 1 mit den Tags am Januar 16, 2009 von freiedenkerin

 

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16. Januar 2009 – dreizehntes Bild, ca. 12.15 Uhr mittags

Von Tonari hatte ich gestern im Laufe des Abends erfahren, daß laut Janosch Apfelmus ein gutes Heilmittel gegen Liebeskummer sei. Allerdings nur dann, wenn es aus neun Äpfeln gemacht worden ist. So habe ich mir meinen Taschenrechner geschnappt und bin in meinen kleinen Tengelmann am Eck. Ein Glas mit dem Mus war schnell gefunden. Nun jedoch wurde es sehr schwierig. Denn ich mußte ja zumindest schätzen können, ob das Apfelmus denn nun auch aus neun Äpfel gemacht worden sein könnte. Sonst hätte die Medizin für meine Haltestelle ja keinen Sinn. Ich begann also, Äpfel abzuwiegen und zu kalkulieren. Ach, was ich nicht alles wog und kalkulierte! Sämtliche Apfelsorten: Granny Smith und Jona Gold, Pink Lady und Delicious, rotwangige und grasgrüne, gelbliche und gepunktete, Äpfel vom Bodensee, aus Südtirol, aus Israel, aus Afrika, aus aller Herren Länder halt. Und natürlich wog und schätzte ich auch die verschiedenen Größen. Es verstrich sehr, sehr, sehr viel Zeit in vollster Konzentration, bis ich mir sicher sein konnte: Wenn das Apfelmus aus drei kleinen Pink Lady, zwei mittleren Granny Smith und vier großen Delicious hergestellt worden war, dann paßte die Anzahl der Äpfel mit dem angegebenen Gewicht zusammen. Bingo! Sehr zufrieden mit mir verließ ich den Laden. Ich werde allerdings, trotz meiner großen Faulheit, eine Weile zum “Plus” gehen müssen. Man hat mich beim “Tengelmann” heute schon ausgesprochen merkwürdig angesehen.

Meine Aktion im “Supermärktlein” hatte sich selbstredend wie ein Lauffeuer straßauf, straßab herum gesprochen. Als ich an meiner Haltestelle eintraf, waren an der gegenüberliegenden Straßenseite bereits etliche Gartensessel und Liegestühle aufgeklappt, auch so etwas wie eine kleine Tribüne. Glühwein wurde feil geboten und Schnittchen aus der nahen Bäckerei verteilt. Es fand also so etwas wie ein richtiger kleiner Event statt.

Ich wollte meiner Haltestelle, sie summte schon wieder den Haltestellen-Herzschmerz-Blues vor sich hin, mein mit so viel Mühen erstandenes Apfelmus kredenzen. Doch sie lehnte traurig lächelnd ab. Das sei ja sehr lieb gemeint von mir, summte sie, doch dies wäre leider, leider nicht die richtige Kur für sie.

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