Auf dem Weg zur Arbeit…
… kam mir ein paar Meter von der S-Bahn-Station entfernt ein etwas ungewöhnlicher, kleiner Spaziergänger entgegen…

„Wie sonderbar. Du gehst zu Fuß? Bist du vielleicht verletzt, oder krank? Kann ich dir helfen?“, fragte ich irritiert das Rotkehlchen.
„Aber nein, mach’ dir nur ja keine Sorgen.“, zwitscherte der kleine Geselle. „Ich wollt’ nur mal sehen, wie sich das Marschieren anfühlt. Weißt du, Tag um Tag ständig fliegen, fliegen, fliegen, das wird auf die Dauer schon auch langweilig.“
„Nun, dann wünsche ich dir noch einen kurzweiligen und schönen Spaziergang.“
Ich verabschiedete mich und war nur wenige Schritte danach umgeben und beschirmt von einem wunderbar grünen, vom prasselnden Frühlingsregen blitzblank und rein gewaschenen Blätterdach und -vorhang.

Frau Butterblume grüßte regenfeucht.

Eine dicke Hummel brummelte geschäftig einher und gaukelte scheinbar leicht beschwipst von Blütenkelch zu Blütenkelch: „Feiner Nektar dieses Frühjahr *hicks!*. Süß und schwer und ausgesprochen gehaltvoll *hicks!*. – Ich darf von dem Zeugs nicht mehr so viel probieren, sonst find’ ich den Heimweg in mein Erdloch nicht mehr *hicks!*

In den Auslagen der Walderdbeeren wurde fleißig Reklame gemacht: „Bitte, beehren Sie uns in wenigen Wochen wieder! Wir verwöhnen Sie gerne mit unseren prallen, reifen, sonnendurchglühten, süßen Früchten!“

Wenn mich die Arbeitspflicht nicht gemahnt hätte, hätte ich mich für den Rest des noch jungen Tages auf diesem Waldwege verträumen und verlieren können…

Nach dem morgendlichen Regenguss boten die beblätterten Juwelierstände beiderseits des Pfades ihre wasserklaren, verführerisch blinkenden Pretiosen an.


Am Fly-In des McPiepmatz herrschte bereits in den frühen Morgenstunden reger Andrang.



Gestärkt und verzaubert durch die kleinen Wunder links und rechts des Wegrandes ging mir an diesem Tage die Arbeit besonders leicht von der Hand. Es lohnt sich in vielerlei Hinsicht, mit offenen Augen und einem kindlichen Gemüt durchs Leben zu gehen…
April 29, 2009 um 10:57 pm
Herrlich mit diesen Augen durch die Lande zu ziehem, und sei es nur durch das kleine Waldstück um die Ecke. Es gibt so viele kleine Freuden, die das Herz in Wallung bringen, oder ein Lächeln ins Gesicht zaubern….Liebe Freidenkerin, vielnen Dank, dass du uns auf diesen Spaziergang mitgenommen hast, und uns teilhaben lässt an deinen Begegnungen
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liebe Grüsse Kalle
April 29, 2009 um 11:01 pm
@kalle: Gerne geschehen, euch habe ich mit Vergnügen auf meinem Arbeitswege mitgenommen.
Liebe Grüße, hab eine Gute Nacht und schöne Träume.
April 29, 2009 um 11:09 pm
Wunderschöne Bilder, wunderschöne Gedanken. Danke!
April 30, 2009 um 8:32 am
@Masca: Gerne!
April 29, 2009 um 11:51 pm
wundervoll..
danke das du uns in deine Gedanken mitgenommen hast..
oh ja, es lohnt sich immer, mit offenen Augen und einem kindlichen Gemüt durchs Leben zu gehen…denn es giebt so viele kleine Dinge
die man sonst nicht sieht..
einen Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern ist
wie eine Geschenk an sich selbst.
Liebe Gute Nacht Grüsse..träum etwas schönes..Elke
April 30, 2009 um 8:34 am
@Nordstar: Da gebe ich dir so Recht! Und dieses Lächeln ins Gesicht zaubern erfordert so oft so wenig Mühe oder Aufwand.
Liebe Grüße! Wünsche dir einen guten und schönen Tag.
April 30, 2009 um 7:33 am
Ach ne, was ist das schön!
Wenn ich die Bilder betrachte und dann die Augenschließe, kann ich die Vögel förmlich zwitschern hören und den Wald riechen… ♥
Danke für diese wunderbaren Bilder!
April 30, 2009 um 8:40 am
@Sterntau: Wenn ich gestern nicht hätte arbeiten müssen oder die Chuzpe gehabt hätte, blau zu machen, hätte ich mich auf die steinerne Bank gesetzt, die auf halbem Weg am Abhang steht, und nichts anderes getan, als gelauscht, geschnuppert und endlos in dieses dichte, wundervoll klare, reine Grün geschaut.
Liebe Grüße!
April 30, 2009 um 7:57 am
Da kann ich mich meinen Vorrednern nur anschliessen
Werte Frau Freidenkerin, haben Sie vielen Dank für die Schätze am Wegesrand, die sie für uns entdeckten.
Das geht mir ganz oft so, das ich missmutig und blind für die Schönheit rings um mich her durch die Gegend stapfe und durch einen Vogel, der vor mir herhüpft oder im Gebüsch singt aus meiner Blind- und Starrheit gerissen werde und plötzlich mit Begeisterung feststelle, wiedie Welt um mich her vor Schönheit funkelt.
Liebe Grüße,
Martina
April 30, 2009 um 8:45 am
@Ritterstern: Diese Schätze habe ich sehr gerne für uns Alle „eingefangen“.
Manchmal nehme ich voller Bedacht eine frühere S-Bahn, damit ich mir auf dem Weg ins Isartal schön Zeit lassen kann. Und dann wird gebummelt, geschaut, gestaunt, geschnuppert – und das ist dann – nebst leckerem Frühstück mit einem Eimer Milch oder Tee – die schönste Grundlage für einen guten Arbeitstag.
Liebe Grüße!
April 30, 2009 um 5:13 pm
Schöne Bildersammlung und den kleinen Piepser hat ja super erwischt.
April 30, 2009 um 5:49 pm
@Worti: Beide, ja, das „spazierende“ Rotkehlchen und die Blaumeisen am „Fly-In“.
Auf die Gefahr hin, jetzt für bekloppt gehalten zu werden: Ich spreche ganz sanft und leise mit den Piepmätzen, das bringt meiner Meinung nach viel Erfolg beim Fotografieren.