Projekt ABC – 23. Woche – Buchstabe “V”
Verliebt…
… in Berlin (Teil 1)
Seinen Anfang hat das vergangene Wochenende irgendwann im Januar genommen. Die ausgezeichnete Fotografin und Fotokünstlerin Renee hatte das Projekt “30-Tage-30-Bilder-1-Objekt” ins Leben gerufen. Die Freude an dieser Aktion steigerte sich von Tag zu Tag, wir beflügelten einander mit Ideen und teilweise skurrilen Einfällen. Eine bis dato unbekannte Mitbloggerin und ich entdeckten, daß wir, was Humor und witzige Kalauer betraf, auf der selben Wellenlänge lagen, über viele beteiligte Blogs hinweg spielten wir uns gekonnt die Bälle zu. Keine Frage, daß wir nach Ablauf dieses herrlichen Projekts in Verbindung blieben, wir besuchten einander auf den Blogs so gut wie regelmässig, telefonierten, schickten uns E-Mails. Und irgendwann lud Tonari mich zu einem Berlin-Besuch ein…
… Vergangenes Wochenende ist es dann endlich so weit gewesen. Allein die Zugfahrt in die Bundeshauptstadt war ein Erlebnis für sich! Dank eines 29-Euro-Städtetickets durfte ich den größten Teil der Strecke in Regionalexpress-Zügen zurück legen. Achteinhalb Stunden mit gefühlten Hunderten von Haltestellen. Eine geruhsame Reise vom Bayerischen Voralpenland über die Donau, den Bayerischen Wald entlang, ein gutes Stück weit durch Thüringen – und dann wurde es leider finster. Ich bin weiß Gott alles andere als patriotisch eingestellt – doch nach dieser Tour fällt es mir leicht, freudig zu sagen: Deutschland ist in der Tat ein schönes Land!…
… Meine Gastgeberin holte mich im so gut wie nagelneuen, umwerfend futuristisch gestalteten Berliner Hauptbahnhof direkt am Bahnsteig ab. Sie bugsierte mich zum Auto samt Chauffeur (ihrem Ehegemahl). Und danach folgte eine atemberaubende Rundfahrt durch die bunt und hell erleuchtete Stadt! Staunen – Staunen – Staunen – und Freuen – anders kann ich meinen Gemütszustand während dieser gut einstündigen, unbeschwerten und gemächlichen Kurverei vorbei an so vielen Sehenswürdigkeiten Berlins nicht bezeichnen. Was mir bereits an diesem Abend bei Dunkelheit und Kunstlicht besonders ins Auge fiel: diese Großzügigkeit, Weitläufigkeit. Keine eng verstellte Innenstadt, die Menschen kaum Platz zum Atmen lässt, keine düsteren Straßenschluchten, in die tagsüber kein Sonnenstrahl fällt. Hatte ich lange Jahre vor der Glotze hockend bei so vielen Berlin-Reportagen den Kopf schon a bisserl ignorant über so viel neuartige, neumodische, auch extravagante Architektur geschüttelt, ging mir nun auf, mich auf dem Beifahrersitz windend und ver- und endknotend, um ja kein Detail zu verpassen, daß da genau der richtige Ort, die richtige Zeit für solch eine Art der Stadtgestaltung ist. Daß es sein muß, daß auf diesem dermassen geschichtsträchtigen Boden etwas Neues, Zukunftsweisendes entsteht. Ohne die Vergangenheit in Vergessenheit geraten zu lassen…
… Im großzügigen, hell und schön eingerichteten Fünf-Sterne-Wellness-und-Komfort-Ressort meiner Gastgeber bezog ich mein eigenes Zimmer für die nächsten beiden Tage. Und dann saßen wir am gemütlichen, blank polierten Holztisch der Essecke und ratschten und plauderten und tauschten uns aus. Und hätten wohl die ganze Nacht über palavern können. Aber Tonari und der beste aller Gästebetreuer waren von ihrer Arbeitswoche und einem langen Tag rechtschaffen müde. Und ich mußte mich vorbereiten. Auf den Samstag. Unter anderem auf dieses Wahrzeichen hier, das höchste Bauwerk Deutschlands…

… den Berliner Fernsehturm
Fortsetzung morgen!
Oktober 13, 2009 um 8:56 nachmittags
Unser Erstpalaver ging bis 1 Uhr und Du hast noch den Berlin-Guide und ein paar Aufgaben zur Vorbereitung auf den nächsten Tag bekommen *kicher*. So ein Städtetrip soll ja schließlich nicht nur Spaß machen
Ich greife vor, wenn ich schreibe, dass die Freidenkerin am Frühstückstisch parat hatte, wie hoch der Fernsehturm ist. Was sie nicht wusste (wissen konnte), dass die Antenne inzwischen ausgewechselt wurde und nun drei Meter höher ist
Böse Falle
Oktober 13, 2009 um 9:46 nachmittags
Lach mich echt weg – wenn man den Anfang so liest, komme ich glatt auf die Idee, du hättest Bayern noch nie verlassen – zumindest nicht innerhalb der deutschen Grenzen
Oktober 13, 2009 um 9:48 nachmittags
@Tonari: *Grins* Ja, ja, so Kulturreisen haben’s wirklich in sich.
Oktober 13, 2009 um 9:51 nachmittags
@Worti: Na ja, nicht so oft, wie man meinen könnte.
Als meine Großeltern noch lebten, haben wir manchmal die Ferien in Mannheim verbracht, mit der Berchtesgadener Faschingsgilde bin ich mal in Düsseldorf und Köln “gelandet”, und dank des Berufsverbandes VSR und anschließend der Geistesschule durfte ich a bisserl von Calw und Stuttgart kennen lernen. Und die Vorrundenspiele der Baseball-WM führten mich nach Regensburg – aber das ist ja noch Bayern.
Oktober 13, 2009 um 10:00 nachmittags
so richtig “weit weg” innerhalb Deutschlands ist das ja nun auch nicht. Wird also mal Zeit, dass du die Nordsee kennenlernst
Muss ich dich wohl nächstes Jahr mal mit in den Norden nehmen
Oktober 13, 2009 um 10:18 nachmittags
@Worti: Jooo, die Waterkant würde ich schon auch ausgesprochen gerne mal kennen lernen! Dein Angebot nehme ich jetzt frei aus’m Stand schon mal gerne und dankend an!
Oktober 13, 2009 um 10:33 nachmittags
so bald wir wissen, wie es für steffi, dich und mich nächstes jahr so läuft, kann man das mal ins auge fassen.
paradalis hat uns drei ja auch schon eingeladen
Oktober 13, 2009 um 10:40 nachmittags
@Worti: Ich weiß. Und diese Einladung möchte ich schon sehr gerne wahr nehmen.
Oktober 13, 2009 um 10:44 nachmittags
Das sehe ich ebenso
Oktober 13, 2009 um 10:47 nachmittags
@Worti: Womit wir Beide ja wieder einmal einer Meinung wären.
Oktober 13, 2009 um 10:51 nachmittags
Dein Beitrag macht mich vorfreudig auf Ende Oktober, da bin ich nämlich für eine knappe Woche in Berlin.
War zwar schonmal da, als Kind, aber ich kann mich nur noch an diesen riesigen Fernsehturm erinnern. Wir waren nichtmal an der Mauer. Zum glück ist sie nimmer da!
Für die Tage in Berlin habe ich schon eine Liste von “willichsehen” Projekten.
Freue mich schon und werde nachher berichten.
So kann man/frau sich auch den Winter versüßen.
Nachdem heute die letzten Rosen dieses Sommers geschnitten wurden.
“eine Rose rot und schön, blüht uns bis zum Wiedersehn”
hol Dir Deine ab bei mir, sie läßt Dich grüßen
von mir
Claudia
Oktober 13, 2009 um 10:55 nachmittags
@Claudia: Fast ne Woche in Berlin! Genial!

Brauchst du net no a Kofferträgerin, persönliche Assistentin oder so was?
Falls du ein Stück Original-Mauer besichtigen willst, dann schau dir die “East Side Gallery” an. Ca. eineinhalb Kilometer Berliner Mauer wurden an ihrem Platz belassen und von vielen Künstlern bemalt und gestaltet. Da das Bauwerk allerdings wegen doofer Graffiti-Sprayer und anderer unguter Zeitgenossen im Laufe der letzten Jahre sehr gelitten hatte, wurde es weiß übertüncht und ein Großteil der ursprünglichen Künstler ist jetzt mit der Neugestaltung beschäftigt. Aber sehr viele Werke sind bereits wieder fertig gestellt.
Hol mir die Rose gleich morgen früh!
Liebe Grüße!
Oktober 13, 2009 um 11:14 nachmittags
Wir sind eben ein gutes Team
Oktober 14, 2009 um 5:09 vormittags
Guten Morgen.
Irgendwie zieht es mich mit aller Gewalt auf deinen Blog, liebe Margot. Wie du weißt, liebe ich Berlin über alles. Und jetzt hältst du mir sämtliche Erinnerungen hautnah vor mein Näschen.
Danke.
-
Schön, dass ihr mich also besuchen werdet. Und wenn ihr erst wüsstet, wohin ich euch am “Tsg danach” sozusagen schleppen möchte … hihi!!
Liebe Grüße in den Tag.
Und in die Runde.
Heike
Oktober 14, 2009 um 6:09 vormittags
Was symbolisieren die 4 Maiden am Neptunbrunnen
Und was halten sie in den Armen?
Ist übrigens das größte Brunnenbecken Europas
Bin gespannt wie’s weiter geht
Oktober 14, 2009 um 8:55 vormittags
@Worti: So isses!
Oktober 14, 2009 um 8:58 vormittags
@Paradalis: Dann übt mein Blog also derzeit magnetische Anziehungskraft auf dich aus! *Grins* Det find ick jut!
Hast du mal in Berlin gelebt?
Also, ich bin ja schon sehr gespannt, was du da mit uns anstellen willst, wenn wir dich besuchen kommen!
Liebe Grüße, wünsche dir einen guten und schönen Tag!
Oktober 14, 2009 um 8:59 vormittags
@Renee: Ick hab deine Rätselfrajen jelöst.
Die Auflösung jibtet heut Abend. 
Liebe Grüße!
Oktober 14, 2009 um 10:26 vormittags
Ach wie spannend. Heute ist also schon “morgen” und der Tag ist halb rum. Wann gehts denn hier weiter? Sag blos, du hast noch anderes zu tun als deine Erlebnisse auszuschreiben? Kann das sein??
Nein, ich bin gaaaarnicht ungeduldig. Und neugierig auch nur ein kleines bisschen.
Oktober 14, 2009 um 10:34 vormittags
Oh ich kann dir nachfühlen, wie es dir da ging
….bei meinem Ausflug an Silvester nach Berlin ging es mir nicht anders. Nur hatten wir keinen Ortskundigen dabei, der uns hätte führen können…hätte mir gern auch alles erklären lassen.
Oktober 14, 2009 um 2:10 nachmittags
@Chinomso: Zur Zeit kämpfe ich mit dem Ausfüllen meines Hartz-IV-Antrags.
Wobei ich noch zu den Glücklichen zähle, die weder Familie, eine Lebensgemeinschaft und große Güter ihr Eigen nennen. Wenn man nix hat, sind die verschiedensten Formulare schon a bisserl einfacher auszufüllen. 

Aber ich verspreche dir, in ein paar Stunden geht’s mit meinem Berlin-Bericht weiter.
Liebe Grüße!
Oktober 14, 2009 um 2:12 nachmittags
@Gunny: Silvester in Berlin – das würde mich natürlich auch sehr, sehr reizen! Mal sehen, wie’s bis dahin bei mir jobmässig und finanziell aussieht.
Es gibt keine bessere Reiseleitung als eine liebenswerte, ortskundige, g’scheite und vielseitig interessierte Person, die noch dazu der Stadt sehr zugetan ist.
Liebe Grüße!
Oktober 14, 2009 um 2:19 nachmittags
Wo issen Teil 2
Oktober 14, 2009 um 2:24 nachmittags
Grade Tegernsee per Cam geguckt: Da ist schon alles voll geschneit *uff*
Oktober 14, 2009 um 2:44 nachmittags
Endlich komme ich dazu, deinen Reisebericht zu lesen. Und ich sehe, es ging dir ählich wie mir letztes Jahr. Ich bin am Bahnhof angekommen und habe mich einfach nur wohlgefühlt. Und das, obwohl ich eigentlich kein Großstadtmensch bin.
So, und jetzt scharre ich mal kräftig mit den Hufen und warte auf Teil 2
Oktober 14, 2009 um 3:13 nachmittags
@Worti: *Pffff!* Seid ihr aber ungeduldig!

Aber voriges Jahr hat’s auch so früh mit dem Wintern angefangen – und dann hatten wir im Januar und Februar kaum Niederschlag.
Ich muß mich auch noch a bisserl ums Überleben kümmern, daher habe ich jetzt STUNDEN (!!!) mit meinem Hartz-IV-Antrag gekämpft. Zum Glück habe ich jetzt bis auf drei Schriftstücke, die in Kürze eintrudeln müssten, alles beisammen.
Ja, heut Mittag hatten se im RTL-Mittagsmagazin eine Reporterin an den Spitzingsee geschickt. Und die stand so in etwa knöcheltief im Schnee.
Oktober 14, 2009 um 3:16 nachmittags
@Sunny: Allein der Hauptbahnhof ist ja schon mal eine Extra-Stunde gucken wert!
Ich bin gerne in München, obwohl ich ja an sich ein “Berg-Ei” bin, doch was das Weltstadtmässige – und die Freundlichkeit der Menschen! – betrifft, da ist Berlin um etliche Längen voraus.
Jetzt muß ich erst noch der Paradalis ihr Lesezeichen zur Post bringen, die Berlin-Karte an meinen Bruder + Familie abschicken, weil ich vor lauter Lasst’s-mi-a-no-mit in Berlin keinen Briefkasten entdeckt hatte, und dann ein gepflegtes Häppchen einwerfen – und dann geht’s an Teil 2.
Oktober 14, 2009 um 3:43 nachmittags
Schön, dass du schreibst, wie alles angefangen hat. Das gehört mit zu einer Reise (wieso gerade dorthin).
Oktober 14, 2009 um 4:08 nachmittags
Ja, der Hauptbahnhof ist wirklich toll. Hast das Rolling Horse von Jürgen Görth entdeckt? Ich stand eine ganze Weile davor, bis ich kapiert habe, dass das eine Uhr ist…
Oktober 14, 2009 um 4:10 nachmittags
bin doch gar nicht ungeduldig
Schon fertig??
Hier wechselt das Wetter momentan halbstündlich *pfff*
Oktober 14, 2009 um 4:16 nachmittags
Ach, DU treibst immer wieder die bösen Wolken zu mir hoch??
Oktober 14, 2009 um 4:48 nachmittags
Ich? Niemals nicht…
Oktober 14, 2009 um 4:58 nachmittags
*seufz* wie immer… Hast Glück gehabt, grad scheint die Sonne und die Blätter leuchten wunderbar golden im Abendlicht
Oktober 14, 2009 um 5:15 nachmittags
Na das hört sich ja schon mal richtig toll an
Nach Berlin möchte ich auch mal… Mal sehen wann ich es hin schaffe …
Oktober 14, 2009 um 9:15 nachmittags
@april: Danke dir.
Na ja, hätte ich direkt in Berlin zu erzählen angefangen, wäre ich ja quasi mitten hinein geplatzt.
Oktober 14, 2009 um 9:17 nachmittags
@Sunny: Oh, Mist, nein, das Rolling Horse ist mir leider überhaupt net aufgefallen. Muß beim nächsten Mal danach Ausschau halten.
Oktober 14, 2009 um 9:18 nachmittags
@Worti: Hier ist auch ein reger Wetterwechsel im Gange.
Da mich ein Berg Spaghetti Arrabiata ein wenig denkfaul machte, verzögert sich Teil zwei etwas.
Oktober 14, 2009 um 9:19 nachmittags
@Sany: Berlin ist schon ne Reise wert – mehr als eine…
Oktober 14, 2009 um 9:32 nachmittags
rolling horse…
die freidenkerin war am wochenende in berlin. und ist nun schwer verliebt. in berlin und auch in den hauptbahnhof. leider ist ihr dabei das rolling horse von jürgen görtz entgangen.
ich habe es bei meinem letzen berlinbesuch zufällig entdeckt (leider i…
Oktober 14, 2009 um 9:49 nachmittags
Extra für dich
Oktober 14, 2009 um 10:52 nachmittags
Hi Freidenkerin, um dieses Pferd zusehen, musst du nicht nach Berlin fahren. In Heidelberg steht auch eins dieser Viecher (http://de.wikipedia.org/wiki/S-Printing_Horse) . Aber Berlin mag ich, war dreimal dort, leider ist dies ewig her. Damals stand die Mauer noch, und das Erlebnis des “alten” Ostens werde ich nie vergessen. Besonders da wir wegen einem Schachturnier im Interconti untergebracht waren. Die Gegensätze Westen-Osten waren echt krass, um es mal milde auszudrücken. Ich war zuvor noch nie in einem solchem Luxushotel, und gleichzeitig der graue Osten….diese Eindrücke haben ich jetzt noch genau vor Augen.
Aber ich will jetzt nicht zuviel erzählen, sondern warte auf deinen Bericht,
drückerle Kalle
Oktober 14, 2009 um 11:00 nachmittags
@Sunny: Danke dir!
Oktober 14, 2009 um 11:03 nachmittags
@Kalle: Hier kannste erzählen, so viel du willst, mein Lieber!
Ich greife jetzt a bisserl vor, aber die bewegendsten Minuten meines Berlin-Wochenendes hatte ich am Brandenburger Tor. Wie viele Reportagen über dieses Sinnbild der zweigeteilten Stadt, eines geteilten Landes hatte ich in meiner Kindheit und Jugend gesehen! Und nun kann man frei und ungehindert, ohne von Mauern und Stacheldraht und Soldaten mit Gewehren im Anschlag hindurch gehen! Das hat mich umgehauen, da standen mir die Tränen in den Augen!
Herzliche Grüße!
Oktober 14, 2009 um 11:04 nachmittags
@ Kalle: Stimmt, in Heidelberg steht ein ähnliches. Deshalb wolltens die Berliner Künstler ja erst nicht, zu provinziell
@Freidenkerin: Sehr gern