Archiv nach Kategorie "Sonstiges"

Noch a bisserl länger warten…

Veröffentlicht in Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Menschen, Sonstiges mit Tags , , , , , , , , , , , , , am März 9, 2010 von freidenkerin

… heißt es, bis eine definitive Zu- oder Absage vom Cirque de Soleil kommt. Und zwar bis zum Freitag, den 19. März. Dann werde ich per E-Mail benachrichtigt, ob oder ob nicht…

… Das Gespräch mit der freundlichen, spanisch-stämmigen Dame vom Zirkus verlief recht glatt, ein oder zweimal fielen mir nicht die richtigen Ausdrücke ein, und dann holperte ich beim Englisch reden a bisserl dahin, aber ansonsten ist alles zufriedenstellend gelaufen. Ich würde für zwei Jobs in Frage kommen, und zwar entweder als Platzanweiserin oder Kassendame. Am 23. März ist ein erstes Treffen aller Mitarbeiter angesetzt, am 29. März würden wir einen Tag lang in unsere Tätigkeiten eingewiesen werden, am 31. März ist die erste Vorstellung und am 2. Mai die letzte…

… Ich habe weder ein gutes noch ein schlechtes Gefühl. Klappt’s, ist’s schön, klappt’s nicht, kann man auch nix machen. Ich denke, man wird ohnehin eher die Schüler und Studenten bevorzugen. Die vermittelnde Firma hat einige von uns älteren Semestern vermutlich nur deshalb zu den Vorstellungsgesprächen geladen, damit niemand behaupten kann, dass die reiferen Jahrgänge diskriminiert werden würden…

… Es gibt dennoch eine sehr gute Nachricht: Ich habe zumindest einen Minijob sicher. Sonntag Abend rief mich Freund Timo an, mit dem ich mich seit einer guten Weile besser verstehe denn jemals zuvor. Er erzählte mir, dass die Wirtinnen unseres kleinen Stammlokals – eine Handvoll Schwestern aus der Steiermark – ein- bis zweimal pro Woche Jemanden zum Aushelfen suchen würden. Wir kennen die Mädels seit etlichen Jahren, sie sind fleißig, warmherzig, ehrlich, freundlich und sehr aufgeschlossen. So rief ich an, nach knapp fünf Minuten war alles geregelt, und die Freude auf beiden Seiten war groß. Heute Abend habe ich meinen ersten Arbeitstag, hurra!…

… Somit wäre wohl die schlimmste Zeit überstanden. Und auch wegen der Kürzung meiner Hartz-IV-Bezüge im Herbst brauche ich mir keine allzu großen Sorgen mehr machen, geschweige denn, dass ich eines absehbaren Tages völlig mittellos auf der Straße sitzen werde. Ich werde keine Reichtümer verdienen, aber mich weitaus besser über Wasser halten können als bislang. Und unter guten Freunden, unter Menschen sein. Erst jetzt, als ich dies schreibe, fühle ich, wie sehr mir während der letzten Monate diese sozialen Kontakte gefehlt haben…

Tulou – ein Traumhaus…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Gesellschaft, Menschen, Sonstiges mit Tags , , , , , , , , , , , , , , am März 8, 2010 von freidenkerin

… für ganz Kleinbloggersdorf…

… Ein Tulou ist zwischen drei und fünf Stockwerke hoch, der Durchmesser beträgt bis zu hundert Meter. Die Außenmauer von der Stärke einer Mannslänge besteht aus einem raffiniert gefertigten, steinharten Lehmgemisch. Es gibt ein einziges, großes Hauptportal. Alle Räume sind zum Innenhof geöffnet, in dessen Mitte sich zumeist eine kleine Tempelanlage befindet. Bis zu 800 Personen können in einem dieser riesigen Rundhäuser bequem wohnen und arbeiten. Es ist wie ein kleines Dorf. Eine sehr stark miteinander verwobene Gemeinschaft kann sich hier entwickeln. Im gemeinsam genutzten Innenraum lässt sich’s prima tafeln, feiern, reden, Theater spielen, musizieren, gärtnern. Nachbarschaft ist kein Fremdwort, sondern wird gelebt. Es gibt keine Isolation, jeder wird mit einbezogen…

… Baumeister dieser Tulous waren die Hakkas, ein chinesischer Volksstamm, der im sechzehnten Jahrhundert aus dem Norden des Reichs der Mitte vertrieben wurde und sich daraufhin in der südöstlichen Provinz Fujian  ansiedelte. Die meisten Rundhäuser entstanden im siebzehnten Jahrhundert, mittlerweile greift man in China bei der Neugestaltung von Alten- und Pflegeheimen und Krankenhäusern wieder auf diese gut durchdachte Architektur zurück…

(Fotos: Wikipedia)

ZZ 100 – 10. Woche – 18 + 80

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Inspiration, Menschen, Sonstiges mit Tags , , , , , , , , , , , , , am März 7, 2010 von freidenkerin

… E voilá, die neuesten Zahlen in Sunny’s aufregendem und inspirierendem Zahlenzauber100-Projekt: 18 und 80 !…

… Hätte am Freitag, den 17. Februar 1922 gegen 14:00 Nachmittag der britische Archäologe Howard Carter nicht eine der spektakulärsten Ausgrabungen der Neuzeit gemacht, wäre der im Alter von grade mal 18 Jahren an einer schweren Malaria verstorbene Pharao der 18. Dynastie namens Tut-anch-Amon vermutlich auf ewig im Dunkel der Weltgeschichte verborgen geblieben…

(Quelle: Wikipedia)

… Unvergessen der Ausspruch Howard Carters zu seinem Förderer und Initiator der Ausgrabung im Tal der Könige, Lord Carnavon, als nach Jahrtausenden der erste Lichtstrahl in die Grabkammer fiel: “Mylord, ich sehe wundersame Dinge!”…

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“In 80 Tagen um die Welt”

… So lautet der Titel eines der weltberühmten Romane des wohl ersten Science-Fiction Autors überhaupt, des Franzosen Jules Verne…

… Der reiche und exzentrische Gentleman Phileas Fogg wettet mit anderen Mitgliedern des Londoner Reform Clubs, dass es ihm gelingen wird, in 80 Tagen um die Welt zu reisen, um 1870 schier ein Ding der Unmöglichkeit. Verfolgt werden Mr. Fogg und sein neu eingestellter französischer Diener Passepartout von dem übereifrigen Privatdetektiv Mr. Fix, welcher glaubt, in Fogg einen Bankräuber erkannt zu haben. Während der äußerst turbulenten Reise rettet der britische Globetrotter der jungen, indischen und verwitweten Maharani Aouda das Leben und nimmt sie in seine Obhut. Nach viel Irrungen und Wirrungen kreuz und quer über den ganzen Globus erreicht das kleine Grüppchen schließlich wieder London, jedoch zu spät, wie es scheint. Bis sich während eines Besuches bei Referend Wilson, der Fogg mit Aouda trauen soll, heraus stellt, dass der Exzentriker bei seiner Überschreitung der Datumsgrenze ja einen Tag Zeit hinzu gewonnen hatte. Drei Sekunden vor Ablauf der Frist erreicht Phileas Fogg die Räume des Reform Clubs und gewinnt somit die Wette…

Wie Scherenschnitte…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Sonstiges mit Tags , , , , , , , , , , am März 7, 2010 von freidenkerin

… in der Spätwinter-/Vorfrühlingssonne…

… Der Winter gab sein – hoffentlich – letztes Gastspiel. Am Samstag Abend hat sich der wirbelnde Schneesturm gelegt. Nun macht sich am erneut strahlend blauen und wolkenlosen Himmel die Sonne ans Werk. Ihre Strahlen sind bereits recht kräftig, wo sich vor einigen Stunden noch die frischen Schneehaufen türmten, kräuselt nun ein recht frischer Wind die spiegelnden Pfützen…

Das Tischgesellschafts-Stöckchen…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Gesellschaft, Inspiration, Menschen, Sonstiges mit Tags , , , , , , , , , , , , , , , am März 7, 2010 von freidenkerin

… habe ich vor einer Weile beim lieben Theomix aufgegabelt: Mit welchen zehn Menschen würde ich gerne zehn bis zwölf Stunden bei Tee/Kaffee/Wein, Speisen und Gespräch verbringen?

1. Frau Genoveva Eder – meine Lieblingslehrerin während meiner ansonsten recht freudlosen Realschulzeit. Sie war eine gütige, objektive, sehr gescheite und umsichtige Klassleiterin, dass ich seinerzeit die Mittlere Reifeprüfung wenigstens halbwegs hinbekommen habe, ist zum großen Teil ihr Verdienst. Sie hat mich durch ihre warmherzige, still-heitere, und auch vornehme Ausstrahlung sehr fasziniert. Ich bewunderte sie und finde es bedauerlich, dass wir außerhalb meiner Schulzeit niemals die Gelegenheit zu einem ausgiebigen Gespräch hatten…

2. Frau Margot Käßmann –  ganz einfach deshalb, weil ich sie sehr sympathisch finde, ihre Charakterstärke, ihr Auftreten, ihre Persönlichkeit mit allem Drum und Dran bewundere. Weil sie ihren Glauben deutlich spürbar mit jeder Faser ihres Wesens lebt und sich nicht in der Rüstung starrer Dogmen verschanzt…

3. Mrs. Jacqueline Kennedy-Onassis – weil sie eine echte Dame gewesen ist, elegant, liebreizend, vornehm, gebildet. Egal, was das Schicksal ihr auch aufgebürdet hatte, sie wusste es mit Würde und Haltung zu tragen. Sie war niemals plump, spielte sich niemals in den Vordergrund, stellte sich nie übertrieben zur Schau, und hatte dennoch eine so überragende Präsenz…

4. Sacajawea – als blutjunge Indianerin vom Stamm der Shoshonen begleitete sie in den Jahren 1804 bis 1806 die Expedition der beiden Forscher Lewis und Clark vom Mittleren Westen über die Rocky Mountains bis an die Pazifikküste Amerikas. Sie war im Alter von 15 Jahren an den französisch-stämmigen Trapper Touissant Charbonneau verkauft worden, der als Dolmetscher ebenfalls dem Tross von Lewis und Clark angehörte. Während der zweijährigen beschwerlichen Reise gebar sie ihren Sohn, rettete den Männern durch ihre Beherztheit und ihren Wagemut mehr als einmal das Leben und erwies sich trotz ihrer Jugend als eine ausgezeichnete Kennerin der Pflanzen- und Tierwelt. Nach ihrer Rückkehr zu ihrem Stamm verliert sich ihre Geschichte in zahlreiche Legenden, zum einen wird berichtet, dass sie kaum zwanzigjährig an einer schlimmen Krankheit verstarb, in anderen Erzählungen jedoch verlässt sie ihren Ehemann, sucht Zuflucht bei Prärieindianern in Wyoming und wird an die hundert Jahre alt…

5. Friedrich II. – Stupor Mundi, das Staunen der Welt, wurde der Stauferkaiser (1194 – 1250) seiner schier unermesslichen Wissbegierde, Neugierde und seiner den damaligen Rahmen weit sprengenden Bildung auch genannt. Er muss vor allem für die Oberhirten der Katholischen Kirche ein mehr als unbequemer Geist gewesen sein, dreimal ist er während seiner Regentschaft exkommuniziert worden. Er ließ in Salerno die erste Universität der Welt gründen, sprach mehrere Sprachen, hinterfragte alles, gab sich niemals mit vordergründigen, scheinheiligen oder nebulösen Erklärungen zufrieden. Ein Dorn im Auge war er den Kirchenfürsten vor allem deshalb, weil er dem damals haushoch überlegenen Wissen der Orientalen sehr aufgeschlossen gegenüber stand. Er ist dreimal verheiratet gewesen, hatte ungezählte Liebschaften und Affären mit ebenso ungezählten illegitimen Nachkommen. Die rätselhafte, inmitten der Landschaft Apuliens fremdartig aufragende, achteckige, achttürmige Burg Castel del Monte ist nach seinen Entwürfen erbaut worden…

6., 7. und 8. Neil Armstrong, Edwin (Buzz) Aldrin und Michael Collins – das ist ja wohl klar, dass die drei Astronauten der Apollo-11-Mission bei meiner illustren Runde keinesfalls fehlen dürfen!…

9. Hermann Hesse – ein Seelenverwandter, obwohl ich nie die Gnade hatte, ihn persönlich kennen lernen zu dürfen. Und dennoch ist er mir so sehr vertraut. Immer, wenn ich in einem seiner Werke lese – und ich besitze fast alles von ihm! – dann ist mir so, als würde ein guter Freund neben mir auf der Couch sitzen, schlank, aufrecht, elegant, im hellen Anzug, den Panama-Hut in genau dem richtigen Winkel auf dem Kopf, die wachen, nachdenklichen Augen blitzend hinter der schmalrandigen Brille, und zu mir sprechen. Ich würde ihm so gerne sagen, wie sehr ich seine Kunst des Schreibens bewundere, wie oft er mich bei meinen eigenen Schreibseleien schon inspiriert und geleitet hat, wie gut ich nachvollziehen kann, mit welcher Intensität er das Leben wahr genommen hat…

10. Dschuang Dsi – der chinesische Philosoph und Dichter, größter und bekanntester Vertreter des Taoismus, lebte von ca. 365 bis 290 vor Christus. Sein Werk “Das Wahre Buch vom Südlichen Blütenland” ist ein schier unerschöpfliche Born an Weisheit, Kraft, tröstlichem Zuspruch und Tiefsinnigkeit. Viele seiner Ausführungen sind über 2.300 Jahre nach ihrer Entstehung von einer geradezu umwerfend verblüffenden Aktualität. Er vereinte einen messerscharfen Verstand mit sehr großer Menschlichkeit und Spiritualität und augenzwinkernden Humor. Eine beachtliche Anzahl seiner philosophischen Ausführungen finden sich, in andere Wortlaute gekleidet, in der Bibel wieder…

11. Carlos Santana – Ja, ich weiß, es sollten zehn Menschen sein. Aber ich nutze jetzt ganz einfach die künstlerische Freiheit aus, wir brauchen bei Tisch ja schließlich auch gute Musik! Ich habe das ja in etlichen früheren Posts schon erwähnt, dass die Musik von Carlos Santana einen großen Teil meines Lebens begleitet, und dass ich an diesem Menschen nicht nur seine große künstlerische Begabung schätze, sondern auch das, was menschlich über ihn zu erfahren ist. Wie gerne würde ich diesem Manne einmal dafür danken, dass er mein Leben durch seine Kreativität bereichert hat!…

Wichteliges (2)

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Menschen, Sonstiges mit Tags , , , , , , , am März 6, 2010 von freidenkerin

… Nach dem bösesten Migräneanfall seit langem – das Martyrium zog sich von Mittwoch Nacht bis heute Morgen hin – geht’s mir nun allmählich wieder besser. Der Kopf ist klar und langsam kommt auch der Appetit wieder zurück. Der Rumpf schmerzt noch bei jedem Atemzug und jeder Bewegung, wahrscheinlich habe ich mir durch das über Stunden andauernde Erbrechen wieder einmal sämtliche Muskeln gezerrt. Aber ich hab’s wieder mal überlebt!…

… Aus diesem Grunde zeige ich euch etwas verspätet die beiden Wichtelkarten, die noch bei mir eingetroffen sind:

… Von der lieben April kam eine Ansicht Kölns bei Hochwasser. Ich drücke sämtliche Daumen, dass ihr, liebe Kölner, von dieser Plage in Zukunft verschont bleiben mögt!..

… Und Babbeldieübermama schickte mir drei fesche Jungs (der rechts gefällt mir am besten!), die einen sehr guten Rat für Krisensituationen parat haben…

… Vielen lieben Dank, ihr Beiden! Herzliche Grüße, habt ein schönes und erholsames Wochenende!…

Heulen, Zähneklappern und Zensur

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Gesellschaft, Medien, Menschen, Sonstiges mit Tags , , , , , , , , , , , , , , am März 6, 2010 von freidenkerin

… Der mutige, aufrechte und beliebte Kabarettist und Schauspieler Michael Lerchenberg ist Freitag Abend von seiner Rolle als Nockherberg-Fastenprediger Bruder Barnabas zurück getreten (worden). Der Grund: Seine sehr pointierte, scharf  und offen gehaltene Rede zu Beginn der diesjährigen Veranstaltung, bei der er viele Finger in viele Wunden bohrte und der anwesenden Politprominenz des Öfteren sichtbar das Lachen im Halse stecken geblieben ist. Am meisten erzürnten sich im Nachhinein die Gemüter an folgender Äußerung Lerchenbergs:

“… Alle Hartz-IV-Empfänger sammelt er (Guido Westerwelle) in den leeren, verblühten Landschaften zwischen Usedom und dem Riesengebirge, drumrum ein großer Stacheldraht – hamma scho moi g’habt. Dann gibt’s a Wassersupp’n und an Kant’n Brot. Statt Heizkostenzuschuss gibt’s von Sarrazin’s Winterhilfswerk zwei Pullover, und überm Eingang, bewacht von jungliberalen Ichlingen im Gelbhemd, steht in eisernen Lettern ‘Leistung muss sich wieder lohnen’.”…

Unter jenen, die sich über diese Worte des Kabarettisten echauffierten, war auch Frau Knobloch, Präsidentin des Zentralrates der Deutschen Juden. Das heißt, sie schrie am lautesten Zeter und Mordio – dies sei eine Verunglimpfung des großen Unrechts, welches während der Nazizeit sechs Millionen Juden angetan worden war… Frau Knobloch, bei allem Respekt, hier geht es (ausnahmsweise) einmal nicht um Sie und die Greueltaten, die Ihr Volk im Dritten Reich zu erleiden hatte! Hier geht es darum, dass Jemand die Gedanken vieler deutscher Hartz-IV-Empfänger endlich einmal öffentlich in Worte gefasst hat! Auch darum, auf die unverhohlen rechtspopulistischen Äußerungen eines sogenannten Vizekanzlers auf Kosten der sieben Millionen Menschen, die staatliche Unterstützung in Anspruch nehmen müssen, aufmerksam zu machen! Darauf, dass da ein machtgeiler Politiker, der Zeit seines Lebens nicht einen einzigen Tag lang bei einem Arbeitgeber in Lohn und Brot gestanden und nicht einen einzigen vernünftigen Handschlag zuwege gebracht hat, den von Armut und sozialem Niedergang bedrohten Teil des ihm anvertrauten Volkes diskreditiert, um sich und seine Parteijünger zu profilieren und Wählerstimmen zu fangen! Das Augenmerk auf die Unfähigkeiten und Unzulänglichkeiten unserer politischen und wirtschaftlichen Obrigkeiten zu richten! Darauf, dass Deutschland zusehends einer Bananenrepublik mehr gleicht als einer weltweit angesehenen Demokratie!…

… Herr Lerchenberg hat Freitag Abend seinen Hut genommen, er wird in Zukunft die Rolle des Fastenpredigers Bruder Barnabas nicht mehr verkörpern. Der Druck auf ihn und die Brauerei, welche ihn zu diesem Zwecke engagiert hatte, sei zu groß geworden. Bei der Wiederholung der traditionsreichen Starkbierprobe samt Politiker-Derblecken und (heuer sehr schwachem) Singspiel hat sich das Bayerische Fernsehen erdreistet, die schärfsten Stellen der Rede heraus zu schneiden. Die Zensur lässt grüßen. Und macht nachdenklich. Wer von Jenen, die sich noch trauen, unverhohlen ihre Meinung kund zu tun, wird als nächster mundtot gemacht werden? Ein Urban Priol vielleicht? Ein Matthias Richling? Ein Georg Schramm? Welche Kabarettsendung wird demnächst aus den Programmen der sogenannten Öffentlich Rechtlichen verschwinden? Und wann werden die ersten politik- und sozialkritischen Blogs nicht mehr im World Wide Web zu finden sein? Und wen dürfen wir nächstes Jahr in der Rolle des Bruder Barnabas auf dem Nockherberg sehen? Vielleicht einen jener glatt gebürsteten, weich gespülten, “liberalen” Ichlingen im Gelbhemd, von denen Herr Lerchenberg sprach, der dann den Großkopferten nach dem Munde redet und ihnen ordentlich Zucker in den A… bläst, anstatt das zu tun, was das Vorrecht des Fastenpredigers – und jeden(r) halbwegs gestandenen mündigen Bürgers(in) dieses Landes – sein sollte: Sein Missfallen und Unmut über Ungerechtigkeiten und Ungereimtheiten zu äußern, engagiert, deutlich und unzensiert…

Internettes

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Inspiration, Medien, Menschen, Sonstiges mit Tags , , , , , , , , , , , , , , , am März 3, 2010 von freidenkerin

… Manchmal führt im World Wide Web eines zum anderen und ergibt so nette kleine Zufälle. Vor kurzem träumte ich hier auf meinem Blog von einem hübschen Hausboot, welches mir auf Key West aufgefallen war. Mein guter Freund Worti fühlte sich dadurch inspiriert und griff das Thema Hausboot in seinem neuesten Post zum Projekt 52 erneut auf. Während der Kommentare dazu kamen wir auch auf den herzerwärmenden, schönen, witzigen und romantischen Film “Hausboot” mit Cary Grant und Sophia Loren in den Hauptrollen zu sprechen. Und auf das putzige kleine Kinderlied, welches La Divina Loren zum Besten gibt…

… Beim Betrachten der Szene kam mir in den Sinn, dass mir das pastellfarbene Cabriolet irgendwie bekannt vorkommt, ich habe es schon einmal in Natura gesehen, und das ist noch gar nicht so lange her. Nach einigem Grübeln und Stöbern in meinem Fotoarchiv fand ich die Karosse: Sie parkt in Miami Beach vor dem farblich angepassten Hotel “Avalon” am Ocean Drive…

12 Monate – 12 Lieder – 12 Bilder

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Inspiration, Sonstiges mit Tags , , , , , , , , am März 3, 2010 von freidenkerin

… Das dritte Lied, welches Sany für ihre oben genannte Fotoaktion ausgesucht hat, ist von Klee und trägt den Titel “Zwei Herzen”…

… Und hier darf ich nun vorstellen, meine Damen und Herren!…

… The Bathroom Singers mit ihrer Interpretation von “Zwei Herzen”!…

… “Zwei Herzen schlagen in deiner Brust, du hast es seit langem schon gewusst, lalala…”

Das Weinen eines kleinen Kindes…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Gesellschaft, Menschen, Sonstiges mit Tags , , , , , , , am März 3, 2010 von freidenkerin

… Lisa hatte eine anstrengende Woche voller Spät- und Doppelschichten hinter sich. Als sie spät Nachts ins Bett gefallen war, hatte sie sich fest vorgenommen: “Ich steh’ an meinen beiden freien Tagen vor Mittag überhaupt nicht auf!” Doch es war noch früher Morgen, als das Weinen eines kleinen Kindes sie aus ihrem Traume schreckte. Ein verzweifeltes Schluchzen: “Mamaaaa! Mamiiii!…” zerriss die graue Stille und bohrte sich tief ins Herz der erwachenden Frau. “Mamaaaa! Mamaaaa!” Wie weh das klang! Wie verloren! Wie das schmerzte, als es über das vernarbte Gewebe der inneren Wunden schrammte! Ihre rundliche Gestalt kämpfte sich aus der Bettstatt, barfuß schlurfte sie zum Fenster. “Das arme Kleine! Da muss man doch helfen!” Sie beugte sich weit hinaus, doch mittlerweile war das klagende, zittrige Rufen verklungen…

… Lisa legte sich müd aufseufzend wieder nieder, rollte zur Seite und zog die Daunendecke über ihre Ohren hoch. Schlafen, weiter schlafen, es ist alles gut, das Kind ist wohlauf, mach dir keine Sorgen. Doch die Flügel neuer Träume, der selbstvergessenen Ruhe streiften sie nur mit schwachem Hauch, immer noch klang das Weinen und Schluchzen in ihren Ohren nach. “Mamaaaaa! Mamiiii!” Ein alter Schmerz gewann unversehens Macht über sie, trieb ihr hinter den geschlossenen Lidern die Tränen in die Augen. Nun war das leidvolle Klagen in ihr, ließ sich nicht mehr ignorieren, nicht mehr bekämpfen…

… “Es gibt da eine Frau, die mich – wahrscheinlich auf Wunsch meines Vaters – ernährt und groß gezogen hat. Aber eine Mutter ist sie mir nie gewesen.”, pflegte Lisa stets trocken zu sagen, wenn im Kreise ihrer engsten Freunde Familienangelegenheiten zur Sprache kamen. “Aber jeder Mensch hat eine Mutter!” – “Nein, ich nicht. Ich nicht.”…

… Wie oft diese Frau das Mädchen in Kindertagen mit dem Teppichklopfer verdroschen hatte – Lisa konnte es nicht zählen. Ebenso wenig die schallenden Ohrfeigen. Der Spott, die Geringschätzung und die Häme, unter der sie auch als Erwachsene noch zu leiden hatte, vor allem im Beisein Bekannter oder gar Anverwandter. Die moralischen Erpressungen. Das Zunichtemachen jeglichen Hauchs eines gesunden Selbstbewusstseins. Lügen haben kurze Beine, pflegte diese Frau so sehr oft zu sagen – um im nächsten Atemzug das Blaue vom Himmel herab zu lügen. Die ungezählten Bosheiten gegen sie. Die unablässigen Verleumdungen der Nachbarn, Kollegen/innen des Vaters, der Bekannten im Ort. Die Lieblosigkeit. Lisa konnte sich an kein einziges Zeichen der Zärtlichkeit, der Zuneigung, der Liebe erinnern. Nicht ein einziges Mal sanft über die Haare streicheln. Nicht ein einziges Mal die Wange tätscheln. Nicht ein einziges Mal in den Arm nehmen. Nicht ein einziger Kuss. Diese Gefühllosigkeit, diese Eiseskälte, als ein naher Verwandter Lisa im Alter von zwölf Jahren missbraucht hatte und sie sich der Mutter anvertrauen wollte…

… “Es gibt da eine Frau, die mich – wahrscheinlich auf Wunsch meines Vaters – ernährt und groß gezogen hat. Aber eine Mutter ist sie mir nie gewesen.”… “Mamaaaaa! Mamiiiii!” Voller Leid, voller Weh, voller Ohnmacht schrie das kleine Kind…

… Lisa stand auf und ging ins Bad. Mit einem Schwall eisig kalten Wassers wusch sie sich das Salz der Tränen von der grauen, schlaffen Haut, von den dunklen Schatten und Falten rings um die Augen. Sie musterte ihr Spiegelbild und war erstaunt darüber, all diese Jahre, Jahrzehnte ohne großen Schaden an ihrem Verstand, ihrem Geist überstanden zu haben. Sie war dankbar für das Leben, welches sie jetzt führte. Dankbar dafür, dass das düstere Gespenst früherer Zeiten sie nur mehr selten heimsuchte und plagte. Dankbar für ihre Klugheit, ihre Stärke, ihren Mut. Sie reckte das Kinn, ein leichtes Funkeln trat in ihre Augen. Was auch immer mir das Leben noch bescheren mag, so schlimm wie die Schrecken und Grausamkeiten meiner Kinder- und Jugendzeit kann es gar nimmer kommen…

… Lisa sortierte die Post und freute sich über die liebenswerten und unbeschwerten Grüße einiger Freundinnen, ihr Freund rief an und verabredete sich mit ihr. Sie bereitete sich ein opulentes Frühstück zu, sah fern, schimpfte über die Nachrichten, las, sortierte Fotos, beantwortete E-Mails. “Mamaaaaaa! Mamiiiii!”, weinte das kleine Kind verloren…