Freunde und Helfer?…
… Heute mittag rief mich eine bislang unbekannte Nachbarin aus dem Haus schräg gegenüber an. Unser lieber Obst- und Gemüsehändler hatte ihr meine Telefonnummer gegeben, weil wir beide unter dem Lärm und der regelmäßigen Randale vor der Kneipe “Barer 47″ leiden, über die ich bereits mehrmals berichtet habe. Schlaf- und Kinderzimmer von Frau K. sind, wie meines auch, straßenseitig. Seit langem schon haben sie, ihr Mann, und ihre beiden kleinen Kinder, eines davon noch im Babyalter, große Probleme, wegen des nächtlichen Radaus vor der Lokalität ausreichend Schlaf zu finden…
… Wie ich hat Frau K. bereits etliche Male die Polizei angerufen und sich über den unzeitigen und andauernden Lärm beschwert. Danach beobachtete sie regelmäßig folgendes Szenario: Der Streifenwagen fährt vor, die Beamte steigen aus. Sie werden an der Tür bereits vom Wirt erwartet, mit Handschlag und Schulterklopfen begrüßt. Man plaudert in freundlichem, ja, kameradschaftlichem Ton ein Weilchen, dann fahren unsere “Freunde und Helfer” wieder davon. Für etwa eine Viertelstunde herrscht Ruhe. Dann wird wieder geschrien, gegröhlt, gegackert, gekichert und geplärrt wie zuvor, als sei nichts gewesen…
… Auch Frau K. ist vor einer Weile im zuständigen Polizeirevier vorstellig geworden, um Anzeige zu erstatten. Auch sie wurde abgewimmelt, anders kann man das nicht ausdrücken. Auch ihr wurde der Tipp gegeben, über einen längeren Zeitraum ein sogenanntes “Lärmtagebuch” zu führen. Auch ihr wurde mit dem “Argument” gekontert, an dem nächtlichen Radau seien einzig und allein jene Mitbürger/innen schuld, die vor gut zwei Jahren für das Nichtraucherschutzgesetz in Bayern gestimmt hätten, denn die Leutchen, die sich vor dem Lokal aufhalten würden, wären in der Regel nur vereinzelte “arme und bedauernswerte Raucher”. Der Einwand meiner Nachbarin, dass sie vor allem an Freitagen und Samstagen bis in die frühen Morgenstunden zwischen 150 und 200 Personen auf dem Gehweg vor der Kneipe “Barer 47″ zählen würde, und diese mit Sicherheit nicht nur Raucher wären, wurde mit einem Achselzucken abgetan…
… So ganz allmählich frage ich mich: Was wird da gemauschelt? Denn rechter Dinge scheint dieses überaus gute Verhältnis zwischen den Polizeibeamten und dem Wirt der Radaukneipe nicht zu sein. Ich frage mich auch, in welchem “Rechtsstaat” wir leben. Mit “Rechts” scheint hierzulande zunehmend die politische Ausrichtung, und nicht mehr der Begriff “Recht” gemeint zu sein. Der Anspruch auf eine ungestörte Nachtruhe ist ein Menschenrecht, und ich denke schon, dass unsere Ordnungshüter dazu verpflichtet sind, diesen, und uns Bürger, zu schützen…
… Die Polizei, dein Freund und Helfer? – Nein, daran glaube ich nicht mehr…
Dieser Eintrag wurde am August 26, 2012 um 3:43 nachmittags erstellt und unter 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Gesellschaft, Menschen, Sonstiges mit den Tags Anzeige wegen Ruhestörung, Freund und Helfer, Gedanken einer mündigen Bürgerin, Heimat, Kritische.Gedanken, Lokal "Barer 47", München, MeineWelt, Nachbarin, Nachbarschaft, Nachtruhe, Nächtlicher Lärm, Permanente Ruhestörung, Polizei, Radaukneipe, Sozialkritik abgelegt. Sie können die Antworten auf diesen Artikel durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Kommentare und Pings sind momentan deaktiviert.
37 Antworten zu “Freunde und Helfer?…”
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August 26, 2012 um 4:46 nachmittags
Leider weiß ich aus eigener, jahrelanger Erfahrung, was nächtlicher Lärm auslösen kann. Es ist eine Unverschämtheit, daß man da nix dagegen tut. Im Notfall hilft wohl nur, eine neue Wohnung zu suchen. So wie wir vor fünf Jahren …
August 26, 2012 um 6:14 nachmittags
Das kann doch nicht sein, dass ich für viel Geld und Mühen meine Wohnung aufgeben soll, die ich seit nunmehr über zwanzig Jahren inne habe, nur weil weder Kneipenbesitzer noch Ordnungshüter das Recht der Ruhe ernst nehmen!
August 26, 2012 um 6:48 nachmittags
Natürlich nicht, die Frage ist ja nur, wie lange hält man sowas aus, wenn alles, was man tut, vergeblich ist? Wie kann man endlich was erreichen? Am Ende ist man total krank vom Lärm und es wurde immer noch nichts verändert.
August 26, 2012 um 6:55 nachmittags
Da hast du natürlich Recht, liebe Ellen. Vielleicht ziehe ich doch noch an den Bodensee, dort ist’s viel ruhiger als hier in München…
August 26, 2012 um 7:02 nachmittags
Na, das wäre doch herrlich, und einen Job findest Du sicherlich auch, Du kannst doch gut mit Menschen umgehen. Und wenn Du Lust auf Stadt hast, fährst Du die “neue Strecke” eben andersrum! Gehst Bummeln in München und abends wieder in das neue Zuhause!
August 26, 2012 um 7:25 nachmittags
Hach, was wäre das schön…
August 26, 2012 um 4:53 nachmittags
Da habe ich ja Glück. Gegenüber ist eine Gastwirtschaft und schräg gegenüber ein Bistro. Da ist es auch schon mal laut. Aber in der Regel ist ab 24 Uhr Ruhe. Aber vielleicht nimmt man da in einer Kleinstadt mehr Rücksicht.
August 26, 2012 um 6:15 nachmittags
Ich glaube auch, dass man in einer Kleinstadt bzw. auf dem Land noch rücksichtsvoller miteinander umgeht.
August 26, 2012 um 5:22 nachmittags
Tja, letzens las ich in unserer Zeitung, dass die Polizei bei gestörter Nachtruhe gar nicht mer raus will. Das wären ja Aussichten!
Dazu passt dein Bericht ja ausgezeichnet.
Mein Cousin und seine Frau, eine echte Münchnerin, hatten das gleiche Problem. Außerdem wurde in deren Straße edelsaniert.
Sie sind also wseggezogen, aufs Land.
Raten kann ich dir leider nix.
August 26, 2012 um 6:17 nachmittags
Die “Freunde und Helfer” sind dazu da, um für Recht und Ordnung zu sorgen, und die Interessen der Bürger zu wahren. Dazu gehört die Wahrung der Nachtruhe zwischen 23.00 Uhr abends und 6.00 Uhr morgens. Und dafür bezahlen wir schließlich auch mit unseren Abgaben und Steuern. Und ich sehe nicht ein, dass ich meine seit über zwanzig Jahren angestammte Wohnung aufgeben soll, nur wegen einer Handvoll vermutlich korrupter Staatsdiener in Grün und einer Horde unerzogener und rücksichtsloser Rotzlöffel.
August 26, 2012 um 7:15 nachmittags
Bei uns sind sie inzwischen in Blau gekleidet, die Staatsdiener.
Aber das ist einfach der Hammer. Schulterkopfen und Nichtannahme der Anzeige.
Verweis auf Nichtrauchergesetz, also wirklich! Das ist doch alles Mumpitz!
August 26, 2012 um 7:26 nachmittags
Ach, ihr habt jetzt “Blaumänner” – wir hier noch die “Grünen Männchen”.
Stimmt, das ist meiner Nachbarin und mir sehr abstrus vorgekommen. Anrüchig irgendwie. Das lässt schon den Verdacht aufkommen, dass es da nicht mit rechten Dingen zugeht…
August 26, 2012 um 5:31 nachmittags
ooch, das geht bei mir noch weiter . . . nicht nur die blauen herren sind etwas fragwürdig in sachen Lärmbekämpfung. bei uns hat selbst das ordnungsamt die anzeige einfach nicht bearbeitet.
da ist nur noch ein weg – zum verwaltungsgericht- offen.
und ehrlich gesagt; das geht mir gegen den strich.
nicht weil ich damit viel arbeit und stress hätte, sondern : wie kann es sein dass eine klare gesetzliche vorgabe ( nachtruhe von 22:00-7.00) nicht anständig=korrekt be-und verfolgt wird ?
ist so wie mit dem Hartz4, 99% der bescheide sind fehlerhaft und die daraus resultierenden klagen beim Sozialgericht haben erfolg.
das ist doch gewollte u..n..d.. vom staat gesteuerte willkür.
DDRII ist hier im vollen gange – es merken nur die wenigsten . . .
August 26, 2012 um 6:18 nachmittags
Es mutet schon sehr seltsam an, dass die Interessen eines Kneipenwirts bei unserer Polizei mehr Gewicht hat als das Ruhebedürfnis der Anwohner…
August 26, 2012 um 8:19 nachmittags
Nach oben hin nachfragen. Dafür hat so was ja eine gewisse Hierarchie…
August 26, 2012 um 8:20 nachmittags
Gute Idee, lieber Jörg, danke!
August 26, 2012 um 8:48 nachmittags
und mit Beweisen antreten . Besser vielleicht noch Aufnahmen mit Datum/Uhrzeit, evtl. mehrere Betroffene mit einbeziehen.
Zeitung wird in so einer Stadt nicht viel bringen. Auf dem Land reichen da oft schon ein paar Leserbriefe
Grüße
August 26, 2012 um 9:09 nachmittags
Den Rat hat uns ein Bekannter auch gegeben. Fotografieren was das Zeug hält, immer mit Datum und Uhrzeit auf den Aufnahmen, und an das KVR schicken, immer, und immer wieder, bis eine Reaktion erfolgt…
Liebe Grüße!
August 26, 2012 um 9:06 nachmittags
Und das Umweltbundesamt rät: “Wenden Sie sich an den Betreiber der Gaststätte. Nächster Ansprechpartner ist das Gewerbe- und Umweltamt.”
August 26, 2012 um 9:10 nachmittags
An den Wirt haben wir uns schon so oft gemeldet, persönlich, telefonisch, per Mail. Man hat uns zu einem kostenlosen Drink eingeladen und beschwichtigt – gebracht hat’s nix…
August 26, 2012 um 8:43 nachmittags
Nach deiner Beschreibung kommt es mir
fast vor als wenn die “Freunde und Helfer”
mit dem Kneipenbesitzer ein Übereinkommen haben.
Sehr seltsam..
Herzlichst♥
August 26, 2012 um 9:07 nachmittags
Ja, genau, als ob da gemauschelt würde… Eine Ex-Schwägerin ist Polizistin gewesen, da bekamen wir so manchen Einblick, wie versucht wird, sich mit den Ordnungshütern gut zu stellen, obwohl eine Annahme von Geld bzw. Geschenken offiziell ja strikt untersagt ist.
♥lichst!
August 26, 2012 um 9:07 nachmittags
Ich habe auch 15 Jahre in München verbracht und nun habe ich keine Lust mehr auf Verkehrs Lärm, regelmäßig von meiner Nachbarn verparkte Einfahrt zu meiner Garage, von fehlenden Grünflächen für meine Hunde, von griesgrämigen Einwohnern…einfach von allem genug. Und bin weggezogen. Meine ehemaligen Nachbarn verstehen meine Entscheidung nicht, denn, angeblich jeder würde sich die Finger abschlecken nach diesem supertollen imageträchtigen Gräfelfing, wo es angeblich soooo schön sein soll. Also, jetzt verparkt mich keiner mehr, ich höre kein Lärm mehr, meine Hunde haben Wiesen und Felder. Den Einwohner konnte ich nicht entfliehen. Griesgrämigkeit und Unfreundlichkeit ist überall in Bayern an der Tagesordnung. Und trotzdem würde ich versuchen wenigstens die Ruhe finden. Eine Kneipe ist und bleibt eine kneipe. Eine Großstadt ist hektisch. Wenn du unbedingt dort leben willst, dann beisse ins saueren Apfel und toleriere das. Ganz einfach.
August 26, 2012 um 9:12 nachmittags
Nein, ich werde das nicht tolerieren. Ich lebe seit über zwanzig Jahren in diesem Viertel, und gut fünfzehn Jahre lang konnte man hier wohnen ohne nächtlichen Lärm, ohne Randale. Der Vorpächter der Kneipe hat sehr darauf geachtet, dass ab 23.00 Uhr vor dem Lokal Ruhe herrschte. Also ist so etwas möglich…
Ich würde nicht sagen, dass Griesgrämigkeit und Unfreundlichkeit in Bayern überall an der Tagesordnung sind. Ich bin in Bayern geboren und aufgewachsen, und habe bereits sehr viele freundliche und auch zugängliche Menschen kennen lernen dürfen. Es liegt stets auch an einem selber, wie man behandelt wird.
August 26, 2012 um 10:42 nachmittags
Jetzt wissen wir wo Du wohnst
August 27, 2012 um 6:30 nachmittags
*Gäääääähn!* Das wissen viele Leute… Jupp, der Hirni, was willst du denn mit meiner Adresse anfangen? Mir einen Liebesbrief schicken?
August 27, 2012 um 10:33 nachmittags
*gröhl*
August 26, 2012 um 11:02 nachmittags
Nun, ich würde dann halt versuchen, mich mit meiner Beschwerde direkt an den nächst höheren Dienstgrad zu wenden, z.B. an den Dienststellenleiter. Oder die permanenten Ruhestörungen beim Ordnungsamt melden. Vielleicht sogar persönlich vorstellig werden und wenn möglich, Beweise und Zeugen mitbringen. Denn wenn man sich zu mehreren zusammentut, ist das natürlich noch wirkungsvoller.
LG von Rosie
August 27, 2012 um 6:31 nachmittags
Meine Nachbarin und ich sind grade fleißig damit beschäftigt, etwas zu organisieren – Beschwerden beim KVR, beim Polizeipräsidium, beim Bezirksausschuss etc.
♥liche Grüße!
August 27, 2012 um 7:35 vormittags
Wir haben hier ähnliches Theater mit einem Übungsraum. Da wir aber in einem Mischgebiet wohnen, müssen wir mehr hinnehmen als andere, allerdings hat selbst der Polizist mit den Ohren geschlackert, als wir ihn mal zu einer Hörprobe in den Garten gebeten haben. Also dauernd das gleiche Spiel…. Polizei anrufen, die fahren hin, dann ist für den Rest des Abends Ruhe und nächsten Tag geht es von vorne los.
Ich würde mich auch mal eine höhere Stelle wenden. Bei uns wäre z.B. auch eine Anzeige beim Technischen Rathaus möglich, die auch für Umweltbelastungen zuständig sind und Lämr ist auch eine Umweltbelastun.
August 27, 2012 um 6:33 nachmittags
Wenn nach dem Aufkreuzen der Polizei ja wenigstens für den Rest des Abends Ruhe wäre! Damit wären wir ja schon höchst zufrieden! Aber dem ist ja leider, leider nicht so, liebe Birte. Der Krawall geht ja beinahe unmittelbar nach Abfahrt der höchst freundlichen Polizisten wieder von neuem los…
Wir sind dabei, jetzt ernsthaft Maßnahmen zu organisieren, Mittwoch oder Donnerstag treffen wir uns, um das mal genauer durchzusprechen.
August 27, 2012 um 9:30 vormittags
Aha…wie nett. Ich bin also selbst schuld, wenn der Nachbar aus dem Fenster mit der Schrottflinte auf die Kinder schiesst. OK. Paasst scho…machs guat und jammere nicht
August 27, 2012 um 12:39 nachmittags
Nun ja, als ich noch als Tresenschlampe tätig war, wurden die Freunde und Helfer vom Wirt geschmiert. Kann mensch nicht anders sagen. Die brauchten, wenn sie privat kamen, ihren Zettel nicht zahlen und es gab auch mal was ins Händchen gedrückt. Wenn Anzeigen und Beschwerden so lax behandelt werden, dann muss es nicht so sein, wie ich oben schrieb, aber….. Eine Schelmin die sich arges dabei denkt. Alles Liebe karin
August 27, 2012 um 6:35 nachmittags
Liebe Karin, ich arbeite seit ca. 35 Jahren in der Gastronomie.
Das ist so klar wie Kloßbrühe, dass da zwischen Wirt und Polizisten ein “gut geschmiertes Verhältnis” besteht. 
♥liche Grüße!
August 27, 2012 um 5:05 nachmittags
ich denke auch, dass man Recht auf Ruhe hat mit wenigen Ausnahmen und die Polizei sollte da mal etwas tun, KLaus
August 27, 2012 um 6:36 nachmittags
Weil die Polizei da aber so gar nix tut, werden wir Nachbarn jetzt endlich einmal so richtig aktiv werden…
Liebe Grüße!
August 27, 2012 um 10:39 nachmittags
Es scheint sich tatsaechlich niemand mehr vor mir zu fuerchten. Das war ja mal anders…
Schade eigentlich. Ich lege ohnehin bald eine kurze Pause ein – danach sind dann warscheinlich ohnehin ein paar andere Blogger dran. Eben Menschen, die mich noch nicht kennen und die sich erschrecken, wenn sie meine Texte lesen. Wuensche Dir trotzdem Alles Gute, Margot.