Projekt ABC – 23. Woche – Buchstabe “V” (3)
Verliebt…
… in Berlin (Teil 2)
Nach einem ausgedehnten Frühstück ging es am Samstag Morgen schnurstracks Richtung Alexanderplatz. Zu Recht meinte Tonari, daß man sich vom Fernsehturm aus den besten Überblick über Berlin verschaffen könne. Ich muß zu meiner Schande gestehen, daß ich am Abend zuvor Rufe der Entrüstung bei meinen Gastgebern ausgelöst hatte, weil ich aus Versehen Funk- statt Fernsehturm gesagt hatte. Ich gelobe hiermit schriftlich und vor aller Welt, daß mir dieser Lapsus Lingue nie, nie, nie wieder passieren wird – und sollte ich hundert Jahr’ alt werden!
Nach dem Kauf der Tickets erfuhren wir, daß uns eine Wartezeit von ca. einer Stunde bevor stehen würde. Also machten wir uns auf die Strümpfe zu einen kleinen Rundgang…

… Unser Weg führte uns zunächst zum Neptunbrunnen. Er wurde auf eine Initiative von Karl Friedrich Schinkel im Jahre 1888 von Reinhold Begas entworfen und errichtet. Die vier, am Rande von Europa’s größtem Brunnenbecken sitzenden, Jungfrauen symbolisieren durch in den Händen gehaltene Gegenstände vier bedeutende deutsche Flüsse: Fischnetz + Weinlaub = Rhein, Holzklötze = Weichsel, Ziege + Fell = Oder, Ähren + Früchte = Elbe. Dahinter ragt die 1292 erstmals urkundlich erwähnte St. Marienkirche auf…

… Diese uniform gewandete Truppe mit den leuchtend roten Socken, Schuhen und Aktentaschen ist nicht etwa eine Abordnung von “Horch + Guck”, nein, es handelt sich hier um die Darsteller eines Werbespots für eine Schuhmarke, welcher grade in Szene gesetzt wurde…

… Diese beiden Herren, mit augenzwinkerndem und verschmitztem Berliner Schalk, der mich während des Wochenendes immer wieder sehr begeisterte und erheiterte, Sakko und Jacketti genannt, in Wahrheit handelt es sich hierbei natürlich um Karl Marx und Friedrich Engels, nahmen mich – vielleicht wegen meiner roten Jacke? – geduldig in ihre Mitte, damit die liebe Tonari a Buidl von uns Dreien machen konnte…

… Vorbei ging’s am Roten Haus vom Roten Klaus, dem Berliner Rathaus. Es wurde in den Jahren 1861 – 69 in Anlehnung an den Baustil der Hochrenaissance errichtet…

… Die Zwillingstürme der Nikolaikirche beschatten das gleichnamige Stadtviertel. Hier befand sich im Mittelalter sozusagen die Wiege Berlins. Nach den verheerenden Bombardements der letzten Kriegstage stand allerdings von den historischen Bauten kein Stein mehr auf dem anderen. Man hat während der vergangenen gut vierzig Jahre eine behutsame Rekonstruktion versucht, hier laden ruhige, kopfsteingepflasterte Gassen mit vielen niedlichen Geschäften und Lokalen, Denkmälern und Brunnen zum Stöbern und Verweilen ein…

… Heinrich Rudolf Zille – einer der ganz Großen Berlins. Er war Lithograf, Grafiker, Zeichner und Autor und fand die Anregungen für seine ungezählten Werke im sogenannten Berliner “Milljöh” der Kaiserzeit. Wegen seiner nicht nur ausgesprochen humorvollen, liebenswerten und warmherzigen, sondern sehr oft auch bitterbösen und sozialkritischen Darstellungen war er seinerzeit nicht ganz unumstritten…

… Ganz nahe bei Zille’s Statue findet sich diese wunderschöne Wasserpumpe…

… Wenn man mit Tonari auf Tour ist, darf natürlich das Bildnis eines Berliner Kanaldeckels auf gar keinem Falle fehlen…

… Während der Heilige St. Georg im Kampfe gegen den wilden, bösen Drachen verzweifelt nach seinem Schwert sucht, welches ihm vor einigen Jahren von Scherzbolden geklaut worden ist…

… Hund und Katz auf diesem schönen Gasthausschild einander zu haschen versuchen…

… und der Berliner Bär würdevoll hoch droben auf seiner Brunnensäule thront…

… hat seine gnädigste Frau Gemahlin – die mit dem Krönchen auffem Kopp – ihren Hofstaat zu einem kleinen Schwätzchen einberufen…
… Die Stunde näherte sich allmählich ihrem Ende, sie war recht kurzweilig vergangen, und wir machten uns auf den Rückweg zum Fernsehturm. Die Rundum-Ansichten von dort oben gibt’s dann morgen zu bestaunen…
Oktober 14, 2009 um 10:53 nachmittags
Das rote Haus und die Freidenkerin mit roter Jacke
Ich hätte ja wenigstens was weißblaues erwartet
Oktober 14, 2009 um 10:56 nachmittags
@Worti: Du wirst lachen, ich habe so eine Art Regenjacke mit gelb gefütterter Kapuze und gelben Ärmelaufschlägen, darin sehe ich aus wie ein etwas zu moppelig geratenes Münchner Kind.
Aber da der Wetterbericht nicht recht vielversprechend gewesen ist, habe ich mich für die rote Fleece-Jacke entschieden.
Oktober 15, 2009 um 5:51 vormittags
Ich glaube, Hund und Katze sind Fuchs und Iltis oder Frettchen…
Oktober 15, 2009 um 6:08 vormittags
war das schööööööön, danke … früher bin ich da jeden tag lang gekommen *träum* – freue mich schon wahnsinnig auf deine Aussichten von oben
Oktober 15, 2009 um 6:20 vormittags
Ach Mensch … ich will da wieder hin!!
Schöne Beschreibung!! Bin gespannt, wie es weiter geht!
Liebe Grüße und ich wünsche einen schönen Tag in die Runde!
Oktober 15, 2009 um 8:03 vormittags
Hach, schöööön
Oktober 15, 2009 um 9:08 vormittags
@Tonari: Ooops! Ich hab mir schon irgendwie ganz leis im Hinterstübchen gedacht, daß die Mieze etwas sonderbar aussieht.
Oktober 15, 2009 um 9:10 vormittags
@Renee: Bist du da auf dem Weg in die Arbeit gewesen? Oder hast du gar im Nikolaiviertel gewohnt?
Da ich ja heute keinen Kampf mit dem Hartz-IV-Antrag ausfechten muß, der ist so gut wie fertig und ich warte nur mehr auf ein paar Papiere, kann ich die Bilder vom Fernsehturm vielleicht a bisserl früher online stellen.
Liebe Grüße, wünsche dir einen schönen Tag!
Oktober 15, 2009 um 9:12 vormittags
@Paradalis: Daß du wieder nach Berlin willst, kann ich gut verstehen, mir geht’s genau so.
Vielleicht, vielleicht, vielleicht werd ich ja in der Vorweihnachtszeit wieder von meiner Standl-Familie für den Christkindl-Markt engagiert, dann könnt ich mir Anfang des neuen Jahres wieder eine Berlinreise leisten.
Herzliche Grüße, dir auch einen guten und schönen Tag!
Oktober 15, 2009 um 9:13 vormittags
@Sany: Jaaaa!
Oktober 15, 2009 um 9:34 vormittags
. . . und ich bin da so gern mitgegangen – bisous, Martha
Oktober 15, 2009 um 9:52 vormittags
@Martha: Danke dir!

Dann fahr’ doch heut Abend mit uns hinauf auf den Fernsehturm!
Liebe Grüße!
Oktober 15, 2009 um 9:59 vormittags
mach ich ganz sicher – danke für die Einladung, bisous, Martha
Oktober 15, 2009 um 9:59 vormittags
@Martha: Sehr gerne!
Wünsche dir einen guten und schönen Tag!
Oktober 15, 2009 um 10:04 vormittags
hast mail
Oktober 15, 2009 um 10:13 vormittags
@Worti: Hab ick schon jekieekt!
Oktober 15, 2009 um 2:10 nachmittags
Hihi, Händchen halten mit Marx
schöne Details und Impressionen hast du für uns ausgewählt. Da möchte ich am liebsten gleich mal nach Berlin, wo ich schon ewig lange nicht mehr war.
Oktober 15, 2009 um 2:31 nachmittags
Du liebe liebe Margot!! Ich hatte da heute etwas in der Post … ich kann dir sagen, mich hat es fast umgehauen!!
Hab lieben Dank und ich bin echt gespannt, ob irgendjemand erraten wird, dass dieses wundertolle Lesezeichen von dir ist … ab 24.10. stelle ich ja täglich ein anderes ein und ich bin wirklich schon total hibbelig, ob erraten werden wird, von wem welches Lesezeichen nun ist … es wird schwierig, da ich wirklich schon einige habe und ich natürlich nichts verrate!
*g*
Also danke danke danke!!!
Liebe Grüße
Heike
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Und natürlich hoffe ich, dass du über Weihnachten wieder arbeiten darfst. Das wäre toll, ich halte sämtliche Daumen die ich habe und von all meinen Bekannten und Freunden gleich mit!!
Oktober 15, 2009 um 2:32 nachmittags
Ich Dussel! Vor lauter Begeisterung für dein Lesezeichen habe ich vergessen, die Karte zu erwähnen!! Sie ist natürlich auch sehr schön!! DANKE!!!
Oktober 15, 2009 um 3:51 nachmittags
@April: Das war mir a bisserl a Seelischer Reichsparteitag, Händchen mit Karl Marx zu halten.
Heut Abend geht’s auf den Fernsehturm!
Liebe Grüße!
Oktober 15, 2009 um 3:54 nachmittags
@Paradalis: Schön, daß dir mein etwas unkonventionelles, aber durchaus der Wahrheit entsprechendes Lesezeichen so gut gefällt.
Und auch ich bin natürlich schon sehr gespannt, was da ab dem 24. Oktober bei dir so zum Vorschein kommt. 
Aber so ist das nun mal, wenn man als Hanna-Guck-in-die-Luft durch die Gegend spaziert. 
Gerne! Ich konnte es kaum glauben, daß mir in einer Drei-Millionen-Stadt keine Briefkästen aufgefallen sind.
Liebe Grüße!
Oktober 16, 2009 um 6:06 vormittags
ich hatte relativ in der nähe von Tonari gewohnt, musste am Alex umsteigen und habe in der Nähe vom Potsdamer Platz gearbeitet.
Oktober 16, 2009 um 9:34 vormittags
@Renee: Oh, da hast du ja einen ordentlich langen Arbeitsweg gehabt!
Wünsche dir, deinem Mann und dem Herzensschmusemiezekater Moritz ein schönes und erholsames Wochenende!
Oktober 16, 2009 um 9:31 nachmittags
danke
das wünschen wir euch beiden auch