“Warum werden wir jetzt nicht bedient?”
Das Unwetter kündigte sich mit dem Paukenschlag eines prasselnden, die Erde erbeben lassenden Donners an. Im Südwesten, unserer “Wetterecke”, hatten sich, recht unbeobachtet von uns, tiefschwarze Wolkentürme aufgebaut. Wir sind ein eingespieltes und erfahrenes Team, das Abdecken der vielen Tische im großen Biergarten und auf der weitläufigen Terrasse dauerte lediglich eine Handvoll Minuten. Kaum hatten wir Bestecke, Menagen, Servietten, Tischwäsche etc. ins Trockene gebracht, öffnete der Himmel auch schon seinen Höllenschlund, ein wahrer Wasservorhang ergoß sich über das Isartal, begleitet vom Rumpeln des Gewitters, welches inzwischen direkt über uns stand. Unsere Gäste, sowie etliche Wanderer und Radfahrer, die von den Unbilden der Natur überrascht worden waren, wurden vom Chef, der nahe der geöffneten Eingangstüre Position bezogen hatte, in die Wirtsstuben und den Saal dirigiert.
Natürlich lässt sich während eines derartigen Geschehens ein gewisses Maß an Unruhe nie vermeiden, da die im Hause Schutz und Geborgenheit Suchenden sich natürlich überall verteilen, und jede(r) Kellner/Bedienung sich “seine” Leute erst einmal wieder mühsam suchen muss. Ein Wirtshaus, Restaurant oder Biergarten ist in der Regel in diverse Reviere oder Stationen eingeteilt, für die jeweils ein Servicemitarbeiter zuständig ist. Dieser tippt die bestellten Speisen und Getränke mit seinem, ihm ausgehändigten “Schlüssel” in die Registrierkasse, kassiert, und gibt dann bei Dienstschluss den eingenommenen Umsatz beim Vorgesetzten ab. Jede(r) Kellner/Bedienung abeitet mit einem gewissen Grundstock an Wechselgeld, welches er/sie im Normalfall aus eigenen Mitteln zu stellen hat. Somit ist, denke ich, nachvollziehbar, daß man sich gerne einen Überblick verschaffen möchte, wo sich die “eigene” Klientel nieder gelassen hat.
Während dieser anfänglich etwas hektischen Minuten geschah es, daß ungefähr ein Dutzend Leutchen auf der lediglich teilweise von Schirmen geschützten Terrasse Platz nahmen. Nicht lange, und das Winken und Rufen nach Bedienung setzte ein. Ein Kollege von mir trat in die Tür und gab freundlich und für Alle verständlich kund: “Es tut mir leid, aber so lang’ mia a solches Sauwetter hab’n, servier’n mia draußen net.” – “Wieso nicht?” – “Weil’s giaßt wia aus alle Kannen, und koana von uns nass oder krank werd’n möcht’.” – “Wir hätten gerne etwas zu Trinken und eine Brotzeit, Sie werden doch dazu in der Lage sein, uns so was zu bringen!” – “Dann kommt’s doch bitt’schön ins Haus, es sind alle Stüberln und auch der Saal geöffnet, da finden’S bestimmt a schönes Platzerl.” – “Wir möchten aber hier draußen bleiben!” – “Dann ham’s Pech g’habt, da können wir Ihnen leider nix bringen.” Worauf einer der Clique, offenbar der Wortführer, aufstand und sich an unseren Chef wandte: “Sie, wir werden auf der Terrasse nicht bedient, das finden wir nicht okay.” Der Wirt entgegnete sanft und mit freundlichem Lächeln: “Ja, wissen’S, das habe ich angeordnet. So lange es dermaßen schüttet und wettert, möchte ich nicht, daß einer meiner Kellner oder Bedienungen durch den Regen laufen muß.” – “Ja, aber wir möchten etwas zu Trinken und auch eine Brotzeit.” – “Ich glaube, daß Ihnen der Schorsch, mein Ober, auch ausführlich zu Verstehen gegeben hat, daß das eben draußen nicht möglich ist. – Kommen’S doch mit Ihren Leuten nach drinnen, wir haben noch sehr viele schöne Plätze frei.” – “Das möchten wir nicht! Wir möchten auf der Terrasse etwas bekommen!” Das Lächeln des Chefs blieb unverändert milde, doch in seinen großen, hellblauen Augen begann es zu funkeln. Er zuckte mit den Schultern. “Es tut mir leid, auf der Terrasse wird nicht bedient, ich möchte nicht, daß einer meiner Angestellten nass, und dann vielleicht sogar krank wird.” Der Cliquen-Wortführer reckte das Kinn: “Sie und Ihr Laden hier sind… Nein, das sage ich Ihnen jetzt nicht.” Unser Chef wandte sich ohne ein Wort zu erwidern ab, um einige Neuankömmlinge zu plazieren. In der Folge kam Einer nach dem Anderen von der Terrasse an die Schänke, um sich sein Getränk selbst zu holen und hinaus zu nehmen. Der Tonfall dieser Mitmenschen war unfreundlich, agressiv, teilweise sogar beleidigend.
Diese Episode hat einen bitteren, unguten Nachgeschmack hinterlassen, der sich einfach nicht vertreiben lässt. Ich bin selbst passionierte Wanderin, zu Fuß oder per Drahtesel, ich weiß, wie das ist, wenn man auf dem Wege von einem Unwetter überrascht wird und Schutz suchen, vielleicht sogar in ein Wirtshaus einkehren muß, obwohl das weder in der Tour noch im Budget eingeplant gewesen ist. Doch es gibt Dinge, die ich nicht nachvollziehen kann: Was ist so schön, so unterhaltsam daran, inmitten eines Donnerwetters mit unangenehm heftigem Regen, Blitz und Donner, nur notdürftig geschützt vor dem Rasen der Natur, unbedingt, um jeden Preis, sogar ohne Bedacht auf das Wohl Anderer, im Freien ausharren, bedient werden zu wollen? Muß man wirklich, nur um seine Uneinsichtigkeit, Leichtsinn, Sturheit durchsetzen zu wollen, für Unfrieden sorgen? Sind solche Personen vielleicht Zeitgenossen, die im Job, Zuhause, in der Familie, unter Freunden, nichts oder nicht viel zu vermelden haben und jetzt unbedingt einen auf groß – “jetzt schaff’ ich mal an, jetzt bin ich der Boß!” – machen müssen? Profilierungsneurotiker vielleicht – “seht her, ich brauch’ nur zu winken, und schon kann ich den Deppen von Kellner durch den Regen sausen lassen!”?
Und was mir zusehends zu schaffen macht: Die Ungeduld, die Reizbarkeit, ja, stetig wachsende Agressivität einer erklecklichen Anzahl Mitmenschen. Die bis ins Maßlose gesteigerten Ansprüche – nichts scheint mehr schön, schnell, gut genug. Die Unnachgiebigkeit, das sture Beharren auf der eigenen Unvernunft – was wäre schon dabei gewesen, zu sagen: “Ja, ihr habt recht, wir wollen es Keinem von euch zumuten, sich unseretwegen einem solchen Sauwetter aussetzen zu müssen.” Es wäre ein Zeichen von Anstand gewesen, Rücksichtnahme, Menschlichkeit. Es wird oft so viel und so groß getönt von der “Servicewüste Deutschland”. Mag sein, daß eine nicht unerhebliche Anzahl von Beschwerden durchaus ihre Berechtigung haben. Aber – und das sollte man niemals vergessen: WIE MAN IN DEN WALD HINEIN RUFT, SO SCHALLT ES ZURÜCK!
Mai 2, 2009 um 9:17 pm
Ja, sowas ist echt blöd!
Ich muss sagen: ich liebe Gewitter! Und ich bin durchaus der Typ, der sich gerne draußen ein einigermaßen geschützes Plätzchen sucht um sich das ganze Spektakel aus nächster Nähe ansehen zu können. Aber das ist dann doch mein Bier. Da kann ich doch nicht von anderen erwarten, das sie mich dann da groß bedienen. Entweder ich sehe mir draußen das Gewitter an, dann bin ich da in der Regel alleine. Oder ich will mein Essen und Trinken serviert bekommen, dann begebe ich mich dahin, wo ich das bekomme. Und fertig.
Aber in meiner Bedienungszeit (ich hab das während des Studiums mal gemacht, aber nicht sehr lang ausgehalten) hatten wir auch hier und da ein paar seeeeehr merkwürdige Gäste…
Mai 2, 2009 um 9:30 pm
@zimtapfel: Auch ich liebe Gewitter, in meiner Kindheit war es der “Fernsehersatz”, auf eine Fensterbank gekuschelt, und von dicken Scheiben geschützt Blitz und Donner zu beobachten.
Ich bediene seit gut dreißig Jahren, und obwohl das an sich nicht mein Traumjob ist, habe ich dieses Metier im Laufe der Zeit doch auch lieben gelernt. Merkwürdige Gäste hat’s immer schon ab und an mal gegeben, aber meiner Meinung nach nehmen die unleidlichen, ungeduldigen, sogar agressiven Zeitgenossen zu. Ich behaupte jetzt mal, daß in keinem Land Europas die Arbeitenden im sogenannten Dienstleistungsgewerbe dermaßen von oben herab behandelt und als minderwertig angesehen werden wie in Deutschland. Das erklärt ja auch zum großen Teil die “Servicewüste”.
Vorkommnisse wie den geschilderten Vorfall habe ich schon des Öfteren miterleben müssen. Und nach heute Nachmittag dachte ich mir, da schreibst’ jetzt drüber, denn Schreiben reinigt die Seele, wie ich immer wieder feststellen darf.
Liebe Grüße, wünsche dir einen guten und schönen Sonntag!
Mai 2, 2009 um 9:27 pm
ohjee, was für typen … *kopfschüttel*
die muss man nicht verstehen …
Mai 2, 2009 um 9:32 pm
@Sany: Das kann man vermutlich als halbwegs gut erzogener und gesitteter Mensch auch nicht.
Mai 2, 2009 um 10:18 pm
Profilierungsneurotiker – absolut! Ganz Deiner Meinung. So ein Verhalten könnte mich auch echt immer aufregen. Leider muss ich Dir aber widersprechen – nicht nur in Deutschland wird das Service-Personal von oben herab behandelt. Auch hier in Spanien erlebe ich das, leider, sehr oft, dass sich Gäste, die vermeintlich zu Hause nicht viel zu sagen haben, wahnsinnig aufspielen
Nicht auszuhalten soviel Arroganz… Allerdings: in Spanien würde nie und nimmer niemand im Gewitter draußen sitzen, schon gar nicht, um etwas zu Essen
Mai 2, 2009 um 10:31 pm
@Masca: Schade, daß übles Verhalten dem Service-Personal gegenüber in Spanien auch vorkommt. Ich hätte jetzt eher gedacht, daß Südländer sich da anders verhalten. – Das ist bei uns leider bei jedem Unwetter die Regel, daß eine Handvoll Sonderlinge im Freien herum hängt und allen Ernstes erwartet, daß man ihnen trotz Sturm, Regen, Blitz und Donner aufwartet.
Mai 2, 2009 um 10:54 pm
Gewitter sind klasse. Ich mag die auch. Auf der Dult hat es auch kurz gerumpst und geregnet… da waren wir grade am Bücherstand.
Daumen hoch an deinen Chef. Er stand fest hinter seinen Leuten und hat eher auf ein Geschäft verzichtet, als seine Kellner raus zu jagen. Das lobe ich mir.
Diese Möchtegerne sind wahrscheinlich arme Leuchten, die mal cool sein wollten. Zu Hause sind sie dann ganz stille
Mai 3, 2009 um 7:37 pm
@Worti: Ja, die haben irgend einen Frust oder ein Minderwertigkeitsgefühl – und um das zu kompensieren, plustern sie sich andernorts auf. Unser Chef ist in dieser Hinsicht Klasse, er hat schon mehr als einmal Leutchen des Hauses verwiesen, die der irrigen Meinung waren, sich frech und ungebührlich aufführen zu dürfen.
Ich liebe Gewitter, ja, sie haben mich immer schon fasziniert.
Mai 2, 2009 um 10:54 pm
Hallo Freidenkerin,
Du redest wie ich, baierisch
Bin erst am Ende der Tassenaktion auf Dich gestoßen, weil ich nicht
mitgemacht habe.
Du hast ja wirklich nette Ideen.
Was das ungehobelt sein von Mitmenschen betrifft, frage ich mich auch oft was die denn davon haben so mies drauf zu sein.
Und über die Draussenbedientwerdenwoller:
vielleicht sind es welche von der Spezies der unleidigen Raucher, die nicht drinnen sitzen wollen weil sie dort nicht Qualmen dürfen.
Herzliche Grüße aus München
Claudia
Mai 3, 2009 um 7:42 pm
@Claudia: Willkommen auf meinem Blog.
Danke für dein liebes Kompliment.
So weit ich das gestern Nachmittag überblicken konnte, ging’s nicht ums Rauchen, jedenfalls nicht hauptsächlich. Ich kann’s net nachvollziehen, was in diesen Herrschaften vor sich ging, vielleicht war’s die Lust auf einen “besonderen Kick”, ein bißchen Angeberei – “schaut’s her, wie cool wir drauf sind, da tobt das gräßlichste Unwetter, und wir fühlen uns hier draußen wohl!” – Arroganz – “ich bin hier Gast, und wenn ich das so will, dann müßt ihr nach meiner Pfeife tanzen”…
Liebe Grüße zurück, wünsche dir eine gute und schöne Woche.
Mai 3, 2009 um 9:55 am
Ich finde es auch toll, dass euer Chef voll und ganz hinter euch steht. Das von dir beschriebene Verhalten ist wirklich zunehmend zu beobachten. Eine Freundin, die auch in diesem Bereich tätig ist, erzählt das auch immer wieder, wie Unverschämtheit, Rücksichtslosigkeit und Anspruchsdenken immer mehr um sich greifen.
Mai 3, 2009 um 7:45 pm
@april: Ja, das ist so! – Und dann wird gejammert und sich gewundert, warum niemand mehr in einem Dienstleistungsberuf arbeiten will. Ich habe vor etlichen Jahren mal zwei Semester Unterricht an der Berufsschule erteilt, gut ein Drittel aller Auszubildenden springen bereits nach dem ersten Lehrjahr ab, ein weiteres Drittel spätestens nach dem Berufsabschluß.
Liebe Grüße, wünsche dir eine gute und schöne Woche.
Mai 3, 2009 um 10:54 am
Unglaublich sowas … und ich kann dir in allen deinen erwähnten Punkten nur zustimmen, was die Eigenheiten so mancher Mitmenschen anbelangt. Ich find´s wirklich klasse von deinem Chef, dass er so hinter euch steht. Findet man auch nicht oft!
Mai 3, 2009 um 7:51 pm
@Mrs. Karibale: Ja, unser Chef und seine Frau haben uns gegenüber ausgesprochen viel Verständnis, sie sind sehr loyal. Wir dürfen in der Regel auch sehr selbständig arbeiten, essen, worauf wir Lust haben, Kuchen und Eis schnabulieren, und auch ein Feierabendbierchen oder Glaserl Wein sind erlaubt.
Liebe Grüße, wünsche dir eine gute Woche!
Mai 3, 2009 um 5:12 pm
Ich kann mich deiner Meinung nur anschließen: solche Leute gehen einfach gar nicht – überhaupt gar nicht!!
Ich mag Gewitter übrigens gar nicht, ja, ich habe regelrecht Angst, wenn es gewittert. Und ich brauche wohl nicht genauer zu schildern, was für einen Sprung ich gestern gemacht habe, als es bei uns einen Hammer-Eröffnungs-Donnerschlag gab…
Mai 3, 2009 um 7:54 pm
@Silvie: Oh, das fing bei euch also auch mit einem richtigen Paukenschlag an? Ich hab heut morgen erfahren, daß es nach dem starken Regenguss sogar recht arg gehagelt haben muß. Da war ich gottlob schon auf dem Weg nach Hause.
Zur “Belohnung” hatten wir allesamt heute einen wirklich wunderbaren Arbeitstag: Gutes Geschäft, gute Umsätze, keine Hektik, das lief immer so schön vor sich hin, bis in die frühen Abendstunden, und die Gäste waren heute ausnahmslos nett, sehr umgänglich und freundlich.
Liebe Grüße, eine gute Woche wünsch ich dir!
Mai 4, 2009 um 7:06 am
Sachen gibt`s….manche Dinge muss man wohl nicht verstehen…..
Gewitter sind nicht soo mein Fall, sie sind mir eher immer ein bisschen unheimlich.
Liebe Grüße
Katinka
Mai 5, 2009 um 3:10 pm
@Katinka: Gewitter mag ich sehr, aber ich käme nie auf die Idee, von Jemandem zu verlangen, durch den strömenden Regen zu marschieren, nur weil ich während des “Events” auf der Terrasse bedient werden möchte.
Da hast du Recht, man muß gottlob nicht alles verstehen!
Liebe Grüße zurück!
Mai 4, 2009 um 7:08 am
kann mich den Vorrednern nur anschließen. Solche Menschen gibts halt auch, aber man muss zum Glück nicht zwangsweise mit denen leben, sondern sie (falls man die Möglichkeit hat) des Hauses verweisen.
Gewitter mag ich übrigens auch.
Endlich wieder saubere Luft für Allergiker. *gg*
Mai 5, 2009 um 3:12 pm
@Gunny: Ja, aber das Schlimme ist halt, daß solche Zeitgenossen dann auch sehr gerne herum erzählen, wie “unverschämt” man sich in diesem “Laden” aufgeführt hat.
Ja, die reine Luft nach einem ordentlichen Gewitter ist eine wahre Wohltat!
Mai 5, 2009 um 10:30 am
Hallo liebe Freidenkerin,
ja, dieses Verhalten ist völlig unverständlich, egoistisch und ziemlich “dumm” obendrein. Aber ich finde es ganz toll, dass Ihr einen Chef habt, der sich um Euer Wohl kümmert und Euch solche Gäste nicht zumutet. Das gibt’s auch nur selten.
Ich finde es schon eigenartig bei Wind, Wetter, Blitz und Donner auch noch “draußen” sitzen zu wollen, wo sich doch wirklich alles in einen geschützten Raum flüchtet. Vermutlich hast Du Recht mit den Profilneurotikern, die gibts immer und überall
Ich verabschiede mich mal wieder für drei Wochen in den urlaub und wenn ich an München vorbeikomme, werde ich kurz winken!
Liebe Grüße Ronja!!
Mai 5, 2009 um 3:15 pm
@Ronja: Wenn ich dich vorbei flitzen sehe, winke ich zurück!
Wünsche dir einen schönen, erholsamen und sonnenreichen Urlaub.
Liebe Grüße!
Mai 5, 2009 um 11:14 am
ach so schade solche geschichten. aber du hast recht, von der seele schreiben hilft und vielleicht machts dann doch den einen oder anderen nachdenklich.
Mai 5, 2009 um 3:21 pm
@sachensucherin: Von der Seele schreiben hilft immer. Tags darauf bin ich völlig unbeschwert wieder in die Arbeit gegangen – und an diesem Sonntag hat einfach alles gepasst, es war perfekt, lauter sympathische, nette, geduldige und lustige Gäste, mit denen man auch mal ein Schwätzchen halten und Spässle machen konnte…
Da steckt man die ab und an einfallenden “Dünnbrettbohrer” schon leichter weg.
Liebe Grüße!
Mai 5, 2009 um 6:04 pm
ach, wie oft ich desselbe denke…doch jetzt nachdem wir ungezogen sind und in dieser sehr ruhigen Ecke wohnen, habe ich diese Ärger zahlmäßig halbieren können. Man soll sich nicht alles gefallen lassen.
Mai 5, 2009 um 7:06 pm
@Gwen: Nein, da hast du recht. Was keiner dieser “Profilneurotiker” bedenkt, ist der Umstand, daß wir uns ja während der Arbeitszeit, die manchmal bis in die Nachtstunden hinein dauert, nicht umziehen können. Wir müßten also in den durchnässten Klamotten weiter arbeiten – und ich denke, dies wäre schlichtweg unzumutbar.
Mai 6, 2009 um 6:54 am
Ich weis, was du meinst. Leider ist es auch so, dass negative Stimmen öfter und mehr gehört werden, als die positiven Stimmen. Bzw. braucht es auch wesentlich mehr gute Stimmen, um eine negative Stimme wieder aufzuwiegen. Und das ist echt Schwerstarbeit.
Und so entsteht natürlich auch das “schlechte” Image.
Mai 6, 2009 um 12:15 pm
@Gunny: Mein allererster Chef in der Gastronomie, von dem ich sehr viel lernen durfte, erklärte oftmals, daß es zehn Jahre brauche, um sich einen guten Ruf zu verschaffen, und einen einzigen Tag, um diesen wieder zu ruinieren. Es scheint eine menschliche Eigenheit zu sein, daß sich ein schlechter Leumund weitaus schneller verbreitet als eine positive Nachrede bzw. häufiges Lob.
Mai 6, 2009 um 1:08 pm
Dem letzten Absatz des Beitrags möchte ich nur zu gerne Beifall klatschen. Mein Metier ist der technische Softwarekundendienst und hier erlebt man vergleichbares, besonders in Sachen Anspruchsdenken und Wertigkeitsempfinden.
Mai 6, 2009 um 2:10 pm
@ruediger: Willkommen auf meinem Blog! Auch mein Bruder, der ein Elektrogeschäft führt, klagt zunehmend über die Rücksichtslosigkeit, übersteigerte Ansprüche und unhöfliches Verhalten seiner Kundschaft. Er mußte sich letztes Jahr von einer Kundin am Telefon übelst beschimpfen lassen, weil er sich weigerte, am Nachmittag des Heiligen Abend eine defekte Waschmaschine zu reparieren. Bei meiner Arbeit fällt mir mehr und mehr die wachsende Ungeduld und Reizbarkeit der Gäste auf.
Manchmal denke ich mir, wenn ich solch unschöne Szenen Revue passieren lasse, daß diese – im Grunde genommen Kleinigkeiten – Alarmsignale sein können. Warnungen, daß uns etwas ausgesprochen Ungutes bevor steht.