Blechschaden…
… Am Montag Nachmittag ereignete sich an der Kreuzung nahe der Wirtschaft ein Auffahrunfall. Eine junge Dame in einem Kleinwagen wollte rückwärts/seitwärts in eine Parklücke stoßen. Der Fahrer eines heran brausenden LKW’s bemerkte dies zu spät und rammte den einparkenden Wagen seitlich, nun eine Vollbremsung machend. Die Lenker zweier folgender PKW’s wurden von dem Geschehen dermaßen überrascht, dass sie nicht rechtzeitig reagieren konnten und nun ihrerseits aufprallten…
… Die junge Dame im Kleinwagen hatte sich Schnittverletzungen an der Hand zugezogen, verursacht durch das vom LKW eingedrückte Seitenfenster, eine Beifahrerin erlitt einen leichten Schock. Ansonsten gab es – dem Himmel sei Dank! – nur Blechschaden…
… Etwa zehn Minuten nach dem Unfall trafen mit viel Tatü-Tata an der Kreuzung ein: Der komplette Löschzug der Feuerwache Nord (insgesamt acht Einsatzwägen mit ca. zwei Dutzend Feuerwehrleuten), zwei Krankenwägen (insgesamt vier Sanitäter), zwei Notarztwägen (insgesamt vier Mann Besatzung) und vier Einsatzfahrzeuge der Polizei (insgesamt sechzehn Beamte)! Über eine halbe Stunde lang war die Wendl-Dietrich-Straße an der Kreuzung zur Renatastraße in beide Richtungen gesperrt. Nicht, weil die am Auffahrunfall beteiligten Karossen sich so sehr ineinander verkeilt hatten. Nein, der abgestellten Einsatzfahrzeuge wegen!…
… Was ist das für ein Unverhältnis? Einer an sich harmlosen Kollision wegen ein solches Großaufgebot „aufmarschieren“ zu lassen! In der NOTFALL-Ambulanz einer Münchner Klinik muss man Wartezeiten von bis zu sieben Stunden in Kauf nehmen, und ab dem späten Nachmittag kümmert sich nur mehr eine einzige junge und völlig überforderte Ärztin um die Patienten – und hier rasselten Feuerwehr, Notärzte, Krankenwagen und Polizeistreifen an ohne Ende, obwohl überhaupt kein Bedarf danach bestand!…
… Ist es vielleicht deshalb, weil derartige Einsätze vom – noch geduldigen! – Steuerzahler, vom „Stimmvieh“ finanziert werden?…
August 28, 2010 um 11:15 am
Das siehst du wahrscheinlich etwas verkehrt. Diese Situation hatte ich selber auch schon. Da haben dann wieder irgendwelche Anwohner überall angerufen und gesagt, da wäre ein Unfall – und jeder schickt was los, da sie es müssen.
Als ich damals den Autounfall hatte, standen da plötzlich auch mehrere Feuerwehren, Krankenwagen und Polizeiwagen… Ergebnis: 5 Autofahrer hatten angerufen, da wäre ein Unfall auf der Autobahn… aber NIEMAND hatte vorher angehalten um 1. Hilfe zu leisten… bis zum Eintreffen der ersten Einsatzkräfte, saß ich ganz alleine in der Böschung.
August 28, 2010 um 11:40 am
@Worti: Dass sich kein einziger Ersthelfer um dich gekümmert hatte, ist eine Sauerei sondergleichen!…
Gut möglich, dass da mehrere Anrufe an mehreren Stellen eingingen. Aber spätestens an der Unfallstelle hätte man dann doch die benötigten Einsatzkräfte koordinieren und den „Überschuss“ wieder weg schicken können, anstatt über eine halbe Stunde lang beide Spuren einer viel befahrenen Durchgangsstraße zu blockieren…
August 28, 2010 um 12:18 pm
Vielleicht haben die noch Kaffeepause gemacht
August 28, 2010 um 1:22 pm
@Worti: *Lach!* In der Nähe befindet sich sogar eine nette kleine Bäckerei mit Kaffee-Ausschank.
August 28, 2010 um 11:17 am
ich denke, daß die einsatzkräfte oft von mehreren leuten informiert werden und dann in der zentrale nicht gut genug koordiniert wird. oft neigen augenzeugen auch zur dramatisierung, ohne sich den schaden mal näher zu betrachten. unverhältnismäßig bleibt das alles trotzdem. auch zeugen stehen oft unter schock, alleine weil der knall so laut war, daß etwas ganz schlimmes passiert sein muß. glücklicherweise ist es ja relativ glimpflich ausgegangen.
ich wünsch dir ein unfallfreies wochenende!
August 28, 2010 um 11:43 am
@Wortfeile: Das hat ordentlich gekracht! Wir haben ja auch zuerst gedacht, dass da ein furchtbar schweres Unglück geschehen sein musste. Wir waren ungefähr dreißig Meter entfernt und hatten schon zum Spurt angesetzt, dann aber inne gehalten, weil innerhalb von Sekunden etliche Umstehende schon an der Unfallstelle zugange waren.
August 28, 2010 um 11:20 am
Kann sein, dass der Wortman Recht hat; sie haben wohl ihre Vorschriften, aber dann stimmt was mit den Vorschriften nicht.
Deshalb sollte jemand, der einen Unfall meldet, möglichst dazu sagen, wie viele Verletzte, wie schlimm verletzt (soweit man das einschätzen kann).
Liebe Grüße
Ingrid
August 28, 2010 um 11:45 am
@April: Da hapert es meiner Meinung nach irgendwie an der Koordinierung der Einsatzkräfte von der Leitstelle aus. Das müsste bei gezieltem Nachfragen bei Meldung eines Unfalles doch schon ersichtlich sein, dass mehrere eingehende Anrufe ein und dasselbe Unglück beschreiben…
Herzliche Grüße!
August 28, 2010 um 12:11 pm
Naja nach deiner Schilderung nach zu urteilen, konnte da auch noch mehr passiert sein. Es liest sich schon irgendwie sehr spektakulär und so ein Auffahrunfall mit einem LKW ist auch nicht zu unterschätzen, gerade weil er ja in die Seite gerauscht ist. Ich denke da hat ein aufgebrachter Passant die Polizei alarmiert und alles ziemlich überzogen. Ich gebe dir da aber vollkommen recht, dass es evtl. auch weniger Einsatzkräfte getan hätten. Zumindest bis das eigentliche Geschehen in Augenschein genommen und beurteilt wurde.
Gruß Yvonne
August 28, 2010 um 1:21 pm
@Yvonne: Gekracht hat’s ganz übel, das stimmt. Und ich denke mal, dass da mehrere Anrufe bei der Notruf-Zentrale eingegangen sind. Dann hat’s aber wohl mit der Koordinierung an der Unfallstelle gehapert. Man hätte innerhalb einer Viertelstunde das Ausmaß des Schadens feststellen und die zu viel hergeorderten Einsatzkräfte wieder abziehen können, ohne die Straße komplett für gut eine halbe Stunde für jeglichen Verkehr zu sperren…
Liebe Grüße!
August 28, 2010 um 12:41 pm
Es ist ja in Ordnung, dass das ganze Aufgebot anmarschiert ist. Aber dann hätte man vielleicht, nachdem man einen Überblick hatte, einen Teil der Einsatzkräfte schneller wieder wegschicken müssen. Na ja, lieber zu viel als zu wenig.
LG Ute
August 28, 2010 um 1:24 pm
@Ute42: Lieber zu viel als zu wenig – stimmt auch wieder… Anderswo muss ein kleines, schwerkrankes Kind nach einer mehrstündigen Irrfahrt völlig sinnlos sterben, weil keine Klinik im Umkreis von 150 Kilometern sich dazu bereit erklärt, es zur dringendst nötigen Behandlung aufzunehmen. Und hier rauschten zur Behandlung einiger oberflächlicher Schnittverletzungen zwei Kranken- und zwei Notarzt-Wägen an…
Herzliche Grüße!
August 28, 2010 um 1:00 pm
Liebe Margot,
deiner Schilderung kann ich nur zu 100% zustimmen!
Oft hab ich das Gefühl, statt an meinem Schreibtisch in einem amerikanischen Film zu sitzen, wenn wieder mal ein Konvoi von Löschmannschaften, Notarztwägen und Polizeifahrzeugen mit großem Tatü-Tata am Stachus vorbeibraust.
Und vermutlich wird’s in den nächsten Wochen noch schlimmer, wenn die Wiesn losgeht und das Westend zur Hochsicherheitszone erklärt wird.
Ein geruhsames Wochenende wünscht dir
Renate
August 28, 2010 um 1:27 pm
@Quizzy: Folgendes ist wahr, ein guter Freund hat das vor Jahren mit eigenen Augen beobachtet: Polizeiwagen fährt mit Blaulicht und Sirene an einer benachbarten Metzgerei vor. Sämtliche Passanten und Nachbarn bekommen große Augen und lange Hälse: Was mag da wohl Schreckliches passiert sein? Ein Beamter bleibt im Streifenwagen sitzen, der zweite steigt aus, geht in die Metzgerei, ersteht eine üppige Brotzeit, steigt wieder ein. Polizeiwagen fährt mit Blaulicht und Sirene von der Metzgerei wieder ab…
Wünsche dir auch ein gutes und schönes Wochenende!
August 28, 2010 um 1:34 pm
Das war in Bremen gang und gebe – mit Blaulicht zum McDoof
August 28, 2010 um 1:51 pm
@Worti: Und dann wundern sich Buletten und Co., dass sie kaum mehr ernst genommen werden.
August 28, 2010 um 1:16 pm
Ich glaube, ab drei beteiligtn Fahrzeugen gilt es bereits als „Masse“ und dann gibt es Vorschriften, wie viele Einsatzkräfte welcher Art sofort vor Ort anzutanzen haben.
Na ja, tanzen müssen sie dabei nicht gerade aber zumindest anwesend sein. Die Fahrerin des eingekeilten Fahrzeugs hätte ja tatsächlich gefangen sein können. In der Einsatzzentrale kann man sowas auf die Ferne nicht sehen. Und bevor ein Einsatzwagen nach dem anderen angefordert werden muss …
Stell Dir vor, es wäre wirklich mehr passiert (was ja bei dieser Konstellation nicht ganz undenkbar war).
Ne, ne, in dem Fall lieber einmal zuviel als einmal zu wenig.
August 28, 2010 um 1:30 pm
@Skryptoria: An sich hast du ja auch Recht: Lieber einmal zu viel als zu wenig. Aber man hätte die überflüssigen Einsatzkräfte nach Erkennen des Unfallgeschehens schneller wieder abziehen können… Es mangelt an der Koordinierung: Hier ein Zuviel, und anderenorts, wo schnelle und aufmerksame Hilfe dringend benötigt wird, gibt es ein Zuwenig…
August 28, 2010 um 3:15 pm
Na ja … das weiß man aber eben immer erst hinterher. Stell Dir vor (rein theoretisch bitte!!!), Du wärst eingeklemmt worden und die vertrösten Dich eine viertel Stunden lang, dass gleich ein Krankenwagen kommt. Weißt Du, WIE verflucht lang 15 elende Minuten sein können, wenn man richtig Schmerzen hat?
Die mussten vermutlich erstmal sichergehen, dass ihr Einsatz tatsächlich nicht benötigt wird.
Oder es waren wieder nur _so_genannte_ Fachleute am Werk, die am zwei Backsteinen jede Form von Übersicht verlieren und einfach erstmal etwas behaupten. Klar, kann auch sein.
August 28, 2010 um 4:03 pm
@Skriptum: Wahrscheinlich eine Mischung aus beidem. Die Dame, deren Fahrzeug seitlich vom LKW gerammt worden war, ist bei vollem Bewusstsein und jederzeit ansprechbar gewesen, man hätte da eigentlich schon abklären können, welche Einsatzkräfte denn nun wirklich erforderlich gewesen wären.
August 28, 2010 um 2:51 pm
Bei einem Verkehrsunfall wird tatsächlich erst einmal alles alarmiert, auch der Rettungshubschrauber, so jedenfalls bei uns, denn bei schweren Unfällen ist dringend stationäre Hilfe wichtig. Da sehe ich die Notwendigkeit ein und falls niemand sehr schwer verletzt wurde, dann düst der Rettungshubschrauber auch gleich wieder ab.
In der Notfallambulanz war ich früher oft, da die Kinder sich oftmals am Wochenende und am Mittwoch verletzten.
Einen Kinderarzt gab es da nicht, geholfen wurde lapidar, mit der Auflage in der Woche zum Ki – Arzt zu gehen.
KD war auch schon in der Notfallambulanz. Lange Wartezeit, nicht die kompetenten Ärzte, denn dort ist immer Wechsel der verschiedenen Ärzte, auch Gynäkologe….etc.
Der Vorteil aber ist der, daß wenn es etwas ernsthaftes ist, Du gleich auf Station kommst….aber das dauert, weil ja auch tatsächliche Notfälle dazwischen sind und auch die Menschen, die unter Woche keine Zeit haben. Das ist den Notärzten schon bekannt und bewußt, aber was sollen sie machen….??? Es werden eh nur Tabletten verschrieben oder ein Verband angelegt.
Es stimmt schon, die Notfallambulanz ist sehr, sehr schlecht ausgestattet, sowohl an Ärzten wie auch an ärztlichem Wissen !!
August 28, 2010 um 4:00 pm
@Fudelchen: Der Rettungshubschrauber hat in der großen Versammlung von Polizei, Sankas, Feuerwehr und Notärzten noch gefehlt, auf den hatten wir voller Spannung noch gewartet (ironisch gemeint), und uns stets gefragt, wo der denn nun landen könnte…
Die Ärzte-Situation in den Krankenhäusern und Notfall-Ambulanzen wird sich auch weiterhin verschlechtern, da sehr viele Mediziner ins Ausland abwandern…
August 28, 2010 um 3:03 pm
Im prinzip finde ich: Lieber zu viel Hilfe, als zu wenig, aber de facto sollen die Notfallmeldungen so gemacht werden, dass genau gesagt wird, was gebrahct wird. habe ja gerade ganz frisch mal wieder einen große 1. Hilfe kurs gemacht ,-) Und wenn die Melder das nicht können, sollte eigentlich gezielt hinterfragt werden. Auch hätte anhand de Angabe des Unfallortes ja gemerkt weden müssen, dass der selbe Unfall mehrfach gemeldet wurde… Aber selbst wenn nun mal alles da ist, was da war, hätte es dann gleich weitergeschickt werden müssen – nämlich dorthinm, wo es mehr gebraucht wurde als an dieser Unfallstelle, statt alles zu blockieren. Gleichwohl haben angerückte Kräfte auch Vorschriften und Formalitäten zu erledigen, bevor sie sich wieder vom Unfallort entfernen dürfen… Alles nicht ganz so einfach. daher am Besten: Gut erste Hilfe leisten und auch einen qualifizierten Notruf absetzen zu können.
August 28, 2010 um 4:01 pm
@GZi: Da gebe ich dir voll und ganz Recht!
August 28, 2010 um 4:12 pm
Ach du meine Güte.
Bin nur dankbar, dass ich solche Erfahrungen noch nicht machen musste.
Aber es ist schon irre. Was ist eigentlich, wenn an einer andern Stelle in München noch ein Unfall passiert?
Haben die denn dann überhaupt noch Wagen und Personal???
August 28, 2010 um 4:19 pm
@Minibares: Yupp. Ich bin von dergleichen auch bislang gottlob verschont worden.
Meine Liebe, München hat eine Einwohnerzahl von ca. 1,3 Millionen. Es gibt fünf große Hauptfeuerwachen mit ungefähr 500 hauptamtlichen Feuerwehrleuten und eine erkleckliche Anzahl Polizei-Stationen, dazu mehrere Dutzend Krankenhäuser. Ich denke doch, dass hier mehrere Unfälle gleichzeitig sich ereignen können, ohne dass ein Mangel an Einsatzkräften besteht.
August 28, 2010 um 8:02 pm
Die unterwegs sind, fehlen im krankenhaus. Ist doch logisch.
August 28, 2010 um 8:31 pm
@Theomix: Yupp.
August 28, 2010 um 8:24 pm
ich bin auch der Ansciht, lieber mehr als weniger, aber dann, wenn man sieht was los ist, sofort die zuvielen wieder wegschicken. Da haperts aber dann doch, dass dies nicht funktioniert
August 28, 2010 um 8:31 pm
@Vivi: Finde ich auch, dass es da dann schon an der Koordination hapert.
August 28, 2010 um 8:32 pm
Bei den Krankenwagen weiß ich nur, dass das auch oft private Unternehmen sind, die über den Polizeifunk davon hören und jetzt den fetten Bissen „Unfallopfer“ für sich schnappen wollen, da es ja dann ihr Verdienst ist. – Warum aber Polizei und Feuerwehr nicht besser koordiniert ausrücken, darüber habe ich mich auch schon sehr oft gewundert.
August 28, 2010 um 8:44 pm
@Himmelhoch: Ja, nicht wahr! Selbst wenn eine Person eingeklemmt gewesen wäre, auch wenn Benzin oder Öl ausgetreten wären und die Fahrbahn verschmutzt hätten, ein gesamter Feuerlösch-Zug mit insgesamt acht Fahrzeugen wie bei einem Großbrand wäre keineswegs vonnöten gewesen, genauso wenig wie vier Streifenwägen der Polizei…
August 28, 2010 um 10:27 pm
Stell dir vor, es kracht heftig und niemand kommt!
Zum Glück ist es ja recht glimpflich abgegangen.
Herzlich
Anna-Lena
August 28, 2010 um 10:56 pm
@Anna-Lena: Das wäre natürlich weitaus schlimmer!
Liebe Grüße!