Buchstabe H – wie Himmelsmaler (der Große)…
… verschwenderisch mit seinen Farben spielend tauchte er vor einigen Tagen den Münchner Abendhimmel in flammendes Rot…


Buchstabe H – wie Himmelsmaler (der Große)…
… verschwenderisch mit seinen Farben spielend tauchte er vor einigen Tagen den Münchner Abendhimmel in flammendes Rot…


Buchstabe H – wie Heimat – Teil 2
Ich wurde in einen wunderschönen Winkel dieses Planeten Erde hinein geboren, bin dort aufgewachsen, hatte eine unbeschwerte und freie Kindheit verbracht. Ich habe die Ehre, das Berchtesgadener Land meine Heimat im engeren Sinne nennen zu dürfen…
Der Watzmann überragt das weite Tal einem vielgipfeligen, stets vom Eiseshauch ewigen Schnees bestirnten Wächter gleich…
Diese ganz besondere Aufnahme zeigt den Markt Berchtesgaden und den ausladenden Gebirgsstock des Watzmannes im düsteren, unheimlichen, unweltlichen Dunkel während der Sonnenfinsternis am 11. August 1999…

Aufnahme: Foto Grainer, Berchtesgaden
Buchstabe H – wie Heimat
Planet Erde, Mutter Erde – unser aller Heimstatt…
Die Astronauten der Apollo-Mondmissionen berichten überaus ergriffen seit den Tagen ihrer Aufsehen erregenden Flüge zu unserem Erdtrabanten vor nunmehr vierzig Jahren davon, welch tiefe Gefühle der Anblick dieser kleine, bläulich strahlende, zerbrechlich erscheinende, inmitten dieser grenzenlosen, lebensfeindlichen, tiefsten Schwärze des Alls schwebende Himmelskörper in ihnen auslöste…


… Kreist man außerhalb der uns schützenden, Leben spendenden Atmosphäre, nimmt man keine trennenden Grenzen wahr. Nur die bizarren Kunstwerke der Wolkenformationen, das Grün, Braun und Gelb der Kontinente, das tiefe Blau der Ozeane. Die atemberaubende, beseligende, berührende Schönheit unseres Planeten, unseres Gefährts auf unserer Reise durch die Tiefen des Weltalls, am Rande einer uns noch so gut wie völlig unbekannten Galaxie…

… Unser Heimatstern, die Sonne, Spenderin allen Lebens, erhebt sich aus den Tiefen der Nacht…
Fotos: AstroArt by NASA
Globus
Er steht auf meinem Schreibtisch und hilft mir beim Träumen von Reisen in die große, weite Welt. Manchmal stelle ich mir vor, als Astronaut eines Raumschiffes durch das einsame, schier endlose, tiefdunkle Weltall auf diese wunderbare, blau leuchtende Kugel zu zu gleiten, Richtung Heimat, Richtung Leben…

Gänsemarsch oder besser gesagt Gänseschwimm

Gerichtsverhandlung
Virtuos trägt dieser Ankläger während einer historisch nachempfundenen Gerichtsverhandlung in der ehemaligen Hauptstadt Malta’s, M’dina, seine Argumente vor. Es ist deutlich zu erkennen, daß mit ihm wahrlich nicht gut Kirschen essen ist.

Gassen
Schmal und verwinkelt sind dieselbigen in M’dina, Malta’s einstmaliger Metropole.

Nachdem sich im Verlaufe der letzten Wochen die eindeutig pornographischen und sexistischen Suchbegriffe auf meinem Blog schlagartig vermehrten, habe ich mich nun dazu entschlossen, den Post über den textilfreien Fahrrad-Ausflug eines Münchner Nudistenvereines zu löschen.
Buchstabe G – wie Geduldspiel…
… ein solches ist seit über einem Monat die geplante Reise nach Florida, um mir in diesem Jahr einen dritten lang gehegten Wunschtraum zu erfüllen, nämlich einmal den Start eines Spaceshuttles live anzusehen. Wie ihr wisst, hat mein guter Freund Timo, den ich in die Reiseplanung einbezogen hatte, weil er seit langem schon einmal über den Großen Teich fliegen möchte, kurzerhand eine mir völlig unbekannte Arbeitskollegin mit “ins Boot geholt”. Und zwar, nachdem ich auf sein Drängen hin via Internet unsere Flüge, Hotelzimmer für die ersten vier Nächte in Orlando und den Mietwagen fix gebucht hatte. Ich war stinksauer. Nachdem ich meiner Mißstimmung kräftig Ausdruck verliehen hatte, einigten wir uns darauf, meinem Rat folgend, einen zweiten Wagen anzumieten, und in Florida getrennter Wege zu gehen. Bei einem gemeinsamen Abendessen gut eine Woche später beschnupperten Sandra und ich uns zum ersten Mal und stellten recht erleichtert fest, daß wir uns sympathisch waren. Timo fiel aus allen Wolken: “Ihr habt euch vorher wirklich noch nicht gekannt?” Sandra bekräftigte: “Nein, die Martha und ich sind uns heute zum ersten Mal begegnet”. Timo sah mich mit großen Augen an. “Dann habe ich dich mit meiner Einladung an Sandra tatsächlich völlig überfahren. Das tut mir so leid, entschuldige bitte!” Versöhnlich gestimmt ließ ich mich dazu überreden, das Zimmer für Sandra und den zusätzlichen Wagen per Internet zu buchen. Das war vor ungefähr zehn Tagen…
… Sonntag Mittag traf ich mich mit Timo. Kurz nach der Begrüßung platzte er heraus: “Die Sandra fliegt jetzt doch nicht mit, wir gehen zu Zweit auf die Reise.” – “Wieso das jetzt?” – “Man hat einen ganz schlimmen Magen-Darm-Virus bei ihr festgestellt und da hat sie nun Angst, daß sie bis zum Abflug nicht gesund wird.” – “Ja, aber bis dahin haben wir allesamt noch hundertfünfunddreißig Tage Zeit.” – “Nein, nein, die Sandra ist sicher, daß sie unter diesen Umständen nicht nach Florida möchte. Du kannst also ihr Zimmer und den zweiten Wagen wieder stornieren.”…
… Zum Glück hatte ich wegen meines Kurzbesuches in Berchtesgaden, den ungemein fesselnden und faszinierenden Eindrücken und Geschichten über die Villa Marienfels, dem Auswählen der vielen Fotos, dem Verfassen der beiden Posts über das Pintsch’e Anwesen und meiner Arbeit gar nicht mehr daran gedacht, die beiden Buchungen rückgängig zu machen. Denn heute Abend krähte Timo ins Telefon: “Du, die Sandra hat mir grade gesagt, wenn sie zwei Monate vor der Reise für gesund erklärt wird, dann will sie doch in jedem Fall mitkommen!”…
*Grmpff!*
… Anschließend drehte sich unser Gespräch – wie bereits unendliche Male im Verlaufe der vergangenen gut vier Wochen – um die Urlaubsfinanzen. Timo: “Was glaubst du, wann ich Euro in Dollar umtauschen soll? Soll ich das jetzt schon machen? Ist der Kurs jetzt günstig?” Kleine Bemerkung am Rande: Wir fliegen am neunten November, also in hundertzweiunddreißig Tagen! “Timo, wenn ich wüßte, wie sich der Euro/Dollar-Kurs entwickelt, würde ich nicht als Bedienung arbeiten, sondern wäre eine Top-Wahrsagerin mit einer schicken Villa, einem Riesenschlitten von Auto und mindestens einer Putzfrau.” – “Hast ja recht. – Aber wie mache ich das dann drüben mit dem Bezahlen?” Geduldig erklärte ich ihm zum ungezählten Male: “Amerika ist das Land der Kreditkarten. Damit kannste sogar ein T-Shirt für zwei Dollar fünfzig bezahlen.” – “Aber ich muß doch auch Bargeld mitnehmen!” – “Timo, ich war schon etliche Male übern Großen Teich, ich habe nie mehr als maximal hundert Dollar für die ersten Ausgaben mitgenommen. Tausch doch Traveller-Cheques ein, mit denen kannst du fast überall wie mit Banknoten bezahlen, du brauchst keine Zinsen darauf zu entrichten, und wenn du sie verlierst oder sie dir geklaut werden, bekommst du sie anstandslos innerhalb von vierundzwanzig Stunden ersetzt.” – “Aha. Was glaubst du, wann ich diese Reiseschecks bestellen soll?” – “Timo,” Herr, bitte, bitte lass Geduld kübelweise auf mich herab regnen! “ich weiß nicht, wie sich der Euro/Dollar-Kurs entwickelt.” – “Hm. Und du meinst, ich soll nicht vielleicht doch fünfhundert Dollar an Bargeld mitnehmen?” – “Nein, Timo, nein. Ich halte das für keine gute Idee. Besorg dir doch die Reiseschecks. Und wenn nötig, kannst du drüben mit deiner EC-Karte immer noch Bares an jedem Bankomaten holen. Und du kannst dir später die Zinsen sparen, wenn du im Laufe der nächsten Monate ein Guthaben auf deinem Kreditkartenkonto einrichtest.” – “Ich muß aber keine Steuern für meine Amex bezahlen.” – “Das ist mir schon klar. Ich meine ja auch die Zinsen.” – “Häh? Zinsen? Wenn ich mit meiner Kreditkarte bezahle, wird mir das regelmässig jeden Fünfzehnten abgebucht.” – “Und bis dahin hast du einen Kredit in Anspruch genommen – deswegen heißt es ja auch Kreditkarte – und mußt Zinsen dafür berappen.” Schweigen. Wiederum bat ich innerlich um Langmut und Geduld. Timo: “Ja, dann werd’ ich morgen mal bei American Express anrufen, ob ich das mit dem Einzahlen machen kann.” – “Timo, das steht doch auf jeder Monatsrechnung drauf, da kannste dir das teure Geld für die Hotline sparen.” Erneut Schweigen. Ich konnte durchs Telefon förmlich wahrnehmen, wie sich die Rädchen in Timo’s Köpfchen drehten. Dann: “Die Sandra hat bei ihrem letzten Florida-Urlaub fünfhundert Dollar Bargeld mitgenommen. Ich mach’ das auch so. Ich nehm’ auch fünfhundert Dollar Bargeld mit.”…
… Timo, mach, was du willst. Räum meinetwegen dein Konto leer und nimm einen ganzen Koffer vollgestopft mit Dollarscheinchen mit nach Florida! Aber vergiß nicht, vorher noch in einem Tattoo-Studio vorbei zu schauen. Damit du dir noch zusätzlich quer über die Stirn eintätowieren lassen kannst: “Ich bin ein … Tourist aus Deutschland!”…
Buchstabe G – Geschenke – Teil II

… Die große Flügeltür an der Ostseite des Salons, ausgestattet mit feinst geschliffenen Glasfenstern, welche allegorische Abbildungen von Sommer und Frühling zeigen, wurden von meinem Gastgeber aufgetan, und ich stand auf dem weit ausladenden Balkon mit dem verzierten Baldachin über meinem Haupte – wie ich’s mir beinahe fünfzig Jahre lang so oft erträumt hatte – genoß die wunderbare Aussicht, auch wenn das Wetter gerade nicht so recht mitspielen wollte, und verspürte eine ganz große Freude, eine tiefe Zufriedenheit…



… Mein liebenswürdiger Gastgeber und Besitzer der Villa Marienfels: Georg W. Wagner…

… Das lange Gespräch mit Herrn Wagner war ausgesprochen interessant, bewegend, kurzweilig. Seine Erzählungen schlugen einen weiten Bogen vom Beginn der Industrialisierung in Deutschland, unter anderem verkörpert durch den Industriellen Richard Pintsch über den Niedergang seiner ehemals marktführenden Unternehmungen, bis in die heutigen Tage…
… Es war eher geschäftliches Interesse denn naturkundliche oder gar romantische Gründe, die Anfang der achtziger Jahre des neunzehnten Jahrhunderts den Erfinder der Gasbeleuchtung und Berliner Großindustriellen Richard Pintsch nach Berchtesgaden führte. Einige Steinwürfe vom Marienfels entfernt verlief die Soleleitung vom Salzbergwerk nach Bad Reichenhall. Pintsch war ursprünglich lediglich an der Beschaffenheit der verwendeten Eisenrohre interessiert. Die Korrosionen, hervorgerufen durch das Befüllen mit Gas, sind jenen ähnlich, die durch konzentrierte Sole entstehen. Richard Pintsch suchte nach verwendbaren Legierungen, welche derartigen Beschädigungen gegenüber resistent waren. Offenbar fühlte er sich dennoch durch die ländliche Umgebung, die schroff und hoch aufragenden Berge, den beschaulichen Lebensrythmus Berchtesgadens angezogen. Er beschloß, hier für sich und seine Familie eine Sommerresidenz zu errichten. Es war allerdings seinerzeit Auswärtigen untersagt, Grund und Boden zu erwerben. Richard Pintsch umging diese Auflage, indem er den einheimischen Architekten Amort beauftragte, rund um den von Gletscherschliff geprägten Kalksteinfelsen Grundstücke aufzukaufen. Die sehr angesehenen Berliner Architekten Cremer und Wolffenstein entwarfen eine Villa im Stile der Neurenaissance, gediegen, edel, anmutig über dem Ort scheinbar schwebend – und doch von einer bahnbrechenden, geradezu revolutionären Bauweise. Das gesamte Haus besteht aus einer Stahlkonstruktion, die von den im Berliner U-Bahnbau erprobten Planern und Konstrukteuren probeweise im Pintsch-Werk Fürstenwalde an der Spree zusammen gebaut, dann wieder zerlegt, per Bahn nach Berchtesgaden versandt und endgültig auf der vorbereiteten Felsplatte am Steilhang montiert wurde. Das fachwerkartige Gerüst ist nicht sichtbar und unter Putz und Stuck verborgen. Das komplette Gebäude wurde 1892 innerhalb sechs Monate errichtet.
Richard Pintsch erwies sich als großzügiger und sehr sozial orientierter Wohltäter. Er unterstützte die sogenannte Kinderbewahranstalt, trug viel zur Verschönerung des Ortsbildes bei und förderte vor allem den Bau der protestantischen Kirche Berchtesgadens. Im Jahre 1906 wurde er zum Ehrenbürger ernannt. Er starb im Jahre 1919. Seine Frau Maria, geborene Goldberg, Inhaberin der Villa, verschied 1922, große Teile des Besitzes wurden an verschiedene Interessenten verkauft, lediglich das Hauptgebäude und der dazu gehörige Park, auf dessen vielfältigen Terrassen eine Unzahl seltener Gewächse gediehen und dessen mediterranes Flair sprichwörtlich war, blieben in der Hand einer Erbengemeinschaft.
Die Firma Pintsch, dereinst eines der größten Industrieunternehmen Deutschlands, fand ihren Niedergang 1924. Bei Bellinzona ereignete sich ein schreckliches Unglück, zwei Züge prallten frontal aufeinander, der eine, mit Pintsch’er Gasbeleuchtung versehen, knappe fünfzig Jahre zuvor noch eine revolutionäre Erfindung sondergleichen, weil nun endlich die Eisenbahnen auch des Nachts verkehren durften, ging in Flammen auf, sämtliche Passagiere kamen ums Leben. Unter den Insassen des anderen, der bereits über elektrisches Licht verfügte, gab es lediglich eine Handvoll Verletzte. Zudem fehlte es an einem qualifizierten Erben, die drei Töchter waren recht wohlhabend nach Ostpreussen verheiratet worden, Erwin, der einzige Sohn, verfiel dem Alkoholismus und starb, knapp dreißigjährig, in Berchtesgaden. Sein Grab befindet sich auf dem Alten Friedhof.
Die Villa Marienfels ging düsteren Zeiten entgegen. Sie verfiel zusehends. In den dreißiger Jahren wurde sie gottlob von dem Kapellmeister und Musikdirektor Wagner erworben. Der gebürtige Südtiroler hatte sich in die Tochter eines alteingesessenen Berchtesgadener Bauern verliebt und sich in dem Marktflecken nieder gelassen. Die Nationalsozialisten wollten das Bauwerk allerdings schleifen lassen, weil ein jüdischer Architekt – Wolffenstein – maßgeblich an dessen Errichtung beteiligt gewesen war, und an dessen Stelle einen urbayerischen Bauernhof errichten. Das Ende des Zweiten Weltkriegs setzte diesen Plänen ein Ende. Allerdings mußte der Villen-Besitzer in Kauf nehmen, daß sich Mitglieder der Amerikanischen Streitkräfte auf dem Anwesen einquartierten – und ihn und seine Familie kurzerhand an die Luft setzten.
Als der jetzige Besitzer, Georg F. Wagner, Sohn des Musikdirektors, konkrete Pläne zur Renovierung der Villa fasste, stieß er lange Jahre auf erbitterten Widerstand. “Ich habe neunundzwanzig Nachbarn.”, erzählte er mir. Allein das Erbauen einer schmalen Sandstraße, um den Transport von Baumaterialien und Lieferungen zu erleichtern, forderte ihm einen fünf Jahre währenden Rechtsstreit vor allem mit dem Pastor der Berchtesgadener evangelischen Kirche, die sich in unmittelbarer Nähe befindet, ab. Zudem steht das Gebäude unter Denkmalschutz “… zum Interesse der Allgemeinheit. Das Traumhaus kann unter diesen Umständen ganz leicht zu einem Alptraum werden…” Herr Wagner bemüht sich mit sehr großer Sorgfalt und einem unermüdlichen Engagement um die schrittweise Vervollständigung der Renovierung. “Da sieht man sich sehr oft großen Schwierigkeiten gegenüber. Zum Beispiel darf ich beim Ausbessern und Verfugen von Mauerwerk keinen Mörtel verwenden, der mit Zement angereichert worden ist. Die Mauern bestehen aus weichem Kalkgestein, und genau so muß auch ein Mörtel beschaffen sein. Es hat zehn Jahre gedauert, ein Badezimmer zu erneuern… Im Vestibül wurde ein sogenannter Kasein-Lack mit Goldornamenten verwendet, die mit einer speziellen Schablone angebracht wurden. Finden Sie heutzutage einmal Jemanden, der sich auf derartige Arbeiten noch versteht – und die entsprechenden Materialien hat!… Dieses Haus hier können Sie nur dann erhalten, wenn Sie eine Unmenge Zeit dafür aufwenden – und viel Geld dazu. Da darf man nicht daran denken, sich ein Luxusauto zuzulegen oder einen feudalen Urlaub zu leisten. An erster Stelle steht bei solchen Überlegungen immer das Haus… Aber das ist meine Lebensaufgabe – und die meines Sohnes wird es auch sein.”…
… Viel zu rasch sind die eineinhalb Stunden vergangen. Herr Wagner begleitete mich hinab zur Pforte. Wir verabschiedeten uns sehr herzlich voneinander. Vor allem sein letzter Satz, begleitet von einem direkten, freundlichen Blick und festem Händedruck, klang in mir noch lange nach: “Sie sind hier immer willkommen.”…

Buchstabe G – Geschenke…
… hielt dieser Tag heute für mich bereit. Es begann damit, daß mein guter Freund Timo mir seinen kleinen roten Sportwagen lieh. Ich liebe dieses Auto! Selbst besitze ich keines, fahre auch nicht täglich, doch wenn sich die Gelegenheit ergibt, habe ich viel Freude daran, mich sportlich und flott fortzubewegen. So wuchtete ich mich also hinters Steuer des niedlichen Flitzers und brauste Richtung Heimat, Richtung Berchtesgaden…
… Das zweite Geschenk bereitete mir die Buchhandlung ” Berchtesgadener Bücherstube”. Man begrüßte mich ausgesprochen freundlich, hörte aufmerksam und interessiert zu, als ich von meinem kleinen Werk “Die Spanschachtel” erzählte, und zeigte sogar Enthusiasmus: “Ui, endlich einmal eine einheimische Autorin, die über unsere Gegend und unsere Leute schreibt!” Es wurde beschlossen, bei BoD gleich einige Exemplare zu bestellen, “… das können wir uns gut vorstellen, daß sich so etwas gut verkaufen lässt…”, und ohne viel Federlesens wurde mein Werbeplakat ins Schaufenster gehängt.
Und dann machte ich mich gemächlich nach einem Rundgang durch den heimatlichen Marktflecken auf den Weg zu meinem dritten Geschenk…
… Villa Marienfels…

Meine Freunde hier in Kleinbloggersdorf wissen seit meinen beiden Posts “Haus am Berg” Teil eins und zwei, die ich im Januar und Februar veröffentlicht habe, daß mich diese wunderschöne Villa im Neurenaissance-Stil, die förmlich über dem Berchtesgadener Ortskern zu schweben scheint, seit beinahe fünfzig Jahren fasziniert und begeistert. Zu meiner großen Überraschung meldete sich im März ein Herr Georg F. Wagner und gab sich als Eigentümer der Villa Marienfels zu erkennen. Nachdem wir einige E-Mails ausgetauscht hatten, lud er mich zu einer Besichtigung ein. Nach einigen Verzögerungen – Herr Wagner unternahm eine längere Indien-Reise, ich hatte im “Brückenwirt” während des sonnenreichen Frühjahrs alle Hände voll zu tun, dann legte mich über eine Woche lang eine Sommergrippe lahm – war es nun heute Mittag so weit…
… Voller Bedacht schritt ich die einhundertachtzig Stufen vom Markt Berchtesgaden zur schmiedeeisernen Pforte hoch. Herr Wagner erwartete mich bereits am Aufgang zum Garten. Er begrüßte mich ausgesprochen freundlich und liebenswürdig und geleitete mich über den Rasen zum Haus meiner Träume…

… Der Haupteingang befindet sich im Obergeschoss des Anwesens, vor dem großen, massiv hölzernen Portal überquert man eine kleine Zugbrücke. Sie überspannt den ca. zwei Meter breiten Graben, der die Gemäuer vom schroffen Steilabfall trennt…

… Buntglasfenster über der Eingangstür. Es zeigt die Kirche in Richard Pintsch’s Berliner Heimatviertel. Eine Anmerkung am Rande: Sämtliche Einrichtungsgegenstände, Malereien, Verzierungen, Schnitzereien, Glaskunst etc. sind Originale bzw. diesen getreu angefertigte Nachbildungen. Herr Wagner bemüht sich seit Jahrzehnten um die größtmögliche Authentizität seines Besitzes…

… Im Vestibül…

… Dieses Buntglasfenster im Treppenhaus erstreckt sich beinahe über die ganze Höhe zwischen dem oberen und dem zweiten Geschoss. Deutlich erkennbar sind die ineinander gefügten Initialen M. P. Sie stehen für Maria Pintsch. Im Jahre 1899 wurde ihr von ihrem Gatten, dem Berliner Erfinder, Großindustriellen und Pionier der Gasbeleuchtung und -technik Richard Pintsch, der 1892 diese Villa hatte erbauen lassen, der gesamte Besitz überschrieben. Maria Pintsch, geborene Goldberg, war, so sagt man, auch maßgeblich an den Plänen der Innenausstattung und Gestaltung der Räume beteiligt…




… Im großen Salon…
… Fortsetzung folgt!
Buchstabe F – wie Faszination Fliegen (zum letzten Mal – versprochen!)
Der Wortman hat im Laufe der vergangenen Woche sehr interessante Bilder vom Flughafen München aus der Sicht eines Mitglieds der Bodencrew gezeigt. Insider-Fotos sozusagen. Das hat mich nun dazu inspiriert, noch ein paar Eindrücke aus der Sicht eines Flughafen-”Outsiders”, bzw. auf “neudeutsch” Airplane-Spotters zu zeigen. Diese Flugzeug-Impressionen entstanden vor einigen Jahren auf dem Aussichtshügel Süd in der Nähe von Hallbergmoos.





Buchstabe F wie Freidenkerin’s Filmtipp…
… der auch irgendwie mit meinem Grundthema dieser Woche, “Faszination Fliegen”, zu tun hat: Am 21. Juli 2009 jährt sich zum vierzigsten Male die erste Landung eines Menschen auf dem Mond. Zu diesem Anlaß ist vor Kurzem ein Dokumentarfilm mit dem Titel “Im Schatten des Mondes” erschienen. Eine erkleckliche Anzahl Astronauten – von Jim Lovell (Apollo 9 + 13) über Buzz Aldrin und Michael Collins (Apollo 11) bis zu Harrison Schmitt (Apollo 17) – sprechen anrührend, sehr geradlinig und ausführlich über ihre Eindrücke, die technischen Hintergründe und Probleme, den ungeheuren Aufwand jeder der sechs erfolgreichen Mondmissionen, aber auch über die Gefühle, welche diese unvorstellbaren, spektakulären, einzigartigen Expeditionen in ihnen auslösten, und von denen sie bis zum heutigen Tage tief bewegt und geprägt sind. Die sehr offenen Interviews wechseln sich ab mit zum Teil noch nie veröffentlichten Filmaufnahmen der NASA und einem kurzen Abriss der Geschichte der amerikanischen bemannten Raumfahrt. Ab und an schimmert ein etwas zu dick aufgetragener Hauch Patriotismus durch und auch die Begleitmusik verfällt gelegentlich in zu rührselige Dramatik. Trotzdem ist dieser Film absolut sehenswert. Und - wer bislang Zweifel daran hatte, ob die Mondlandungen tatsächlich stattgefunden hatten: Schaut in die Augen dieser Männer, während sie von jenen langst vergangenen Abenteuern erzählen – die sind in der Tat da oben gewesen!
Um dieses Thema durch eine etwas andere Sicht der Dinge abzurunden, möchte ich gleich noch einen Buchtipp anfügen: “Die Helden der Nation”, ein Reportage-Roman von Tom Wolfe, ein sehr ironisches, kritisches und ausgesprochen spannendes Portrait der ersten amerikanischen Astronauten und des Mercury-Projekts. In den Achtzigern wurde dieses wirklich lesenswerte Werk aufwändig aber etwas fehlinterpretiert unter dem Titel “Der Stoff, aus dem die Helden sind” als Dreieinhalbstunden-Epos verfilmt.
Jetzt werde ich mir langsam mal Gedanken zur Projekt-ABC-Woche 7 und dem Buchstaben “G” durch den Kopf gehen lassen müssen… Am liebsten wär’s mir, wir könnten noch eine F-Woche anhängen, ich hätte da noch soooo viel Ideen.