Mein letzter Wille,…

… was eines hoffentlich noch fernen Tages die Bestattung meiner sterblichen Überreste betrifft – und ich meine das jetzt völlig ernst:…

… In Bayern ist man sehr rigoros in Bezug auf Beerdigungen – eine Kiste oder eine Urne – und dann ab ins teuer erkaufte Grab. In der Schweiz allerdings sieht man das zum Glück nicht gar so sehr ernst, dort sind Seebestattungen erlaubt – und zwar auch im Bodensee. Vor einer Woche wurde im BR-Magazin “Quer” eine kurze Reportage darüber ausgestrahlt, hier zu sehen:…

http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/quer/120913-quer-urnengrab-100.html

… Seitdem habe ich viel darüber nachgedacht. Und, wie gesagt, ich meine es ernst, sehr ernst. Es kann gut sein, dass ich noch viele Lebensjahre vor mir habe. Gut möglich aber auch, dass meine Tage hier auf Erden bereits gezählt sind. In jedem Falle, und ich mache euch Lieben hier und jetzt zu Zeugen meines letzten Willens, möchte ich, dass man meinen entseelten Körper verbrennt, und die Asche dann dem so sehr geliebten Großen, Wunderschönen Bodensee anheim gibt. Am liebsten wäre es mir in der Nähe von Romanshorn. Dann würde mein Geist, wenn er über den Wassern schwebt, jedesmal den Zeppelin NT bei seinem sanften Aufstieg über Friedrichshafen beobachten können…

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53 Antworten zu “Mein letzter Wille,…”

  1. Ja und dazu diese Musik ;-)

  2. Das setzt allerdings voraus, dass deine Familie oder eine Person deines Vertrauens alle nötigen Vollmachten hat, dieses auch durchzuführen. Meine Schwägerin wurde in der Schweiz an einem See verstreut. In Deutschland ist das ja nicht erlaubt.

    • Das mit den Vollmachten wird sich bestimmt regeln lassen… Dass in Deutschland Seebestattungen nicht erlaubt sind, wird ja von mir bereits in meinem Post erwähnt. ;-)

      • Liebe Margot, dass stimmt so nicht ganz, denn ich weiß, das an der Ostsee zumindest dafür auch die Möglichkeit besteht. Ein lieber Bekannter meiner Mutter ist so bestattet worden. Und selbst in unserem Sachsen bieten die Beerdigungsinstitute solche Möglichkeiten an.

        Aber weißte was? Bleib lieber noch bissel unter uns.

        • Nein, ihr habt ja alle recht. In Bayern sind Seebestattungen nicht erlaubt – nur Urne, Sarg, Friedhof oder Friedwald…
          Na, das hoffe ich doch sehr, dass ich noch eine Weile unter euch bleiben kann! :-D

  3. Ich kann dich verstehen, wenn man mit einem Ort so verbunden ist, dann sind solche Gedanken völlig legitim, der Zeitpunkt für diese Gedanken ist dabei doch völlig egal, Klaus

  4. Ja Margot, ich kann dich durchaus verstehen. Sorge dafür, dass dieser Wunsch von dir dann auch wirklich ausgeführt wird.

  5. Eine schöne Idee und ein super Foto.

    Falls dein Plan nicht ausführbar ist, gäbe es noch Heiligenberg – eine Waldbestattung. Bis zum See wären es von da ca. 15 km – die könnte Frau/Geist durchaus schweben.

  6. Seebestattungen sind hier oben ja sehr verbreitet. Nordsee ist allerdings sehr viel teurer als Ostsee. Insofern stimmt das nicht, das in Deutschland Seebestattungen nicht erlaubt sind. Hier oben ist das sehr häufig und ich war selber schon auf einer.
    Klar, das Du im Bodensee verewigt werden willst. Nur das wir das wissen, wird im Zweifel nix nützen, Du solltest das dann wirklich testamentarisch absichern oder jemandem eine Vollmacht über den Tod hinaus geben (dieses Formulierung ist wichtig, damit derjenige auch ohne Testament handlungsfähig ist).

    • Muss ich diese Vollmacht über den Tod hinaus notariell beglaubigen lassen, oder genügt das, wenn ich das niederschreibe und handschriftlich unterzeichne?

      • Nein, die muß notariell beglaubigt werden. Damit kann der oder diejenige dann aber auch an alles ran… das will also überlegt sein. Meine Oma hat das gemacht, so konnte meine Mutter gleich handeln und mußte nicht auf die Testamentseröffnung warten. Es machte eh Sinn, weil meine Oma sich in ihrer letzten Zeit nicht mehr selber um Dinge kümmern könnte.

        • Danke, Birte! – Bei mir gibt’s nix zu holen, und meinem Bruder und seiner Familie vetraue ich…

          • hier in der schweiz ist es so das wenn jemand stirbt du die urne problemlos mit nach hause nehmen kannst nach der abdankung für familie, freunde etc. So war es im fall meiner mutter . Ich habe sie mindestens über ein jahr zuhause gehabt .. und was du damit machst ist eigentlich allen hier egal. Du kannst sie verstreuen wo immer du willst , ohne das du fragen musst!

            meine mutter ist heute im süden beerdigt, dort wo meine tochter wohnt . Meine tochter war die einzige die es nicht ertragen konnte ” kein grab zum trauern zu haben ” … und da die zwei schon immer extrem aneinander hingen , habe ich das zugelassen … ♥

          • Ich finde die Schweizer Regelung viel schöner und vor allem humaner als unsere steifen und starren Gesetze bezüglich der letzten Ruhestätte. Warum soll man mit den sterblichen Überresten nicht tun und lassen können, was man will? Es ist doch materiell betrachtet eh nur ein Häufchen Asche, absolut “bio” und umweltfreundlich, das verpestet nix nirgendwo, und tut doch auch niemandem weh…

  7. ich würde das für dich tun , sofern ich dich überlebe .. ich habe erfahrung damit. Lern mich doch einfach mal persönlich kennen :0)

    Ich meine es auch völlig ernst …..

  8. Wenn in Deutschland der Friedhofszwang mal wegfällt (unsere Nachbarn gehen anders damit um), würde ich einfach den Inhalt der Urne austauschen. Du solltest auf alle Fälle dahin dürfen, wo du hin möchtest.
    (Meine Güte, hast du heute ein ernstes Thema angeschnitten.)

    • Gute Idee, liebe Gudrun.
      Der Tod gehört zum Leben, heisst es so schön. Und in meinem Alter macht man sich allmählich schon so seine Gedanken darüber, die “Einschläge” kommen langsam näher… ;-)

  9. Liebe Freidenkerin, meine letzte Ruhestätte wird die Ostsee sein. Wenn du in den Bodensee gehst, dann treffen wir uns sicher beim großen Wassergeister-Treffen, findet ja bekanntlich jährlich einmal hier und einmal dort statt. Aber immer im Wasser. Alles Liebe Karin
    PS: Wo ist der Zwangsensemble Artikel geblieben?

  10. Du liebst diesen See wirklich! Wer bis jetzt daran gezweifelt hat, wird es spätestens jetzt erkennen

  11. Ich überlege noch, ob ich in Berndorf oben liegen möchte oder in den Rhein verstreut (in der Schweiz dann eben). Das ist jetzt nur halb Spaß, denn ich finde es legitim, selbst entscheiden zu dürfen. Leider ist das hier wieder mal rigide geregelt.
    Ansonsten stimme ich Ute zu. Du musst das regeln, wenn du das wirklich willst. Ich finde es gut, wenn man vorher alles bestimmt und wenn man nur sagt: mir ist es egal. Dann wissen die Angehörigen wenigstens Bescheid.
    So, aber nun lebe mal noch schön und lange und glücklich :-)

    • Dieser Körper ist Zeit meines Lebens mein “Transportmittel” gewesen. Bei einem alten Auto oder Fahrrad kann ich doch auch selbst entscheiden, wo und wie ich es entsorgen möchte. ;-)
      Ich werde mir allergrößte Mühe geben, liebe Ingrid, noch lange schön und glücklich zu leben. ;-)

      • Liebe Freidenkerin, ich recherchiere gerade auch zum Thema Seebestattungen im Bodensee für das Bayerische Fernsehen und suche Menschen, die den Wunsch haben, im Bodensee bestattet zu werden. Ich würde mich sehr freuen, wenn du dich bei mir melden würdest. :-) Sandra

  12. Liebe Margot,
    ein sehr schöner “letzter” Wunsch und Wille. Hoffentlich ist er eines fernen Tages auch erfüllbar. Ich kann Dich und Deine Gedanken gut verstehen.
    Liebe Grüße
    moni

  13. Wir möchten unter einem Baum vertreut werden. Das gibt es hier inzwischen auch schon.
    Wir wollen auch nicht, dass da Gräber sind, die gepflegt werden müssen.
    Wir haben auch schon oft und viel drüber gesprochen.

  14. Ja, liebe Margot, man kann durchaus seine eigene Beerdigung zu Lebzeiten planen. Das muss man nicht bei einem Notar tun. In einer schriftlichen “Totensorge” kann man jemanden bestimmen, der nach dem Tod alles für einen regeln soll. Man kann es aber auch selbst planen, indem man, wie man das hier in meiner Gegend tun kann, z.B. miti einem Beerdigungsinstitut alles ganz genau bespricht und festlegt, was man möchte und wie. Das wird schriftlich festgehalten und später auch so ausgeführt. Das muss man dann allerdings vorher bezahlen – auf ein Treuhandkonto. Ich habe mehrere Bekannte, die das so machen, bzw. gemacht haben.
    LG von Rosie

  15. So jung und schon solche Gedanken. Für mich ist neu, das Seebestattungen in Deutschland nicht erlaubt sein sollen. Hier gibt es Institute die sogar Seebestattungen in der Nordsee anbieten. Aber du hast vollkommen recht, im Bodensee ist es schöner als in der Nordsee. Dir noch einen schönen Abend. L.G. Ludger

    • Hach, danke für das schöne, indirekte Kompliment. ;-)
      Ich darf mich korrigieren – nicht in Deutschland, in Bayern sind Seebestattungen nicht erlaubt, da nimmt man’s sehr streng mit der letzten Ruhestätte – Friedhof oder Friedwald, was anderes geht da nicht. ;-)
      Ich wünsche dir auch noch einen schönen Abend!
      Liebe Grüße!

  16. Auf dem Bodensee verstreut zu werden, ist eine schöne Vorstellung, besonders wenn man diesen Ort so liebt wie du. Sich frühzeitig darüber Gedanken zu machen ist sehr sinnvoll, denn es könnte einem jederzeit etwas zustoßen – daran denken die wenigsten. Kommt es dann überraschend, kann man meistens nichts mehr ändern. Dazu gehört nicht nur die Wahl der Grabstätte, sondern auch das ganze Drumherum. Ich habe alles – krankheitsbedingt – schon seit Urzeiten geregelt. Man kann es zwischendurch ja immer wieder ändern, falls es die Situation bedingt.

    Liebe Grüsse, und dass wir noch ganz viel erleben können, kalle

  17. Hallo Sklavin von Frau Mieze Smokey,
    mein Paps musste leider auch vor etwas über drei Jahren gehen. Er hatte sich vorher keine Gedanken gemacht, was im Fall des Falles sein Wunsch ist. Da er früher Matrose war und aus Greifswald in M-V stammt, waren alle Familienmitgleider für eine Seebestattung. Die fand nur im Kreise der Familie statt, ohne Gaffer und sonstige Zuschauer, die dann hinterher noch ihr Beileid heucheln und nur gucken wollen, ob die Frau auch um ihren Mann weint. Wir fuhren mit dem Boot weit auf den Greifswalder Bodden hinaus und dort wurde seine Urne ins Wasser gelassen. Die Urne lös sich dann auf und die Asche verteilt sich im ganzen Bodden.
    Zu dem gibt es kein Grab, um das sich meine Mutter für die Leute kümmern muss. Denn Trauer findet nicht auf einem Friedhof statt, sondern im Herz. Mein Paps hätte von den Blumen sowieso nichts mehr.
    Wir fahren ab und zu an die Mole in Greifswald und werfen Rosen ins Wasser. Das geht auch sehr ans Herz. Für mich steht auch fest, dass ich eine Seebestattung haben will.
    Liebe Grüße Anja

    • Der Todestag meines lieben Papas jährt sich am 1. Oktober zum vierten Mal…
      Ich bin ganz sicher, dass dein Paps sehr mit seinem Seebegräbnis einverstanden gewesen ist…
      Es gibt ja vor allem in ländlichen Gegend diese “Berufs-Friedhofsgeher/innen”, die sich dann bei der nächstbesten Gelegenheit darüber auslassen, wer auf welcher Beerdigung was gesagt, wer geweint, oder eben nicht geweint hat…
      Ich finde auch, dass die Trauer, das Angedenken, im Herzen statt finden, und an keinen Ort gebunden sind.
      ♥liche Grüße!

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