Meine chaotische „Denk- und Fabulier-Fabrik“

Da hat mich die liebe Lisa mit einem Stöckchen beworfen: Ein Abbild meines Desktops. Nun, bitte wegen des offensichtlichen „Saustalls“ nicht erschrecken – hier ist es. Beleuchtet von meiner antiken Lampe, die ich sehr schätze, eine normale Schreibtischlampe war mir zu uninspirierend und nichtssagend. Rechts darunter der Manuskripthalter mit dem Packen meines Romanes „Begegnungen im Park“, welchen ich ebenfalls auf meinem Blog in Fortsetzungen veröffentliche. Die Wand dahinter zieren wunderschöne Aufnahmen, nicht von mir, sondern im Deutschen Museum erstanden. Sie umkränzen ein Foto, welches am Tage der Sonnenfinsternis gemacht wurde, auch nicht von mir, sondern von einem jungen Berchtesgadener Künstler: Die fast völlig bedeckte Sonnenscheibe über dem Massiv des Watzmannes schwebend. Das Spiegelteleskop ganz rechts wurde mir zu meinem zehnten Geburtstag geschenkt, es hat also bereits mehr als 42 Jahre auf dem Buckel und ist eine ganz liebe Erinnerung an die Zeit, als ich mit meinem Blutsbruder und Sandkastenfreund Wolfi des Nachts im taufeuchten Gras hockte und unendlich ferne Sterne, Planeten, Sternschnuppen und unseren Mond betrachtete. Es ist auch eine Art erhobener Zeigefinger für mich, niemals Wissenshunger und Forscherdrang erlahmen zu lassen. Mittels des Globus davor suche ich sehr oft nach Traumzielen, jene, die ich bereits ausgekundschaftet habe und solche, die ich gerne einmal erfahren möchte. Die Holzkiste rechts beinhaltet diverse Schreibutensilien, links davon deutlich erkennbar die obligatorische Pfütze Rotwein, heute abend ist es ein 2007er Shiraz „Yellow Tail“ des südostaustralischen Weingutes Casella Wines. Sehr malerisch aber ausgesprochen unordentlich über die gesamte, aufgebockte Holzplatte verteilt ist eine Unzahl an Notizen, DVD’s, CD-Roms, Bücher, ausgedruckten Informationen, CD-Rohlingen, DIN-A-4-Papier. Ich habe aber trotz des offensichtlichen Chaos nie Probleme, irgend etwas zu finden. Hinter dem Laptop versteckt sich der Drucker. Der Bildschirmschoner meines PC’s zeigt einen Sonnenuntergang an der Amalfi-Küste, eine von vielen Erinnerungen an diesen Urlaub, die mir sehr teuer ist. Ich träumte sieben Jahre lang, beinahe eine alttestamentarische Zeit, von dieser Reise, bevor ich sie endlich antreten konnte. Jede Sekunde davon war ein Hochgenuß. Mein Schlepptop ist ein Hewlett Packard, ein drastisch reduziertes Vorführmodell, aber nicht eines, auf welchem bereits Tausende ungewaschene Finger herumklopfen durften, sondern quasi der Reserve-Spieler, der hinter den Kulissen noch original verpackt auf seinen Einsatz wartete. Ich befreite ihn von diesen sicherlich trüben Aussichten und nahm ihn mit. In den zwölf Monaten seit seiner Anschaffung hätte ich ihn manches Mal am liebsten aus dem Fenster geschmissen – ich habe aber auch unendlich viel Freude an ihm. Meine Katze Smokey zieht es vor, in meinem Lesesessel unweit der Balkontür, schnarchend nachzudenken, daher ist sie nicht auf diesem Bild. Auch nicht meine Kamera – logischerweise. Meine Wenigkeit ist ebenfalls nicht zu sehen. Aber im Rahmen der Fotoaktion „30-Tage, 30-Bilder, 1-Objekt“ wird es vermutlich eine nächtliche Aufnahme von mir im Schlafanzug an einer Trambahnhaltestelle geben.
http://freidenkerin.com/
Januar 7, 2009 um 8:28 pm
wow! das ging aber schnell … und so viele spannende details. toll. vielen, vielen dank für diesen einblick, den du uns da gewährst! mein schreibtisch ist nicht so detailreich abgebildet, weil ich zur zeit ohne die meisten meiner sachen auskommen muss. (die liegen alle noch in umzugskisten gestapelt im keller – eigentlich wohne ich hier momentan nur übergangsweise).
Januar 7, 2009 um 8:36 pm
ich mag dein chaos
) toller schreibtisch und tolle detils
Januar 7, 2009 um 8:36 pm
Sieht sehr gemütlich und schaffend zugleich aus!

Ich hatte auch lange Zeit nur den Laptop, aber innerhalb von 2 Jahren ging mir 2 x die Tastatur daran kaputt. Jetzt habe ich ihn auf das Regal verbannt und benutze einen großen Bildschirm und eine extra Tastatur, um den Läppi zu schonen …
Liebe Grüße
Ellen
Januar 7, 2009 um 8:36 pm
Aber die liebe kleine Emma ist sehr schön zu sehen. Katzenkinder sind schon extrem bezaubernd.
Januar 7, 2009 um 9:08 pm
ein teleskop… *sabber*
Januar 7, 2009 um 9:13 pm
Das ist leider mittlerweile dermaßen verzogen, daß eine Reparatur sich nicht lohnen würde. Es hätte aber auch in der Münchner Innenstadt wenig Sinn, weil die Sicht durch die umstehenden hohen Häuser und die Umweltbelastung sehr eingeschränkt wäre. Noch ein Tipp, da du ja jetzt bald in die Gegend kommst: Es gibt unweit des Ostbahnhofs die Volkssternwarte München, die haben etliche Teleskope auf dem Dach und eine Menge an Öffentlichkeitsarbeit zu bieten. Ein Besuch dort lohnt sich immer.
Januar 7, 2009 um 9:35 pm
das ist aber ärgerlich
danke für den tipp. ich guck gerne in die sterne
Januar 7, 2009 um 9:45 pm
na ein kreatives Chaos muss auch sein …
mich kribbels im moment wieder in den Fingern, was zu schreiben, aber lernen für die Prüfung geht vor, so kritzle ich meine ideen lediglich in mein notizbuch …
Januar 7, 2009 um 9:55 pm
@Sany: Gut so, dann gehen sie dir nicht verloren und du kannst sie nach den Prüfungen umsetzen und ausarbeiten. Auf alle Fälle drücke ich dir für deine Tests oder Examen oder so was schon mal kräftig die Daumen.
Januar 7, 2009 um 10:32 pm
Freidenkerin, überall der weitblick – globus, teleskop, fotos aus dem all – und desktop-hintergrund. Und je nach abfüllmenge hilft auch der 2007er Shiraz dazu
Januar 7, 2009 um 10:37 pm
Der köstliche Tropfen aus Australien wird stets so sorgsam dosiert, daß er möglichst beflügelt und nicht lähmt. Ich nehme mir da gerne ein Beispiel an Jesus, ich befürchte, daß du da auch wieder mit meiner Interpretation nicht konform gehen wirst, aber ich denke, Jesus hat auch einen guten Wein, ein sorgfältig zubereitetes und schmackhaftes Essen und Gespräche und Gedanken mit Weitblick zu schätzen gewußt.
Januar 7, 2009 um 10:54 pm
Total konform!
1. Hochzeit zu Kana, sorgt dafür, dass der beste wein am schluss kommt. Und verringert den wasservorrat.
2. wird „Fresser und Weinsäufer“ genannt. Das image kriegt man nicht vom kurzen nipen am gläschen!
3. was macht er, kurz bevor er den häschern ins netz geht? Essen und trinken!
„auch wieder“ – na, was soll das denn heißen? Ich habe doch erst einen beitrag „durchkommentiert“
Januar 7, 2009 um 10:58 pm
Dann gebe ich dir mal den Link zum zweiten Beitrag: http://freidenkerin.com/2008/12/21/der-fremde/
Januar 7, 2009 um 10:59 pm
Nicht ganz ernst gemeint: *Schmunzel* Wenn du alle meine Beiträge durchkommentieren willst, wirst du viel Zeit brauchen, es sind über hundert.
Januar 7, 2009 um 11:11 pm
zu spät, hechel, hechel
Januar 7, 2009 um 11:16 pm
Lieber theomix, niemals hetzen. Auch der allmächtige Schöpfergeist hat die Welt nicht an einem einzigen Tage erschaffen. Er hat sich viel Zeit damit gelassen. Das heißt, er nimmt sich immer noch viel Zeit damit. Schlaf gut. Ich freue mich darauf, morgen wieder mit dir Gedanken austauschen zu dürfen.
Januar 8, 2009 um 8:44 am
Hui, das ist aber eine gemütlich anmutende Denkzentrale, gefällt mir sehr sehr gut ♥
Das Teleskop hätte ich auch zu gern…
Januar 8, 2009 um 8:54 am
Auch mitgemacht.
http://seelengedichte-seelengedanken.designblog.de/kommentare/meine-auszeit-ein-stoeckchen-….124/
Sorry, daß es so recht ordentlich aussieht …
Ich habe noch einen normalen Schreibtisch, wo ich alles handschriftliche erledigt. Dort kann dann durchaus auch mal ein bißchen Chaos sein.
Liebe Grüße
Ellen
Januar 8, 2009 um 10:45 am
@Ellen: Dein Heiliger Platz gefällt mir sehr gut, da läßt es sich bestimmt sehr gut träumen und kreativ sein. Du brauchst dich doch nicht entschuldigen, daß es sehr ordentlich bei dir ist. Ich wünschte, ich hätte mehr Ordnungssinn abbekommen.
Januar 8, 2009 um 1:49 pm
Ein Manuskripthalter … genial! Wie hält der denn? Sich selbst, meine ich, ich kann es nicht erkennen.
Da bin ich aber froh, dass es nicht nur bei mir so chaotisch auf dem Schreibtisch aussieht. Der sieht immer unaufgeräumt aus – auch wenn er gerade aufgeräumt ist.
Ob ich auch ein Foto machen soll? Hm, ich weiß noch nicht.
Januar 8, 2009 um 2:22 pm
Liebe Vera, der Manuskripthalter wird mittels Klemme an der Schreibtischkante befestigt. Hinter der Auflagefläche für Buch, Notizen etc. befindet sich ein Gestänge mit zwei Gelenken und zwei Federn, so daß man sich den Halter passend in Höhe und Neigung zurecht rücken kann. Mein Vater hat ihn mir vor Jahren einmal zum Geschenk gemacht, wo er ihn erstanden hatte, weiß ich leider nicht, ich denke, am ehesten ist so was in einem Bürogroßhandel aufzutreiben.
Ja, mach’ doch beim Schreibtisch-Stöckchen mit! G’schlamperter als meiner ist deiner mit Sicherheit nicht.
Januar 8, 2009 um 3:26 pm
melde Vollzug
http://alltagmalanders.wordpress.com/2009/01/08/stockchen-kreachaos/
Danke für die Erklärung. Aber ob das Teil auf meinem Schreibtisch noch Platz hat, weiß ich nicht. Mal sehen …
Januar 9, 2009 um 9:50 am
soooo. habe meine idee, die bilder in eine blogroll zu „verwandeln“ umgesetzt …
Februar 13, 2009 um 5:00 pm
Chaos, liebe Margot, ist es nur für andere. Für einen selbst ist das schlicjht die hauseigene Ordnung. (Wenn ich da an meinen „Schmeißraum“ denke – - -)
Lieber Gruß aus dem Norden.
Eckard
Februar 13, 2009 um 5:17 pm
@Eckard: Schmeißraum? *Grins!* Das klingt irgendwie lustig, kannst du mir das bitte erklären?
Februar 13, 2009 um 10:28 pm
Na logo. Das ist der Raum, in dem man zunächst alles einfach ‘ablädt’, reinschmeißt – und liegenlässt. Bei mir ist das das ehemalige Kinderzimmer. Als solches wird es schon seit 23 Jahren nicht mehr gebraucht. Daraus könnte man durchaus eine kleine Geschichte machen, aber lieber nicht. Gelegentlich werde ich Dir mal erzählen, was sich darin noch so verbirgt. Werte besonderer Art. Eigentlich eine Schande, dass ich den Raum so liderlich belasse. Aber: ich finde dort alles wieder. Chaos? Ja, aber!
Noch weitere Fragen? Ich beantworte alle – und ehrlich.
Gute Nacht, Monika.
Eckard
Februar 14, 2009 um 8:18 am
Ohje, Margot, kannst Du mir diesen Lapsus verzeihen? – Die Monika lebt 9 Zeitzonen weiter westlich.
Solltest Du mir nicht verzeihen können, dann stimme ich hier ein Wolfsgeheul an, das bis nach München zu hören sein wird.
Eckard
Februar 14, 2009 um 12:26 pm
@Eckard: Das ist doch nicht schlimm! Mein Vermieter schreibt mich seit Jahren mit „Monika“ an. Monika, Martha, Margot – alles halb so wild.
Februar 16, 2009 um 2:42 pm
Hi Margot. bin wieder zu Hause. Da hab ich ja nochmal Glück gehabt. (Gilt auch für ‘Filmtipp’
) – Wie ich sehe, liebst Du – wie ich – Sonnenuntergänge. (Sag nun nur nicht, der Hintergrund auf Deinem Schlepptop wäre ein Sonnenaufgang. -) Die schönsten Sonnenuntergänge sah ich an der Nordsee in Dänemark. Das hängt aber auch immer von der Zeit und der Bewölkung ab. Und meistens hat man dann keinen Fotoapparat dabei.
Aber auch hier – so 20 km nördlich von Hannover – gibt es mitunter schöne Sonnenauf- und -untergänge. Zeitweilig zieren sie dann den Laptop. Zur Zeit jedoch ist es eine schöne weißlich-violette Mohnblume.
Herzlichen Gruß
Eckard
Februar 16, 2009 um 5:50 pm
@Eckard: Schön, daß du wieder zuhause bist. – Die herrlichsten Sonnenuntergänge überhaupt habe ich am Strand von Waikiki beobachten dürfen. Sobald meine unzähligen Aufnahmen von meiner Hawaii-Reise digitalisiert sind, gibt’s mehr davon! – Wobei, wenn ich’s recht bedenk’, ein Sonnenaufgang in den Alpen, hoch über dem Tal in völliger Stille und Einsamkeit haut einen auch um.