Archiv für die Kategorie Menschen

Überlingen am Bodensee…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Fotografie, Gedanken, Menschen, Sonstiges mit den Tags , , , , , , , , , , , , am Mai 31, 2012 von freiedenkerin

… Neben dem, wie ich finde etwas ungewöhnlichen Turm des Münsters St. Nikolaus, der das Zentrum des Städtchens überragt, ist ganz ohne Zweifel der Bodensee-Reiter-Brunnen des Bildhauers Peter Lenk nahe der Uferpromenade DER Blickfang Überlingens. Umringt von Nixen und wasserspeienden Männern mit nicht grade gut proportionierten Figuren erhebt sich die Statue des legendären Reiters, der im Winter des Jahres 1534 den gefrorenen Bodensee überquerte, vom Tauwetter überrascht wurde, und sich samt Ross mit letzter Kraft ans Ufer retten konnte. Der erschöpften Gestalt auf dem ausgemergelten Klepper wurden die Gesichtzüge Martin Walser’s verpasst – worüber der namhafte Schriftsteller alles andere als “amused” ist…

… Schön anzuschauen sind die sorgsam restaurierten und sehr gepflegt wirkenden Fachwerkhäuser im Stadtkern Überlingens, ich habe ein großes Faible für diese Art Bauwerke…

… Ich habe ja bereits erwähnt, dass meine Unterkunft über einem multi-asiatischen Lokal lag. Recht exotisch und auch etwas skurril fand ich es am nächsten Morgen, denn das Restaurant dient auch zugleich als Frühstücksraum. Karmesinrot geplüschte und bemalte Wände, verziert mit einer Überfülle an golden schimmernden Drachen, Göttern, Göttinnen, Elefanten, Glückssymbolen, Lotusblüten, Blattwerk, der vietnamesische Inhaber des Hotels mit einem hinreissend asiatischen Akzent und singendem Tonfall servierte mir den Tee, dazu wurden quasi als Kontrapunkt am kleinen Bufett Schwarzwälder Schinken, heimischer Käse und Milchprodukte kredenzt, aus dem Radio ertönte schwäbelnd die Stimme des Moderators eines Regionalsenders…

… Aus früheren Tagen, als Überlingen seiner Mineralquelle wegen von Angehörigen des Adels, dem gehobenen Bürgertum und Künstlern sehr frequentiert wurde, stammt übrigens der Beiname “Klein-Nizza am Bodensee”…

Ein “Whistleblower” im Vatikan!…

Veröffentlicht in Gedanken, Allgemein, Sonstiges, Gesellschaft, Medien, Menschen, 1, Dies Und Das mit den Tags , , , , , , , , , , am Mai 30, 2012 von freiedenkerin

… Als solchen könnte man den persönlichen Diener des Papstes, Paolo Gabriele, der vergangene Woche zeitgleich mit der Absetzung des Vorsitzenden der Vatikan-Bank, Tedeschi, verhaftet worden ist, durchaus bezeichnen. Gabriele will, eigenen Angaben zufolge, kommende Woche “auspacken”. Hoffentlich überlebt er bis dahin! Er wäre weiß Gott nicht der Erste, den die Rentnerband im Zwergstaat inmitten Roms über die Klinge springen lassen würde, um unliebsame und unbequeme Enthüllungen zu vermeiden…

http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/rundschau/vatikan-vatileaks-maulwurf-papst100.html

Welt der Träume…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Inspiration, Menschen, Sonstiges mit den Tags , , , , , , , am Mai 30, 2012 von freiedenkerin

… Letzte Nacht träumte ich, als Bedienung in einem mit viel Holzbalken und -verkleidung und ungezählten Stehrums und Schnickeldis auf “Neubayerisch” getrimmten Hotelrestaurant zu arbeiten. Zusammen mit einem gar prachtvoll feschen Mannsbild, so um die zwanzig Jahre jünger als ich, saß ich im Kreise meiner Kollegen/innen, wir falteten Servietten und ratschten. Ich verliebte mich in diesen jungen Kerl, und er sich wohl auch in mich, denn nach einer Weile beteuerte er mir, dass er sich nun zwischen einer anderen Frau, der er gleichfalls zugeneigt sei, und mir entschieden habe – und seine Wahl sei auf mich gefallen…

… Mein Liebster schien ein außergewöhnlich geselliger Mensch zu sein, unentwegt von einer Schar munter redender Bekannter und Freunden umgeben. Dennoch waren wir schließlich alleine. Wir fühlten uns sehr zueinander hingezogen, enttäuschenderweise verlief unser Tete-a-tete allerdings recht distanziert und ohne Zärtlichkeiten. Er schlug vor, es sei an der Zeit, dass wir unsere erste gemeinsame Nacht miteinander verbrächten, und ich willigte ein. So suchten wir die Rezeption, um uns ein Zimmerchen zu mieten. Diese Rezeption war lediglich ein sehr kleines, mit Buntglas verziertes Fensterchen, zudem noch dermaßen hoch angebracht, dass zwar mein Traummann, der sehr groß gewachsen war, hinein blicken konnte, ich aber trotz aller Neugierde nicht. Er bezahlte und bekam die Schlüssel ausgehändigt, wandte sich nach mir um und deutete himmelwärts: “Wir müssen jetzt ganz nach oben.”…

… Es waren sehr steile und überaus anstrengende Treppen mit teilweise sogar höchst unregelmäßigen Stufen, über die wir steigen mussten. Mein Liebhaber in spe, wie gesagt, eine ganze Ecke jünger als ich, stiefelte sportlich und frohgemut vorneweg, ich mühte mich hinkend und keuchend wie eine Dampflok ab, ihm zu folgen, und fragte mich in Gedanken: “Was will der Kerl bloß mit mir alten Kuh mit Hängebusen, Zellulite und aus dem Leim gegangener Figur, der könnte doch an jedem Finger zehn weitaus jüngere und hübschere Weiber haben!”…

… Zwischendrin legten wir ein Päuschen ein und machten Brotzeit, mein Freund hub an, mit der Bedienung eine sehr lebhafte Diskussion zu führen, seine Argumente untermauerte er mit geschwind aus den Jacken- und Hosentaschen gezogenen Statistiken, Listen und Tabellen. Nach dem letzten Bissen fiel mir auf, dass wir ein Gericht mit sehr viel Sauerkraut genossen hatten, und ich hatte nun so meine Zweifel betreffs der Qualität der bevorstehenden Liebesnacht…

… Endlich hatten wir unser Zimmer erreicht, direkt unterm Dach gelegen, mit abgeschrägten Wänden, gerüschten, rotkarierten Vorhängen an den kleinen Fensterluken, mit kargen Bauernmöbeln ausgestattet. Eigentlich waren es ja zwei winzig kleine Räume, in jedem stand ein überaus schmales Bett. Meine Zweifel meldeten sich angesichts dessen erneut – und sie wuchsen ins Unermessliche, als mein Liebster zum Telefon griff und meinte: “Ich sag’ jetzt gleich mal all unseren Freunden Bescheid, dass wir hier oben miteinander schlafen werden, die sollen das ruhig wissen, dann gibt es kein Herummunkeln und Mutmaßen.” Ich schluckte äußerst beklommen…

… Kurz danach wurde die Tür aufgerissen, und die ganze große Schar all unserer Bekannten drängte sich plappernd, giggelnd und lachend in die bescheidene Unterkunft. Anstatt sich mit mir zu befassen, hielt der “Traummann” großzügigst Hof, und diskutierte ungemein lebhaft über Gott und die Welt, wiederum beständig aus den Klamotten bündelweise Dokumente zaubernd. Ich schützte vor, auf die Toilette zu müssen – und trat die Flucht an. Erst als ich im Freien, in der weißen, verschneiten Winterlandschaft stand, hielt ich inne und atmete erleichtert auf…

Eine unruhige Nacht…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Menschen, Sonstiges mit den Tags , , , , , , , , am Mai 29, 2012 von freiedenkerin

… Neulich begab ich mich erschöpft von einem recht faul verbrachten Urlaubstag am späten Abend ins Bettchen. Frau Mieze Smokey erwartete mich bereits, lang und in aller Pracht und Herrlichkeit auf dem schmalen Holzbord am Kopfteil meiner Liegestatt ausgestreckt. Ich kuschelte meine Denkbirne in den dichten, orangefarbenen Plüsch ihres Bauchfells und spürte dem wohligen Schnurren nach. Während meine Schmusekatze meiner hohen Stirn eine wohltuende Massage mit ihrer Raspelzunge angedeihen ließ, glitt ich sachte dem Land der Träume entgegen…

… “Oh! Oh! Oh!” Ich schreckte hoch. “Verflixt! Hypochon-Trine! Was ist denn los?” – “Hör’ doch mal! Hörst du das nicht?” Der Rest meiner “Damenband”, die gleich mir kurz vorm Einlullen gewesen war, und ich zuckten unwillig die Schultern. “Nein?” – “Im rechten Ohr pfeift’s!” – “Na, und, das wird bald aufhören. Gib’ Ruh’ jetzt und lass’ uns schlafen.” Ich schloss erneut die Augen und driftete alsbald dem Dämmerzustand entgegen…

… “Oh! Oh! Oh!” – “Herrschaftszeiten! Was ist jetzt schon wieder!” – “Es pfeift immer noch im rechten Ohr!” Ungehalten zuckten unter anderem das Wilde Weib, die Coole Rechnerin, Frau Nörgel-Zick und ich die Schultern. Hypochon-Trine: “Das geht jetzt schon seit einer Ewigkeit so! Hilfe! Wir haben Tinnitus! Wir sind schwerst krank!” – “Unsinn! Wir sind kerngesund, unser Blutdruck ist völlig normal, das Herz ist in Ordnung, und Stress haben wir auch keinen.” – “Doch, doch, doch! Wir haben Tinnitus!” – “Pass auf, wir drehen uns auf die andere Seite, dann pfeift’s bestimmt nimmer.”…

… “Oh! Oh! Oh!” Ich seufzte schläfrig auf. “Hypochon-Trine, langsam werd’ ich grantig!” – “Das pfeift ja noch viel ärger als vorher! Ruf’ den Notarzt an! Oh! Oh! Oh! Tinnitus – wir werden ins Krankenhaus müssen! Man wird uns monatelang krank schreiben! Wir werden anstengende Therapien ertragen und eklige Medikamente einnehmen müssen! Wir werden unseren Job verlieren und wieder Hartz-IV-ler werden!” Unruhig geworden wälzte ich mich hin und her. Frau Mieze Smokey befand, dass das Plätzchen überm Kopfende nunmehr zu ungemütlich geworden sei, sie erhob sich und schlenderte von dannen…

“Oh! Oh! Oh! Es hört einfach nicht auf, das Pfeifen!” Das Wilde Weib räusperte sich ungewohnt diskret. “Sag mal, wann hast du denn das letzte Mal so richtig ordentlich unsere Ohren geputzt?” Ich grübelte stirnrunzelnd. “Kann mich gar nimmer so recht dran erinnern.” – “Das nützt doch nix! Wir haben Tinnitus!”, heulte die Hypochon-Trine auf, “Hast jetzt den Notarzt schon gerufen?” Ich grummelte etwas sehr Unfreundliches, stand auf und schlurfte ins Bad…

… Ein Weilchen später plumpste ich zufrieden aufseufzend erneut auf meine Sieben-Zonen-Federkern-Matraze. Ich glaube, ein stilles Lächeln umspielte meine Lippen, als ich dem wohl verdienten Schlaf entgegen sank…

“Oh! Oh! Oh!” – “Was gibt’s denn jetzt schon wieder!” – “Hör mal!” – “Ich hör’ nix!” – “Eben! Das Pfeifen ist weg!” – “Schön, gell. Du immer mit deiner Hysterie, von wegen Tinnitus.”…

Gaienhofen – das Haus Hermann Hesse’s…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Menschen, Sonstiges mit den Tags , , , , , , , , , , , , am Mai 28, 2012 von freiedenkerin

… Beim kurzen Warten auf Einlass an der Pforte gewann ich durchaus den Eindruck, der berühmte und hoch verehrte Schriftsteller selbst sei zugegen, die Villa macht einen so lebendigen und authentischen Eindruck…

… Vor einer Weile sah ich im TV eine wirklich schöne Dokumentation mit dem Titel “Gärten am Bodensee”. Als ich vor kurzem im WWW herum stöberte, kam mir jene Sendung wieder in den Sinn. Die entsprechende Homepage ward schnell gefunden. Per E-Mail versuchte ich mein Glück – normalerweise finden die Führungen nur Samstags statt – und hatte selbiges, ich durfte mich am Freitag Vormittag einer Gruppe Damen anschließen…

… Eine überaus kompetente Kunsthistorikerin, die zudem eine mitreissende Gabe des Erzählens ihr Eigen nennt, gab uns zuerst im Garten einen kurzen Abriss der Geschichte des Anwesens, bevor wir ihr ins Haus folgten. Dank ihrer ausdrucksvollen Schilderungen, und durch die zum großen Teil detailgetreu und behutsam restaurierten Räume fühlten wir uns schnell in jene Zeit vor ziemlich genau hundert Jahren versetzt…

… Gegen den Widerstand ihrer äußerst wohlhabenden und namhaften, altehrwürdigen Baseler Familie hatte 1903 der noch sehr junge, sich erst am Beginn seiner Karriere befindende Hermann Hesse die neun Jahre ältere Mia Bernoulli, eine selbständig tätige Fotografin, geehelicht. Die Beiden waren glühende Anhänger der sogenannten Lebensreform – sie sehnten sich nach einem Dasein ohne die immer lärmender und schmutziger werdende Enge der Großstadt, den aufkeimenden Technikwahn, der Huldigung des Götzen Fortschritts, ohne Hetze, Eile und Entmenschlichung.  So kehrten sie 1904 Basel den Rücken. Sie mieteten sich bei einem Bauern im Dörflein Gaienhofen ein, ihr Domizil bestand aus einigen kleinen Zimmerchen. Es gab weder Elektrizität, noch fließendes Wasser, noch ein Badezimmer. Dort wurde 1905 Bruno, der erste Sohn, geboren…

… Von den Einheimischen wurde die kleine Familie nie akzeptiert, der Dichter und Denker und seine ungewöhnliche, sehr kultivierte und selbstbewusste Frau blieben für die Zeit ihres Aufenthalts in Gaienhofen Fremde. 1907 beschloss Hesse, oberhalb der Ortschaft, an einem Hang saurer Wiesen und in Nähe eines Birnbaums gelegen, ein Haus zu bauen. Ein entsprechendes zinsloses Darlehen über 30.000 Taler schoss der Schwiegervater vor, der namhafte Baseler Architekt Hans Hindermann entwarf die kleine Villa, entgegen des grade herrschenden Jugendstils ohne viel Zierrat und Schnörkeleien, mit klaren, schlichten Linien. Bereits nach neun Monaten war das Anwesen fertig gestellt…

… Das Leben an der Seite des Schriftstellers Hesse muss alles andere als einfach gewesen sein. Er zog sich oft wochenlang von seiner Familie zurück in den ersten Stock des Hauses, dort hatte er sein höchst eigenes Refugium, mit einer üppigen Bibliothek, seinem Schlaf- und mehreren Gästezimmer. Um sich vor der Geschäftigkeit im Erdgeschoss, dem Lärmen seiner mittlerweile drei kleinen Kindern abschotten zu können, ließ er im Treppenhaus eine fest verschließbare Türe anbringen…

… Seine einzige häusliche Pflicht sah er darin, das Haushaltsbuch zu führen. Darin sind einige recht interessante Posten zu verzeichnen, z. B. ca. 150 Taler im Jahr als Gebühren für den Fährmann von Steckborn, denn trotz Lebensreform war man nicht gewillt, auf gewisse Luxusgüter zu verzichten, welche recht mühsam zuerst übers Wasser von Konstanz, und dann per Leiterwagen auf die Anhöhe geschafft werden mussten. Die sehr exquisiten Zigarren, die Hermann Hesse eifrig rauchte, und die mit über 80 Talern jährlich zu Buche schlugen, pflegte er übrigens höchstselbigst im Ruderboot über die deutsch-schweizerische Grenze zu schmuggeln. Kam es zu häuslichen Katastrophen, wie das Explodieren des Kachelofens im Speisezimmer, packte er kurzerhand seinen Koffer und ging auf Reisen…

… Betrachtet man Portraitfotos von Mia Bernoulli, wird erschreckend klar, wie belastend die Ehe und die Führung des Hausstandes für Hesse’s erste Frau gewesen sein musste. Zu Beginn ihrer gemeinsamen Jahre zeigt sie sich schön, von innen gleichsam strahlend. Auf einem Abbild von 1911 dagegen wirkt sie desillusioniert, verhärmt, erschöpft und traurig…

… 1912 verkauften die Hesses ihre Villa in Gaienhofen, vorbei war die Zeit der Stadtflucht, man kehrte dem beschaulichen Bauerndorf auf der Halbinsel Hoeri den Rücken und zog nach Bern…

… Weitere lesenswerte Informationen, vor allem, wie Frau Eva Eberwein, die jetzige Besitzerin, 2003 das Anwesen vor dem Abriss gerettet, und mit unglaublich viel Mühen und Tatkraft in seinen Originalzustand zurück versetzt hat, finden sich hier

… Da es sich bei der Hesse-Villa um ein bewohntes Privathaus handelt, ist das Fotografieren in den Räumen nicht gestattet. Doch im wundervollen, nach Hermann Hesse’s Plänen rekonstruierten Garten rund um’s Haus darf man das. Hier nun meine Impressionen:…

Am schönen großen See – Barockkirche Birnau…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Fotografie, Gedanken, Menschen, Sonstiges mit den Tags , , , , , , , , , , , , , , am Mai 27, 2012 von freiedenkerin

… Ausgerechnet in der Nacht vor meiner Abreise suchte mich der Migräne-Dämon wieder einmal heim – und ich hatte zuvor verbummelt, mir die hilfreichen Zäpfchen verschreiben zu lassen! So musste ich des morgens die Zugfahrt Richtung Überlingen um ein paar Stunden verschieben. Mit sehr weichen Knien, immer noch unheilvoll pochendem Kopf und schmerzenden Augen kroch ich in den Regionalzug, der mich zunächst nach Ulm bringen würde. Nach ein paar Stunden Fahrt durch die idyllische bayerisch-schwäbische Ebene, mit ausgedehnten Feldern, dunklen Wäldern und kleinen Weilern bestanden, erwachten zum Glück die Lebensgeister wieder…

… Am Bahnhof Überlingen wurde ich bereits von der lieben Claudi erwartet. Sie geleitete mich zunächst in die Münsterstraße, dort hatte ich im kleinen Hotel “Zur Sonne” eine Unterkunft reserviert. Diese befand sich über einem japanisch-chinesisch-vietnamesischen Restaurant, war über ein teilweise sich im Freien befindliches Treppenhaus zu erreichen, und winzigst klein, aber sauber, und sehr, sehr ruhig…

… Claudi chauffierte mich danach zur barocken Basilika Birnau. Vom Bus, Zeppelin und Schiff aus hatte mich diese erhaben und einsam auf einer Anhöhe ruhende Kirche schon sehr fasziniert, nun brannte ich darauf, sie mir endlich einmal aus der Nähe anzusehen…

… Die Birnau wurde ab dem Jahre 1746 unter Leitung des seinerzeit berühmten Baumeisters Peter Thumb erschaffen. Das dazu gehörige Weingut, sowie das gleichnamige Kloster, als Sommersitz der Äbte von Salem genutzt, befinden sich etwas unterhalb am Seeufer. 1803 ging im Zuge der sogenannten Säkularisation der gesamte Besitz in weltlichen Besitz über. Prinz Max von Baden überließ jedoch im Jahr 1919 die Anwesen den Zisterziensern von Mehrerau bei Bregenz…

… Schier überwältigend sind Prunk, Glanz und Detailverliebtheit im Inneren der Wallfahrtskirche, eine Weile lang verharrte ich stumm, nicht wissend, wohin ich zuerst blicken sollte. Eigentlich ist das Fotografieren verboten, doch da Claudi und ich nebst zwei ins Gebet versunkenen Frauen die einzigen Besucher waren, machte ich still und heimlich doch ein paar Bilder…

… Als wir eintraten, präludierte ein Organist zunächst leise und gesetzt vor sich hin. Doch schon bald wurde sein Spiel kraftvoller, leidenschaftlicher, schließlich brausten die gewaltigen Kadenzen wie ein Sturmwind durch das Kirchenschiff, und unter der Wucht der Bässe vibrierte das Gestühl. Ergriffen und wie benommen ließen wir uns nieder, die Überfülle an barocker Kunst und die Eindringlichkeit der Musik jagten uns Schauder über den Rücken…

… Wir machten noch einen kurzen Abstecher hinunter zum Anwesen “Seehalde”, einem sehr feudalen Hotel und Restaurant. In der Zwischenzeit hatte sich im Nordwesten ein recht eindrucksvolles Unwetter zusammen gebraut, das nun in Richtung See dräute. Dort herrschte ein ganz besonderes Licht. Ein Schwan trieb sehr malerisch auf den metallisch schimmernden Wassern hin und her – doch jedesmal, wenn ich die Kamera am Auge hatte, und abdrücken wollte, verschwand er bis auf den Bürzel im kühlen Nass. Es hat etliche Anläufe und ein gerüttelt Maß an Geduld gebraucht, das Foto zu schießen, das ihr in der beigefügten Galerie sehen könnt…

… Nachdem wir die ersten Riesenregentropfen zu spüren bekommen hatten, und der aufkommende Wind die drückende und stechende Schwüle über dem Ufer verdrängte, traten wir die Rückfahrt nach Überlingen an, um uns dort zu stärken und noch ein wenig miteinander zu plaudern…

Ab morgen wird wieder viel erzählt…

Veröffentlicht in Gedanken, Allgemein, Sonstiges, Menschen, 1, Dies Und Das mit den Tags , , , , , , , , , , , , , am Mai 25, 2012 von freiedenkerin

… Von störrischen Schwänen zum Beispiel…

… Von einer erstaunlichen Reise, die beinahe ausgefallen wäre. Einer überwältigend prachtvollen Barockkirche. Von stimmungsvollen Momenten am schönen großen See, während ein sehr bedrohlich wirkendes Unwetter sich näherte. Von einer etwas ungewöhnlichen Unterkunft. Dem Besuch des in neuem Glanz erstrahlenden Hauses eines ganz großen Schriftstellers. Von der Fast-Umrundung des Bodensees mit Bahn, Bus und Schiff…

Was mich ärgert ist,…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Medien, Menschen, Sonstiges mit den Tags , , , am Mai 23, 2012 von freiedenkerin

… dass ich hier mit meinen drei Blogs doch einen Gutteil meiner Freizeit verbringe, um nicht nur Fotos online zu stellen, sondern auch zu schreiben. Weil dies eben zu mir und zu meinem Leben so sehr gehört wie das Atmen, Essen, Trinken oder Schlafen. Immer öfter muss ich jedoch die traurige und auch enttäuschende Feststellung machen, dass etliche Leser/innen sich nicht die Zeit nehmen, meine Texte zu lesen, ja, mittlerweile scheint es sogar so, als würden auch einzelne Fotos nur mehr in aller Hast und Eile überflogen und nicht mehr richtig wahrgenommen, was aus einigen Kommentaren deutlich zu entnehmen ist. Auch das Würdigen und Lesen der abgegebenen Kommentare von Mitbloggern/innen scheint nicht mehr üblich zu sein, was ich persönlich als große Respektlosigkeit empfinde…

… Auch wenn ich jetzt wieder einmal Mitblogger/innen vor den Kopf stoßen und verprellen werde: Wer weder die Zeit, noch die Lust dazu hat, auf meine Texte und Bilder einzugehen, sollte diesen Blog in Zukunft lieber meiden. Auch jene, die sich dazu bemüßigt fühlen, ein- oder zweimal pro Woche ihre Blogrunde “abzuarbeiten”, ohne jegliches persönliches Interesse an dem, was ich hier online stelle, sollten mich am besten aus ihrer Liste streichen…

… Willkommen sind all jene, die ein ernsthaftes Interesse an dem haben, was ich zu sagen und zu zeigen habe – und haben werde…

Auf dem See…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Fotografie, Gedanken, Menschen, Sonstiges mit den Tags , , , , , , , , , , , , , am Mai 23, 2012 von freiedenkerin

… Nach vier Stunden unermüdlichem Staunen, Schauen, Schlendern und Fotografieren begab ich mich müde, hungrig und durstig an Bord des letzten Schiffes von der Mainau Richtung Friedrichshafen…

… Ein Abschiedsblick zurück – mit dem festen Vorsatz, diesem Eiland in Bälde wieder einen Besuch abzustatten…

… Es ist bisweilen eine Tortur, mit dem Wilden Weib auf Reisen zu gehen! Denn dieses kennt weder Maß noch Ziel, strebt beständig weiter, will unablässig die Neugierde stillen, erforschen, entdecken… Margot:”Ich möchte jetzt Brotzeit machen.” W.W.: “Nur noch schnell schauen, was hinter dieser Wegbiegung steckt!” Margot: “Ich habe HUNGER!!! und DURST!!!” W.W.: “Ja, ja, ist ja gut!” Margot: “Weißt du eigentlich, wie lange unsere letzte Mahlzeit, das Frühstück, zurück liegt? Das ist um halb sieben Uhr morgens gewesen – und jetzt haben wir halb drei Uhr nachmittags!” – Endlich, endlich, endlich durfte ich mir in einem schattigen Hain das mitgebrachte Wurstbrot und den fruchtig-warmen Tee aus der Thermoskanne munden lassen…

… Es ist ja nicht so, dass es auf der Mainau an Gelegenheiten mangeln würde, mehr oder weniger feudal zu speisen. Doch bei der Wahl einer entsprechenden Lokalität machte sich unangenehm ein weiterer Teil von mir bemerkbar: Frau Nörgel-Zick… “Oh, wie schön, ein richtiger Biergarten! Wie wär’s mit einem Hot Dog und einer kühlen Apfelschorle dazu?” Wildes Weib: “Später vielleicht. Ich möchte jetzt erst den Weinberg am Schwedenturm anschauen.” Frau Nörgel-Zick: “Iiiiiiih, nein. Da ist kein Tisch mehr frei – und Biertische und -bänke mitten in der prallen Sonne – das passt mir gar nicht.” Einige Stündchen danach, am Restaurant “Comturei”, unterhalb des Schlosses: “Mädels, hier gibt’s Wiener Schnitzel mit frischem Spargel.” Wildes Weib: “Ja, und wenn wir jetzt essen gehen, haben wir keine Zeit mehr, die berühmte Wassertreppe anzuschauen.” Frau Nörgel-Zick: “Iiiiiiih, nein. Schau dir doch mal die Preise an!”…

… Kein Wunder, dass mir der Magen wild knurrend ungefähr zwischen den Kniekehlen hing, als ich die “Graf Zeppelin” enterte. “Und da esse ich jetzt!”, grummelte ich stumm vor mich hin. “Und ihr Zwei”, an das Wilde Weib und Frau Nörgel-Zick gewandt, “gebt gefälligst Ruhe!”…

… Ich fand im ersten Oberdeck ganz vorne am Bug einen wundervollen kleinen Raum, mit schönen, weiß gedeckten Tischlein. In Kunstleder gebundene Speisekarten lagen darauf verteilt. Oh, prima! Fantastische Aussicht – und endlich, endlich, endlich etwas zu essen!…

… Das Schiff legte ab, und nach einem Weilchen konnte ich sowohl die Klosterkirche Birnau als auch den Nachbau eines steinzeitlichen Pfahlbaudorfes bei Unteruhldingen bewundern…

 … Ein weißhaariger, silbern bebrillter Ober schlenderte gemächlich zwischen den Tischen umher, er bediente zwei vielköpfige Familien, einige ältere Herrschaften, und zwei Liebespaare – und ignorierte mich. Irgendwie hatte ich ein ungutes Gefühl. “Der wird schon noch kommen, und mich nach meiner Bestellung fragen.”, munterte ich mich auf, und würgte die zu bestimmt nicht sehr freundlichen Kommentaren ansetzenden Wildes Weib und Frau Nörgel-Zick ab…

… Das wunderschöne Meersburg kam in Sicht…

… Dort hatte die “Graf Zeppelin” einen längeren Aufenthalt, den ich eifrig dazu nutzte, den Herrn Ober auf mich aufmerksam zu machen. Ich suchte Blickkontakt, nickte, hob die Rechte, winkte leicht, rief – es half nichts, der gute Mann gewährte mir nicht die Gnade einer Audienz! Irgendwie kam mir nun eine Kurzgeschichte Ephraim Kishon’s in den Sinn, dem Ähnliches widerfahren war, weil sein Tischlein quasi im “Niemandsland” zwischen zwei Kellnerrevieren stand…

… Nach Hagnau gab ich auf, ich hatte mitangehört, wie der Kellner beim Kassieren an einem Nebentisch erwähnte, dass die Küche nunmehr geschlossen sei, und man sauber machen und sich auf den Feierabend freuen würde…

… Dem Verhungern nahe schleppte ich mich in Friedrichshafen angekommen am Seeufer entlang Richtung Bahnhof, kaum noch mehr dazu in der Lage, die Kamera ans Auge zu heben, um die letzte Fähre Richtung Romanshorn zu fotografieren…

… Am Bahnhof stach mir eine Leuchtreklame in die Augen: Ein McDoof!!! Hurra! Ich bin gerettet! “Mein Abendessen habe ich mir aber anders vorgestellt.”, nölte Frau Nörgel-Zick. “Halt’s Maul!”, kam mir da das Wilde Weib zu Hilfe, “McDoof, ist doch cool! Solchen Junkfood haben wir seit Jahren nicht mehr gegessen.” Ich bestellte ein Menü mit einem Riesen-BigM.ac, goldgelben Pommes und einem Rieseneimer Cola, ließ mir alles einpacken und “flitzte” zum Zug nach Lindau. Aufatmend sank ich in den Sitz und begann, voll Behagen meine Köstlichkeiten zu verspeisen…

… Als wir über die Brücke auf die Insel rollten, belohnte mich der Große Himmelsmaler mit einem wundervollen letzten Ausblick auf den See…

Blumeninsel Mainau (Teil 1)…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Fotografie, Gedanken, Menschen, Sonstiges mit den Tags , , , , , , , , am Mai 21, 2012 von freiedenkerin

… Dorthin hatte mich meine “Flucht” mit Bahn, Katamaran und Bus geführt…

… Es war Samstag, und ganze Heerscharen hatten die gleiche Absicht gefasst wie ich, bisweilen musste man bei besonders schönen Blumen und Ausblicken sogar beinahe Schlange stehen, um fotografieren zu können. Ich hatte gut vier Stunden Zeit, bevor ich das letzte Schiff zurück nach Friedrichshafen nehmen musste, bin sehr viel auf den Beinen gewesen, und habe doch bei weitem nicht alles gesehen, so ist mir unter anderem das Schmetterlingshaus entgangen. Aber ich bin sicher, dass dies nicht mein letzter Mainau-Besuch gewesen ist…

… Oben beim Schloss fand das Gräfliche Gartenfest statt. Zunächst vermeinte ich, dass es da viel lecker Essen und Trinken, elegant gekleidete Menschen, und ein bisschen prominenten Schischi geben würde (vielleicht sogar die gräfliche Familie), doch beim Näherkommen stellte sich die Veranstaltung dann als eine Art Verkaufsmarkt für Gartenbedarf, -Stehrums und -Schnickeldi heraus. Am interessantesten fand ich den wandernden Drehorgelspieler, der auch im kleinen, barocken Schlosskircherl für eine etwas andere Art Kirchenmusik sorgte, und wagemutige Kinder, die im weitläufigen Wald mit Klettergurten angeseilt gar so manch Schwindel erregende Akrobatik darboten…

… Nun genug der Worte, jetzt lasse ich Bilder sprechen. Und zwar viele, mit sehr, sehr vielen Blümchen. In mehreren Teilen. Denn obwohl ich dreimal die weit über zweihundert Fotos aussortiert hab’, ist immer noch eine erkleckliche Anzahl übrig geblieben, die ich euch gerne zeigen möchte…

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