Mit-Lauscherin
Nein, nein, ich bin keineswegs ein Mitglied der Firma “Horch & Guck” (Bundesnachrichtendienst) geworden. Auch wenn diese – noch – recht nahe in Pullach zugange ist. Ich offenbare hier auch keineswegs meine Leidenschaft, an fremden Türen zu lauschen oder durch Schlüssellöcher zu spähen. Es geht um etwas völlig Anderes…
… Gestern zu fortgeschrittener Abendstunde, als ich mich endlich von meinem Laptop und ausgedehnten Exkursionen durchs World Wide Web losreißen konnte, zappte ich noch ein Weilchen so kreuz und quer durch die Fernsehprogramme. Und stieß per Zufall auf eine ausgesprochen interessante Dokumentation, welche von der Wahrscheinlichkeit außerirdischen Lebens handelte. Leider, leider kam ich erst fünf Minuten vor dem Abspann hinzu. Aber was ich da zu sehen und zu hören bekam, elektrisierte mich förmlich und ließ mir die ganze Nacht über keine Ruhe mehr. Ein Professor der Astrophysik der kalifornischen Universität Berkeley stellte im Rahmen der SETI-Forschung (Search for Extraterrestial Intelligence) ein von ihm entwickeltes und bereits seit mehreren Jahren laufendes Projekt vor: Mithilfe einer unkompliziert herunter zu ladenden Software namens BOINC lässt sich jeder private PC mit seinen Großrechnern und Servern vernetzen. Dieses Programm nutzt die Ruhezeiten eines Computers. Erfolgt länger als drei Minuten keine Tasteneingabe, durchsucht, filtert und analysiert mittels BOINC die eigene Hardware Daten und Aufnahmen der Radioteleskope in Arecibo und des sogenannten Very Large Array in Arizona auf der Jagd nach den so heiß ersehnten Kurzwellensignalen, die eindeutig den Nachweis außerirdischer Intelligenz erbringen würden. Durch diese in Berkeley initiierte und mittlerweile in aller Welt verbreitete Software ist im Laufe relativ kurzer Zeit das größte Netzwerk aller Zeiten entstanden, über 300.000 private Computer sind bereits mit den SETI-Rechnern und Datenbanken gekoppelt – und die Zahl der Teilnehmer steigt ständig.
Ich konnte es heute Vormittag kaum erwarten, mich dem SETI-Projekt anzuschließen. Seit meiner Jugend bin ich felsenfest davon überzeugt, daß wir in diesem schier unendlichen Universum nicht die einzigen intelligenten Lebewesen sind. Und selbst wenn die Chance verschwindend gering sein sollte, Zeichen anderer Zivilisationen ausfindig zu machen – ganz aussichtslos ist dieses Unterfangen mit Sicherheit nicht! Nichts ist unmöglich – dies war vor etlichen Jahren nicht nur ein hervorragender Werbespruch, in diesen drei Worten steckt so ungeheuerlich viel: Pioniergeist, Wissensdrang, Mut, Tatkraft, Offenheit. Nichts ist natürlicher, als unsere Sinne auch hinaus in den Weltraum zu richten. Er ist unsere Heimat, nur durch eine hauchdünne, blau schimmernde Schutzhülle von uns getrennt. Und da draußen sind gewiss auch irgendwo unsere “Nachbarn”. Ich freue mich sehr darüber, heute ein winzig kleines Teilchen des Forschungsunternehmens SETI geworden zu sein.
Wer sich dafür interessiert: http://www.astronomie.de/bibliothek/initiativen/seti/seti.htm oder http://setiweb.ssl.berkeley.edu/ oder ganz einfach in die Guuugl-Maschine eingeben: SETI at home
Juli 31, 2009 um 8:35 nachmittags
da macht ein Freun von meinem Mann auch mit
Juli 31, 2009 um 8:38 nachmittags
@Renee: Ich bin vor etlichen Monaten durch eine Mitbloggerin schon mal auf dieses Projekt gestossen, hab das dann aber irgendwie wieder vergessen. Bis ich gestern dank dieser Fernseh-Dokumentation wieder darauf aufmerksam geworden bin.
August 1, 2009 um 9:38 vormittags
Na guck an was für ein Zufall
… seit gestern führe ich mir wieder ein Buch zu gemüte, dass davon handelt, dass die alten Ägypter evt. dch Kontakt zu außerirdischen Lebewesen hatten. Und ich meine eine ägyptische Gottheit würde auch Sethi oder Seth oder so ähnlich heißen
August 1, 2009 um 11:31 vormittags
@Sany: Seth, jawohl. Wenn ich mich recht entsinne, war das der Wächter der Pforte zum Totenreich. Sehr viele Astronauten sind übrigens felsenfest davon überzeugt, daß unsere Vor-vor-vorfahren in grauen Urzeiten von Reisenden einer außerirdischen Zivilisation kontaktiert worden waren. In den frühen Achtzigern hat es übrigens einmal ein sehr signifikantes Kurzwellensignal gegeben, es flackerte kurz auf, verlöschte jedoch, bevor es identifiziert und analysiert werden konnte.
Wünsche dir und deinem Anhang ein sonnenreiches und erholsames Wochenende!
August 1, 2009 um 5:15 nachmittags
Es wäre vermessen zu behaupten, wir wären “alleine” im All.
Bei 100 Milliarden Galaxien mit jeweils rund 100 Milliarden Sonnensystemen wohl eher unwahrscheinlich, dass wir alleine sind. Das Problem sind die immensen Entfernungen und ich bin überzeugt, mögliche andere Zivilisationen haben die gleichen Probleme wie wir.
Dazu kommt, wir suchen nach Leben im All – als Beweis nehmen wir “Wasser”. Die Essenz des Lebens – zumindest für uns Kohlenstoffeinheiten. Wer sagt denn, dass es nicht möglich wäre, Leben auf anderen Basen zu entwickeln bzw. sich entwickelt hat.
Vielleicht haben wir ja irgendwann mal die Chance auf ein Treffen und es wird auf beiden Seiten keine Version von “Krieg der Welten”.
August 1, 2009 um 5:20 nachmittags
@Worti: Eben. Es kann durchaus möglich sein, daß sich Leben auf anderen Basen entwickelt oder bereits entwickelt hat. – Auf der einen Seite: Wir kommen hier auf Erden nicht einmal mit uns selbst und unseren Mitlebewesen klar – wie liefe das mit einer völlig anders gearteten fremden Zivilisation ab? Auf der anderen Seite: Eine solche Begegnung wäre unter Umständen der schon längst einmal nötige Kulturschock, der uns Menschlein vielleicht endlich in die richtige Richtung schubsen würde.
August 1, 2009 um 5:43 nachmittags
Warum nicht Leben auf Siliziumbasis oder ähnlichen Stoffen – wenn wir mal von unseren Erkenntnissen ausgehen – vielleicht auch Stoffe, die außerhalb unseres Wissens existieren…
Einen Kultursachock würde es sicherlich geben und es wäre schön, wenn er wirklich heilsam sein würde…
August 1, 2009 um 7:19 nachmittags
@Worti: Eine solche Begegnung würde schon gewisse selbstverliebte, fundamentalistische und größenwahnsinnige Zeitgenossen “zusammen falten”.
Oder auch nicht. Wenn man sich alleine die Tatsache vor Augen führt, daß die meisten unserer Mitmenschen Tieren bis zum heutigen Tage das Vorhandensein von Intelligenz absprechen – was jeder nur bestätigen kann, der in Gesellschaft eines Tieres lebt – kann man schon durchaus Zweifel an der Weitsichtigkeit und Toleranz mancher hegen.
August 3, 2009 um 1:53 nachmittags
hi Freidenkerin,
das ist ja toll, dass mein stoeckchen auch bei dir zu lesen ist. ich schau ab und zu mal bei dir rein und was musste ich heute sehen? mein stoeckchen. es hat die runde durch einige blogs gemacht und das finde ich toll. haette ja nie gedacht, dass es so viel anklang finden wuerde.auch dir meinen herzlichsten dank fuer’s mitnehmen (ganz egal wo du es aufgefangen hast)
ich wuensche dir einen guten start in die woche
lieben gruss
Sammy
August 3, 2009 um 2:04 nachmittags
@Sammy: Sei gegrüßt!

Solche Stöckchen finde ich immer sehr interessant und sie zu bearbeiten macht mir auch viel Freude, weil das keine Nullachtfünfzehn-Standardfragen sind, sondern schon welche mit Tiefgang.
Dir auch einen guten Wochenstart.
August 5, 2009 um 7:57 vormittags
… sehr interessant, aber vielleicht leben sie ja schon unter uns
Vielleicht ist diese Seite auch interessant für Dich?
http://grenzwissenschaft-aktuell.blogspot.com/
Liebe Grüße Ronja
August 5, 2009 um 9:50 vormittags
@Ronja: Das kann durchaus der Fall sein. Mit derartigen Gedanken habe ich auch schon unzählige Male gespielt. Eine außerirdische Intelligenz muß bei der unbegrenzten Vielfalt des Universums ja auch nicht unbedingt eine körperliche Form angenommen haben, sondern könnte ja auch rein feinstofflich, geistig existieren, nicht wahr?
Danke für den Link, da werde ich heute noch vorbei schauen.
Grüßlis!
August 5, 2009 um 1:52 nachmittags
stimmt liebe freidenkerin, feinstofflich und geistig, ich könnte mir wirklich vorstellen, dass es so etwas gibt, denn wann man sich die Entwicklung der letzten 20 Jahre allein ansieht… da müssen wir homo sapiens doch eine “Eingebung” gehabt haben
Alles Liebe Ronja!
August 5, 2009 um 2:53 nachmittags
@Ronja: Ja, oder schau dir nur mal den gewaltigen Sprung vom durch den vorzeitlichen Urwald turnenden Affen zum aufrecht gehenden und Werkzeug benutzenden Menschen an, den man sich auch heutzutage wissenschaftlich nicht recht erklären kann.