STS 129 “Atlantis” – 16. Nov. 2009
… Ein Tag, der so anfängt, kann nur gut werden…
… T – 5:34:00: Man hat uns beim Kauf der Online-Tickets sehr wortreich angewiesen, spätestens um neun Uhr morgens im Kennedy Space Center zu sein. So hatten wir genug Zeit und Muße, uns ein sehr feines Plätzchen auszusuchen: An der Nordseite der Shuttle-Plaza, mit direktem Blick auf die Stelle, an der wenige Sekunden nach dem Start die “Atlantis” sichtbar werden würde…
… Man vertreibt sich die Zeit mit Mundharmonika-Spielen…
… oder Zeitung lesen…
… Zukünftige Astronauten/innen?…
… T – 3:00:00: Der Countdown wurde kurz vor dem Boarding der Astronauten angehalten. Zeit für einen immer noch sehr viel Freude bereitenden Besuch im Shuttle-Simulator und einem ausgedehnten Spaziergang. Faszinierend: Eine riesige schwarze Marmorkugel mit eingravierten Sternbildern schwebt scheinbar schwerelos auf einem dünnen Film aus Wasser und kann quasi mit dem kleinen Finger bewegt werden…
T – 1:00:00: Zum zweiten Mal wird der Countdown kurz unterbrochen. Allmählich füllt sich die Shuttle-Plaza, erwartungsvolle Hochstimmung breitet sich aus…
… Auch im Rocket-Garden wird’s nun richtig voll. Man hat Tribünen aufgestellt, um den vielen Tausenden Zuschauern die bestmögliche Aussicht zu bieten…
… Ein ehemaliger Astronaut beantwortet geduldig die ungezählten Fragen aus dem Publikum…
… T – 9:00: Letzte kurze Unterbrechung des Count-downs. Eine Viertelstunde später: “All systems show GO! STS Atlantis is ready for lift off!” Spätestens zu diesem Zeitpunkt waren wir allesamt auf den Füßen. Spannung und Erwartung konnte man förmlich körperlich fühlen…
… Hubschrauber kreisten über dem weitläufigen Areal. Die Highwaypolice sperrte bereits seit einer Weile die Zufahrtsstrassen ab…
… T – 3:00: Die Brücke zum Shuttle-Einstieg wurde beiseite geschwenkt…
… T – 1:00: Die Versorgungseinheit an der Spitze des Haupttanks wurde zurück gefahren…
… Das begeisterte Johlen und Klatschen vieler tausend Begeisterter begleitete jetzt jede Aktion an der Startrampe…
… Die letzten zehn Sekunden des Count-downs zählten wir allesamt laut mit…
… T – 0:06 wurden die Triebwerke gezündet…
… Hurrayh, and up she rises!…
… Das erste Foto habe ich mit freundlicher Genehmigung von der NASA-Homepage herunter geladen. Der Lift-off vollzog sich förmlich rasend, keine Zeit, gute Bilder zu machen. Zwei Sekunden nach dem Start wurde die “Atlantis” für uns über dem niederen Baumwerk von Merritt Island sichtbar. Es war ein sehr, sehr gleißender Lichtschweif, vom Shuttle selber war nicht viel zu erkennen. Die Raumfähre bewegte sich mit einer unglaublichen Geschwindigkeits himmelwärts. Es herrschte Stille. Erst als die “Atlantis” bereits das Rollover vollzogen hatte und auf dem Rücken steil gen Firmament strebte und die Feststoff-Booster sich lösten, erreichte uns die Schall- und Druckwelle. Es war, als hätte mir jemand einen Schlag auf die Brust versetzt, das mit Worten nicht zu beschreibende Grollen brachte den Boden zum Vibrieren. Acht Minuten später wurde der Treibstofftank abgeworfen, STS 129 “Atlantis” hatte die Umlaufbahn um die Erde erreicht…
… Rauchzeichen der modernen Art…
… Der Große Himmelsmaler sorgte dann abends für ein wundervolles und atemberaubendes Crescendo dieses ganz besonderen Tages…






















November 17, 2009 um 4:50 am
Das hast du toll beschrieben. Ich habe die Druckwelle auch förmlich auf meiner Brust gespürt. War aber warscheinlich nur die Spannung
Danke, dass ich Du uns teilhaben lässt.
Ich erinnere mich, im Kennedy Space Center auch ganz gerührt gewesen zu sein und habe kein solches Highlight erlebt. Und ich freu, freu, freu mich sooooo für Dich, dass es nun endlich geklappt hat und Du einen deiner Träume verwirklichen konntest. Was sagt Timo?
November 17, 2009 um 8:00 am
Wunderschön!
!
November 17, 2009 um 8:04 am
Wow! Ich freu mich riesig für dich, dass das geklappt hat!!!!! Ein wunderbarer Höhepunkt für eine Reise, die unter keinem guten Stern zu stehen schien. Aber diese Erinnerungen kann dir keiner mehr nehmen! Drück dich gaaaaaaaanz fest!
November 17, 2009 um 8:50 am
Wunderbar, wenn ein Traum so in Erfüllung geht!
Weiterhin viele schöne Erlebnisse
November 17, 2009 um 9:31 am
Schön anzusehen.
Und gut, dass es dieses Mal geklappt hat!
Noch eine gute Zeit! Lass es gut nachklingen…
November 17, 2009 um 11:23 am
Wow, ich hab’ in der Zeitung davon gelesen und gleich an dich gedacht.
November 17, 2009 um 11:35 am
unglaublich
November 17, 2009 um 4:09 pm
Faszinierende Bilder hast Du da für uns parat. Da kann man einfach nur neidisch über den großen Teich schauen. Lass es Dir noch gut gehen und genieß die Zeit!!! Liebe Grüße
November 17, 2009 um 7:04 pm
Schön, dass Du Dir diesen Traum nun erfüllt hast.
Wollen wir alle hoffen, dass sie wieder heil zurück kommt!
Ich fliege ja auch gern, der Start ist schon immer noch aufregend und ich liebe dieses Gefühl, doch am spannensten ist immer die Landung!
Liebe Grüße
Claudia
November 17, 2009 um 9:17 pm
Ein sicher unvergessliches Erlebnis. LG Takinu
November 17, 2009 um 10:15 pm
Absolut GEILES Foto vom Start
November 17, 2009 um 11:03 pm
@tonari: Habe euch virtuell sehr, sehr, sehr gerne an diesem Ereignis teilhaben lassen.
Wobei außer dem Shuttle-Launch für mich das größte der Shuttle-Simulator gewesen ist. Beim ersten Mal “mitfliegen” dachte ich mir noch, okay, die Chance, Astronautin zu werden, hab ich wohl verpasst, aber ich will wenigstens ein bisserl nachvollziehen können, wie sich das in der Realität so anfühlt. Und war dann so was von begeistert davon, daß ich die gesamte Halle am liebsten mit nach Hause genommen hätte.
Der Timo war auch sehr beeindruckt. Er hat später am Pool ein älteres Ehepaar kennen gelernt, das sich den Start von Cocoa Beach angeschaut hatte. Und hat dann ganz begeistert davon erzählt, daß er im Kennedy Space Center gewesen war. 

Na, wir Technik-Freaks laufen doch allesamt im Kennedy Space Center mit großen, leuchtenden Kinderaugen herum!
Mittlerweile läuft’s richtig schön rund. Er hat zwar keinerlei Orientierungssinn – wenn ich seinen wegweisenden Ratschlägen jemals Folge geleistet hätte, wären wir auf dem Weg nach Alaska und nicht in Richtung Key West unterwegs – und das, was man ihm erzählt, hat er nach einer Viertelstunde wieder vergessen, aber wir haben uns inzwischen prächtig zusammen gerauft.
Liebe Grüße, auch an deinen GöGa!
Wünsche euch noch eine schöne Reise!
November 17, 2009 um 11:07 pm
@paradalis: Das war’s in der Tat!
Das war einer jener Tage, von dem ich mich vom erwartungsvollen Aufstehen bis zum äußerst glücklichen und zufriedenen Schlafengehen an jeden einzelnen Moment bis zum Ende meiner Lebenszeit hier erinnern werde.
November 17, 2009 um 11:09 pm
@Sunny: Ja. Das wird mir auf ewiglich unvergesslich bleiben, jeder einzelne Moment dieses Tages. All der Ärger, das Hickhack im Vorfeld, die Mühen sind diesen Anblick wert gewesen.
Ich drück und knuddel dich auch gaaaaaanz doll!
November 17, 2009 um 11:10 pm
@Gisela: Ja.
Es ist ein besonders erhebendes, durchdringendes Glücksgefühl, wenn ein Lebenstraum sich erfüllt. Das werde ich nie vergessen.
Danke dir!
November 17, 2009 um 11:11 pm
@theomix: Danke dir!
Dieses Erlebnis war schlichtweg überwältigend!
November 17, 2009 um 11:12 pm
@april: Im Herzen habe ich euch allesamt mitgenommen gehabt!
November 17, 2009 um 11:12 pm
@Renee: Das war’s in der Tat!
November 17, 2009 um 11:14 pm
@Bärbeli: Danke dir!
Ja, das war ungeheuer faszinierend gestern! Ein Beispiel dafür, zu welchem Genius die Menschen fähig sein können.
Herzliche Grüße!
November 17, 2009 um 11:18 pm
@vodia: Danke dir!


Das war ein sehr erhebender Anblick gestern, wie dieser gleißend helle Feuerschweif mit dem eher winzig wirkenden Raumschiff an der Spitze in den Himmel geschossen ist. Schlichtweg unvergesslich!
Ich fliege auch ausgesprochen gerne, hab in meinen “wilden” jüngeren Jahren sogar mal in Unterwössen das Segelfliegen gelernt. Und Starts und Landungen faszinieren mich auch jedesmal. Zwischendrin ist’s – vor allem bei sehr langen Reisen – fast a bisserl langweilig, eher so wie Busfahren.
Herzliche Grüße!
November 17, 2009 um 11:19 pm
@Takinu: Das ist’s in der Tat! Bis zum Ende meiner Tage werde ich das nimmer vergessen!
November 17, 2009 um 11:21 pm
@Worti: Je, nun, wie gesagt, leider nicht meines.
Ohne Stativ, das ja im Koffer keinen Platz mehr hatte, und ohne einen Fernauslöser hat das Fotografieren wenig Sinn gemacht. So habe ich mich voll auf’s Zugucken konzentriert und erst, als das Shuttle schon sehr hoch war, blind mit der Digicam anvisiert und ein paarmal abgedrückt. Ich wollte mir dieses faszinierende Erlebnis, auf dessen Miterleben ich so lange, lange Zeit gewartet hatte, nicht dadurch versauen, indem ich angestrengt und vielleicht vergeblich durch den Sucher einer Kamera starre.
November 18, 2009 um 1:09 am
@ Freidenkerin
Da laufen sowas von jede Menge knuffiger Typen seiner Kragenweite rum…
Der Timo in Key West. Das stell ich mir gerade vor. Da musste den anbinden
November 18, 2009 um 1:35 am
Also das live zu erleben – Freidenkerin, ich beneide dich (im guten Sinn
).
Einfach toll, würde ich auch mal gerne machen!
November 18, 2009 um 2:10 am
@tonari: Dabei will der Gutste ja gar nicht nach Key West! Daß wir morgen dorthin fahren, um über die Insel zu bummeln und uns dann am Mallory Square den Sonnenuntergang anzuschauen, davon ist er keineswegs begeistert. Aber da kann er sich auffen Kopf stellen und mit de Füß’ wackeln, da fahr’n ma hin!
November 18, 2009 um 2:13 am
@TV-Dame: Dann mach’ das!
Es sind nur noch mehr sechs Shuttle-Missionen angesetzt, dann sollen die guten alten Stücke eingemottet werden. Wer weiß, was danach kommt. Die neu entwickelte “Arex-X”-Rakete soll ab Ende 2010 nur mehr Materialtransporte zur ISS durchführen, es ist ernsthaft geplant, die Astronauten mit den russischen Kapseln in die Erdumlaufbahn zu befördern.
November 18, 2009 um 2:21 am
@ Freidenkerin
Weiß er nicht, dass Key West quasi Gay-City ist?
Und bitte, bitte vergiss nicht, das Hemingway-House und die Katzen mit den sechs Krallen zu besuchen.
November 18, 2009 um 3:06 am
@Tonari: Ich habe bis jetzt noch nicht heraus gefunden, wie der Gutste seine drei mit auf die Tour genommenen Reiseführer liest. Vor ein paar Tagen sind wir Dutzende Meilen in die falsche Richtung gefahren, weil er zwar im Baedeker den Text über Florida’s größtes Weingut studiert hatte, aber völligst vergessen hatte zu erwähnen, daß man, um dorthin zu gelangen, bei Cremont auf den Higway 25 abbiegen muß. Kommentar: “Ach, das hab ich doch jetzt glatt übersehen!”
Oh ja, die berühmten Katzen mit den sechs Zehen. Mal schauen, ob wir dorthin kommen. Wir haben Zimmer in einem Motel auf Marathon Key reserviert, weil das eine Ecke günstiger war als in Key West. Der Gutste hat sich ja bei der Autovermietung nicht als zweiter Fahrer registrieren lassen. Und auch seinen Führerschein wohlweislich in München gelassen. Als ich mal der Neugier halber nachfragte, was er denn machen würde, wenn mir etwas zustoßen sollte, gab er zur Antwort: “Na, das Auto stehen lassen!”…
Deshalb bin ich alleindenkende, einzelkämpfende Fahrerin…
November 18, 2009 um 4:18 am
Du Ärmste.
Ich bin hier auch nicht so die Kilometerschrubberin, aber zumindest bin ich registriert und darf ablösen. Neulich in den Bergen wurde ich mir meines Guck-Handicaps mal so wieder richtig bewusst. Aber zumindest bin ich desöfteren schlauer als das Navi. Und das ist auch gut so.
Viel Spaß in Key West.
November 18, 2009 um 10:14 am
boooooooooaaaaaaaa isch das geil ;O)
ich habe natürlich via TV verfolgt ob auch alles gut gegangen ist und habe fest an dich gedacht. Ich denke das ist ein Erlebnis das du nie vergessen wirst .. super ;O)
November 20, 2009 um 9:13 am
Wooooow, einfach nur G**L!
Viele liebe Grüße,
Sabine
November 21, 2009 um 1:55 am
@tonari: *Lach* Ja, das Navi! Ich habe bewußt darauf verzichtet. Da die meisten Hotels und Motels ohnehin kostenfreien Internet-Zugang haben – außer Motel6, die verlangen ca. 3 $ pro Tag – habe ich mir die bevorstehende Reiseroute immer via Google Earth anzeigen lassen und aufgeschrieben. Und bin bislang wirklich sehr gut damit gefahren.
Liebe Grüße euch Beiden und noch viel Freude!
November 21, 2009 um 1:59 am
@amorak: Das wird mir auch stets unvergesslich bleiben.
November 21, 2009 um 2:24 am
@Sabine: Das war’s in der Tat! Einfach überwältigend und atemberaubend!
November 22, 2009 um 6:13 am
Sternenzauber…
Morgens im Zimmer einer Hotelkette im Wilden Westen. Er: „Lass uns LA großräumig umfahren!“ Sie: „Nö, wenn ich schon mal in der Gegend bin…“ Er: „Ich habe mehrfach gelesen, es lohne sich nicht. Gesichtslose Stadt, au…
Januar 9, 2010 um 3:47 pm
[...] Schönstes Ereignis? Das Veröffentlichen meines eigenen Buches „Die Spanschachtel“ bei BoD im Mai. Und der Start der Raumfähre „Atlantis“, den ich live im Kennedy Space Center mitverfolgen durfte. http://freidenkerin.com/2009/11/17/sts-129-atlantis-16-nov-2009/ [...]