Kreativ-Blog-Award

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Menschen, Sonstiges mit Tags , , , , , am November 7, 2009 von freidenkerin

 

Dieser wurde unter anderem auch mir neulich von meiner „Adoptivtochter“ Sunny verliehen.

Natürlich freue ich mich über eine derartige Auszeichnung und Anerkennung. Allerdings sehe ich mich außerstande, den meisten Regeln dieses Awards Folge zu leisten. Ihr seid allesamt so voller Schaffenskraft, beschenkt mich so oft mit Anregungen, schönen Anblicken, witzigen Ideen, Denkanstössen, füllt Wissenslücken, lasst mich staunen, lachen, freuen, mitfühlen. Ich kann nicht sieben von euch lieben Menschen auswählen! Tut mir leid!

Daher haben mein guter alter Freund Maestro Dr. Marcello Bücher-Nörgeli und ich spontan beschlossen, eine eigene Auszeichnung ins Leben zu rufen: Den Freidenkerin’s-Feinstrumpfhosen-Orden Erster Güteklasse.  ;-)

Und der ist euch Allen gewidmet!

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Aber ich werde euch nun sieben kleine Geheimnisse aus meinem Leben verraten:

1. Ich habe im zarten Alter von acht Jahren zum ersten Mal geraucht. Heimlich. Hinter einer großen Ladung Betonklötzen versteckt. Zusammen mit meinem besten Freund und Blutsbruder Wolfi. Wir pafften ein Pfeifchen Pfefferminzblätter. Danach war uns hundeelend.

2. Ungefähr zwei Jahre später hatten wir das erste Mal Todesangst. Damals fand in der Berchtesgadener Gebirgsregion Steinernes Meer ein Nato-Manöver statt. Eines Tages fauchten im Tiefflug zwei Kampfjets über uns hinweg, als wir grade auf einer Wiese spielten. Wir waren fest davon überzeugt, daß man uns nun in Fetzen schießen würde.

3. Ich habe im gleichen Jahr meiner Mutter siebzig Schilling aus der Haushaltskasse gestohlen, um mir Steckerleis kaufen zu können.

4. Als ich mit Zwanzig das erste Mal den Film „Exorzist“ im Kino angeschaut hab, hab ich drei Tage lang nachts vor lauter Angst das Licht im Schlafzimmer brennen lassen.

5. Einige Monate später hat mich ein Reporter der „B…“-Zeitung zum Essen eingeladen. Als der Typ auf die Toilette ging, hab ich ihn mit der recht beachtlichen Zeche sitzen lassen und mich aus dem Staub gemacht, weil er mich so gelangweilt hat.

6. Ich hatte während dem mehr als vier Stunden dauernden praktischen Teil der Prüfung zur Restaurantmeisterin Mayonnaise im Haar – wir mußten zur Vorspeise einen Hummercocktail zubereiten – und ich habe es nicht bemerkt. Nach der Tortur hat mich eine Dame der Prüfungskommission darauf angesprochen – aber da hatte ich schon bestanden.

7. Ich kann nicht schnell essen, gehe ich mit Bekannten oder Freunden in ein Restaurant, sind alle anderen lange, sehr lange vor mir fertig.

 

 

Aktion Mut (1)

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Menschen, Sonstiges mit Tags , , , , , am November 6, 2009 von freidenkerin

… Die liebe Mitbloggerin Follygirl hat vor einigen Tagen die „Aktion Mut“ ins Leben gerufen. Und dies ist mein Beitrag dazu:

… Vor etlichen Jahren arbeitete ich in einem wohl angesehenen Lokal Schweizerischen Ursprungs am Münchner Lehnbachplatz. Das Ambiente des Hauses war gediegen, leicht vornehm, die Speisen und Weine sehr gut, wenn auch preislich nicht für schmale Geldbeutel gedacht. Berühmt war das Restaurant jahrelang für seinen üppigen Sonntagsbrunch…

… Leider entsprach die Qualität des Personalessens hinter den schönen Kulissen bei weitem nicht der des kulinarischen Angebots für die Klientel. Bis Mitte der Woche wurden zumeist die Reste vom Brunch aufgemotzt und zusammen gepantscht, die restlichen Tage gab es lieblos hingeschluderte Gerichte, die sehr oft aussahen, als hätten sie sich bereits zuvor in einem Verdauungstrakt befunden. Magen-Darm-Erkrankungen kamen ausgesprochen häufig vor…

… Eines Tages informierte man uns mit viel Getöse, daß während der kommenden vier Wochen unerkannt Tester das Restaurant besuchen und vor allem den Service bewerten würden. Danach würde man auf einer Personalversammlung über die Ergebnisse diskutieren…

… Der Monat verstrich, über achtzig Bedienungen und Kellner durften es sich im großzügig gestalteten Raum im ersten Stock gemütlich machen. Und dann prasselte ein Wortschwall auf uns nieder, eine Tirade sondergleichen! Wir hätten von hundert möglichen Bewertungspunkten lediglich siebenundachtzig erreicht! Der Service in diesem Hause sei eine Schande! Wir sollten uns schämen, daß wir derart schlampig und gewissenlos unsere Arbeiten verrichten würden! Da platzte mir der Kragen, ich meldete mich zu Wort: „Also, ich versteh’ jetzt diese Aufregung nicht. Ich habe eineinhalb Jahre lang als Aushilfslehrkraft an der hiesigen Berufsschule gearbeitet. Wenn ich mich noch richtig an den Notenspiegel erinnere, dann bedeuten siebenundachtzig Punkte eine gute Zwei. Was soll daran nicht in Ordnung sein? Ich gehe fest davon aus, daß sich keiner dieser Tester während der Essenszeiten in der Kantine hat blicken lassen, die Bewertung unseres Personalessens hätte dann nämlich mit Sicherheit keine zehn Punkte ergeben!“ Mit glühenden Ohren, funkelnden Augen und pochendem Herzen nahm ich wieder Platz. Die Herren der Geschäftsleitung blickten mich böse an, raschelten ein Weilchen mit ihren Papieren und gingen zum nächsten Tagungspunkt über…

… In diesem Hause hatten die Serviceleiter ein Leben wie Gott in Frankreich! Sie machten kaum einen Finger krumm, speisten feudal die teuersten Gerichte und genossen die erlesendsten Schweizer Weine dazu. Nachdem ich mich als Bedienung eingearbeitet hatte, wunderte ich mich oft, warum ich ausnahmslos schlechte Stationen zugeteilt bekam. Bis mich ein Kollege aufklärte: „Da mußt du am Freitag dem Mirko (der Oberkellner, der für die Personaleinteilung zuständig war), wenn er den Dienstplan schreibt, einen Fünfziger zustecken. Und dann gibt er dir die ganze Woche lang gute Stationen.“ Mir entgleisten sämtliche Gesichtszüge, ich war zutiefst empört. Ich soll diesen Nichtstuer, der nicht nur ein gutes Gehalt einstreicht, sondern auch noch lebt wie die Made im Speck, mit meinem überaus sauer verdientem Geld schmieren?…

… Der übelste Kanditat der Geschäftsführer-Riege war allerdings ein gediegen wirkender, hochgewachsener, grauhaariger Mann namens Schmittke. So übel deshalb, weil er ein Grapscher ersten Ranges war. Kein weibliches Wesen war vor seinen gierigen Fingern sicher, die immer und immer wieder wie rein zufällig über den Busen oder den Po glitten und tasteten. Ekel und Frust steigerten sich ins schier Grenzenlose…

… Eines Tages hatten wir eine geschlossene Gesellschaft – eine Delegation wichtiger, internationaler Geschäftsleute! - mit einem Viergangmenü zu traktieren. Am Küchenpass hatten sich nicht nur der Chefkoch und Schmittke versammelt, sondern auch der Direktor des Hauses samt seiner Frau und dem Leiter des Personalbüros, seiner rechten Hand. Da ich einen ziemlich diffizilen Gast mit etlichen kleinen Sonderwünschen zu versorgen hatte, kam ich etwas zu spät, als das Defilee des Hauptganges einsetzen sollte. Schmittke fuhr mich an: „Jetzt trödel net so faul herum, setz’ dich gefälligst in Bewegung, du bist hier in der Arbeit, net beim Flanieren!“ So was aus dem Munde eines Kerls, der wahrscheinlich gar nicht wußte, wie man das Wort Arbeit buchstabiert! Ich explodierte mit einer solchen Intensität, daß ich Schmittke und all die Anderen nur mehr verschwommen durch einen roten Schleier wahr nahm. Mit glühenden Augen und drohend erhobenem Zeigefinger fuhr ich auf ihn los: „Ruhe jetzt!!! Was erlauben Sie sich, so mit mir umzuspringen!!! Sie wollen Geschäftsführer sein??? Sie sind eine Null in einem Anzug!!! Sie sollten an Ihrem Benehmen und an Ihrem Umgang mit anderen Menschen arbeiten, anstatt pausenlos Frauen und Mädchen zu begrapschen!!!“ Schlagartig herrschte atemlose Stille. Mirko, der zweite Geschäftsführer, dirigierte mich aus der Küche und trug mir auf, mich um das auf den Tischen eingesetzte Eiswasser zu kümmern…

… Einige Tage später bekam ich per Einschreiben die Kündigung zugestellt…

Träumerei…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Inspiration, Menschen, Sonstiges mit Tags , , , , , am November 4, 2009 von freidenkerin

… Gestern Abend habe ich mich mit einer ehemaligen Arbeitskollegin und ihrem Freund zum Essen getroffen. Nach einer äußerst leckeren Mahlzeit gerieten wir beim süffigen Bierchen und einigen Stamperln gehaltvoller sanftwürziger Wildsautropfen vom Hundertsten ins Tausendste. Und da kam die Rede auch auf ein kleines Lokal im Münchner Westend, in welchem ich während des Supersommers 2003 als Aushilfsbedienung gearbeitet hatte…

… „Die Schwalbe“, nahe der Augustiner Brauerei gelegen, existiert seit ungefähr hunderzwanzig Jahren. Sie befindet sich im Erdgeschoß eines mit rotem Klinker ummäntelten, geräumigen Wohnhaus, in dem vor allem die Bierbrauer-Lehrlinge Unterkunft haben. Die Wirtschaft ist klein, überschaubar, von einer beinahe kargen Schlichtheit. Die Wände sind brusthoch mit glänzend dunkelgebeiztem Holz getäfelt, Daguerrotypien längst vergangener Tage zieren die Wände. Rechterhand befindet sich eine kleine Kegelbahn. Im Hinterhof ist ein Wirtsgarten, der mit seiner wild und idyllisch wuchernden Pflanzenwelt für mich zu den schönsten Münchens zählt…

… Obwohl ich nur ein knappes Jahr in der „Schwalbe“ arbeitete, bin ich diesem Lokal innerlich irgendwie verbunden geblieben. Die Seele des Anwesens ist der mittlerweile gut achtzigjährige Sepp Komatz, er ist über vier Jahrzehnte lang der Wirt gewesen, und im Münchner Westend qasi eine legendäre Gestalt. Vor etlichen Jahren hat ihn eine Reporterin des Bayerischen Rundfunks in einer Folge der Sendung „Zwischen Tag und Traum“ eingehend über seine Lebensgeschichte befragt, und der Sepp hat mir zum Abschied eine Kassette mit diesem Interview geschenkt. Seine Erzählungen und Erinnerungen bilden das Fundament meines Romans „Begegnungen im Park“…

… In letzter Zeit hat es das Schicksal alles andere als gut mit der „Schwalbe“ gemeint, ein Pächter gibt dem anderen sozusagen die Klinke in die Hand, und aus der ehedem so schmucken Arbeiter-Wirtschaft ist, wenn man den Gerüchten Glauben schenken darf, ein arges Sorgenkind der Augustiner Brauerei geworden…

… Auf dem regennassen Heimweg gemütlich in die Trambahn gekuschelt, nahm in meinem Kopfe eine Träumerei Gestalt an: Ich könnte mich mal schlau machen, zu welchen Konditionen „Die Schwalbe“ zu pachten wäre… Aber ich hab doch keinen Knopf Geld, ganz im Gegenteil! Niemand würde sich auf ein solches Geschäft mit mir einlassen! Wieso kein Geld? Das ist das geringste Problem! Gründe doch eine Art Kollektiv und verkaufe Anteilsscheine. Ein paar hundert Beteiligungen je einhundert Euro würden für den Anfang reichen. Diese Anteilsscheine würden jährlich nach dem Prinzip eines Wertpapieres vergütet werden – und zwar in Naturalien. Entweder ein- oder zweimal im Jahr eine große Sause für alle Eigner, oder aber Gutscheine bzw. Coupons zum individuellen Einlösen. In Regensburg, Straubing und Landshut gibt’s eine Handvoll Wirtschaften, die nach diesem Prinzip großartig funktionieren!…

… Ich würde die Kegelbahn zu einer Art Theaterraum umbauen. Und Künstler auftreten lassen, genau so, wie der Francesco vom „Fresh Bagels & Muffins Coffeeshop“ das zu halten pflegt: Keine Gage, freie Kost, freier Eintritt, die Auftretenden dürfen bei den Gästen sammeln gehen… Musik… Bauerntheater… Kabarett… Und ich zwischendrin,  meine G’schichten vortragend… Während der Sommermonate könnte man die Bühne auch ins Freie verlegen…

… Den Timo würde ich zu meinem Partner machen. Er kennt die Gastronomie wie ich aus dem Effeff, hat auch bereits einige Jährchen Erfahrung als Betriebsleiter. Er würde sich um die Belegschaft kümmern, die Dienstpläne schreiben, den Service im Auge behalten. Ich würde an der Theke arbeiten und mich mit den Künstlern arrangieren… Eine Handvoll rühriger, netter Bedienungen, zwei gewissenhafte und gute Köche… Damit könnte man aus der „Schwalbe“ wieder das machen, was sie einstmals gewesen ist: Ein Schmuckstück mitten im Westend…

… Hach, ja… Die Trambahn hielt und ich stieg aus. Böiger Wind fuhrwerkte um mich herum, kalter Regen peitschte mir ins Gesicht. Ich kehrte auf den Boden der Tatsachen zurück… Ein schöner Traum. Ich denke, daß es ein Traum bleiben wird… Aber es hat unendlich gut getan, die Phantasie derart lebhaft spielen zu lassen… Ich habe jede Einzelheit meines Konzepts, „meiner“ Wirtschaft vor dem inneren Auge sehen können… Diese nächtliche Gedankenspielerei hat mir so viel Kraft verliehen, allein das war’s wert gewesen…

Für alle…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Gesellschaft, Inspiration, Menschen, Sonstiges mit Tags , , , , , , , , am November 4, 2009 von freidenkerin

… denen, so wie’s mir vor einigen Stunden widerfahren ist, eine völlig verrückte, unrealistische, abstrakte, konfuse Idee ins Gebein fuhr…

… Und denen diese hirnrissige, abartige, nicht zu verwirklichende Idee – so wie in meinem Falle auch – nimmer aus dem Kopf geschweige denn Gebein geht…

… Ich bin dreiundfünfzig Jahre alt,  habe Kleidergröße 48 – nicht das gar so hippe Hungerhaken-XXS! – bin arbeitlos, Hartz-IV-Empfängerin, mit Sicherheit in meinem Beruf kaum mehr vermittelbar, bin sozusagen in dieser vom Jugend- und Schönheitswahn geprägten, nein, besser gesagt, gefolterten Gesellschaft bereits jenseits von Gut und Böse…

… UND HABE MICH NOCH NIEMALS ZUVOR DERMASSEN LEBENDIG, AGIL, INTELLIGENT, KLUG, SCHAFFENSFROH, IDEENREICH

UND JUNG GEFÜHLT!!!!!

Bemitleidenswert seit ihr Jugendwahnsinnigen allesamt! Ihr habt ja keine Ahnung, was euch mit eurer Geringschätzung uns reiferen Semestern gegenüber alles entgeht!!! Wie weh ihr euch selbst damit tut!!! Wie sehr ihr euch damit den Ast absägt, auf dem ihr in Zukunft sitzen wollt!!! Sch… auf eure Jugend!!! Wir haben diese schon lange hinter uns und wollen sie, trotz vieler schöner und aufregender Erinnerungen, nicht für alles Geld der Welt zurück haben!!!

 

 

Projekt ABC – 26. Woche – Buchstabe „Y“ (2)

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Sonstiges mit Tags , , , , , am November 3, 2009 von freidenkerin

 

Yoga-Übung…

… mit Zipfelmütze, zwecks der besseren Konzentration…

Ommmmmmm!

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Kleiner Zeh(ennagel) in der Tür…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Medien, Menschen, Sonstiges mit Tags , , , , am November 2, 2009 von freidenkerin

… Heute Abend fand meine dritte Lesung im „Fresh Bagels & Muffins Coffee Shop“ statt. Und im Vorfeld ungefähr das gleiche Spielchen wie zu meiner ersten Veranstaltung: Acht Leutchen hatten ihr Kommen zugesichert – und sagten einen Tag vorher wieder ab! Am liebsten hätte ich den Termin sausen lassen, wegen Schweinegrippe, das hatte ich mir als Ausrede bereits zurecht gelegt. Doch dann knüppelte ich meine Herde innerer Schweinehunde nieder. Du liest!, befahl ich mir, und selbst wenn’s nur für den Wirt ist, du gehst da jetzt rüber auf die Bühne und liest!…

… Es bot sich meinen Augen ein sehr ermutigendes Panorama: Zwei cappuccinoschlürfende Mädels verließen eilends den Laden, als ich mit meinem Vortrag anhub, ein recht nett wirkender Mann auf der Fensterbank nahe des Eingangs thronend und eine sich ins Eckchen kuschelnde weißhaarige Dame studierten die Tageszeitungen, ein Typ mittleren Alters geschniegelt mit Anzug und Krawatte hämmerte unentwegt auf die Tastatur seines Laptops ein, und Francesco, der Wirt, fuhrwerkte emsig in der Küche herum. Desillusionierend! Aber ich begann, vorzulesen, und zog mein Ding gut eine Stunde lang durch, trug zum Abschluß noch ein Gedicht vor, und begann, niedergeschlagen meine Utensilien aufzusammeln. Da erhob sich der nette Mann von der Fensterbank und steuerte auf mich zu: „Magst net noch a G’schicht vorlesen?“ Mehr als erstaunt – der Kerl hat doch sein Gesicht andauernd in den Zeitungen vergraben gehabt! – hub ich an und trug meine Lieblingserzählung, den „Bombenleger“, vor. Wenn schon untergehen, dann bitteschön mit fliegenden Fahnen!…

… „Ich bin der Andreas,“, meinte der Typ, nachdem ich geendet hatte, „ich gehör zu den Leuten, die am Freitag abend hier immer Musik machen. Und wenn du willst, kannst du gerne mal vorbei kommen und zwischendrin eine von deinen G’schichten vortragen. Du hast halt kein Solo-Programm, sondern nur einen kurzen Auftritt, aber der Laden ist da immer gerammelt voll.“ Wir plauderten noch ein wenig. Als Andreas sich verabschiedet hatte, bekam ich vom Francesco einen köstlichen, frischen Pastrami-Bagel serviert und den guten Rat: „Mach das, Margot. Dann lernst du auch mal all die Leute kennen, die hier ein- und ausgehen. Das ist wichtig für dich.“…

… Ich schickte mich an zum Gehen, mein Blick fiel auf eine Goldene Schallplatte. Eingerahmt, Francesco gewidmet. Und dem „Fresh Bagels & Muffins Coffee Shop“ – „…dem Sprungbrett zu meiner Karriere…“, steht unter der gülden glänzenden Scheibe geschrieben. Ich glaube, ich hab jetzt einen Zeh in der Tür. Den kleinen. Okay, okay, den Nagel vom kleinen Zeh…

Projekt ABC – 26. Woche – Buchstabe „Y“

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Sonstiges mit Tags , , , , , am November 1, 2009 von freidenkerin

YEKOMS …   ;-)

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… Hab die ABC-Projekt-Regeln durchgelesen, da steht nix drin, daß man nicht auch rückwärts schreiben und buchstabieren darf…  ;-)

Ein alter Lappen…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Menschen, Sonstiges mit Tags , , , , am November 1, 2009 von freidenkerin

… Der gute Michael hat vor ein paar Tagen eine Handvoll seiner Jungmänner-Fotos gepostet. Darunter befand sich auch ein Abbild seines alten Führerscheins…

… Oh, was kamen da ungezählte und bunte Erinnerungen aus den Speichern meiner Seele zum Vorschein! Über diese gute, schlimme, turbulente, wilde, herrliche Zeit!…

… Meine Lieben, ich habe diesen grauen Lappen auch noch!…

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… Vor allem mein Konterfei mit Pippi-Langstrumpf-Zöpfen sorgt stets, auch beim grämlichsten Polizisten, für Heiterkeit. Als dieses Bild gemacht wurde, war ich immerhin schon fünfundzwanzig Jahre alt. Und sehe aus wie ein Schulkind, nicht wahr? Frau Mutter hätte es sehr gerne gesehen, wenn ich eine etwas dezentere und seriösere Aufnahme für dieses Dokument gewählt hätte. Aber wir hatten seit jeher ein äußerst angespanntes, ungutes Verhältnis zueinander, und deshalb entschied ich mich, ganz Rebellin, für das Zöpfchen-Foto. Das Gezetere war groß: „Du spinnst doch, dich sollte man in ein Irrenhaus sperren! Damit blamierst du unsere Familie im ganzen Landkreis!“…

… Ich hatte mir seinerzeit vor sehr genau achtundzwanzig Jahren übrigens ein Auto gekauft, bevor ich überhaupt die Führerscheinprüfung bestanden hatte. Und bin beim praktischen Teil mit Pauken und Trompeten durchgefallen. Und dann zwei Wochen lang „schwarz“ gefahren, weil es mir so leid getan hatte, mein armes kleines Gefährt so einsam auf dem großen, weiten Parkplatz stehen zu sehen… Genauer erzähle ich diese G’schicht in meinem Bücherl „Die Spanschachtel“…   ;-)

Cam-Unsharp-Buidl No. 5

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Sonstiges mit Tags , , , , am Oktober 31, 2009 von freidenkerin

Eieiei, beim Stöbern auf all euren schönen Blogs mußte ich grad feststellen, daß ich vor lauter Berlin-Virus, X-G’schichten für’s ABC-Projekt und Erzählen, was mich grad so umtreibt, seit längerem schon kein Cam-Unsharp-Buidl mehr gepostet hab!

Wird hiermit aber schleunigst nachgeholt!

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Kleine Reminiszenz an die Vorrundenspiele zur Baseball-WM in Regensburg Mitte September.  ;-)

Der Werfer der deutschen Nationalmannschaft nimmt einen solchen Schwung, daß die Kamera mit dem Fotografieren nimmer so recht hinterher kommt.  ;-)

Genutzt hat’s damals leider, leider nix, die deutsche Mannschaft hat haushoch gegen Venezuela verloren…

 

Nachts…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Menschen, Sonstiges mit Tags , , , am Oktober 30, 2009 von freidenkerin

… wenn die Augen schon so müde sind, daß beim Lesen meines aktuellen dicken „Einschlaf-Wälzers“ die Buchstaben verschwimmen und zu tanzen beginnen, der heiße Kopf sich schwer ins Kissen wühlt, eine mollig warme, seidig weiche Miezekatze sich an meine Seite kuschelt, öffnen sich die düsteren Verließe der Seele und einem Heer an Plagegeistern gleich entsteigen ihnen Sorgen, Ängste und Nöte…

… Mit schauerlich verzerrter Dämonenfratze grinst mir die Ungewißheit meiner beruflichen Zukunft über den hochgetürmten Rand der Bettdecke hinweg zu… Ich gehe davon aus, daß ich in meinem Beruf – Restaurantfachfrau – keine feste und faire Anstellung mehr finden werde. Mit Dreiundfünfzig ist man in diesem Job bereits sehr weit jenseits von Gut und Böse. Das ist ein Fakt, keine pessimistische Spekulation. Heutzutage bevorzugt man nicht nur in diesem Gewerbe fünfundzwanzigjährige Arbeitnehmer/innen mit zwanzigjähriger Berufserfahrung, dem Aussehen und der Gestalt eines Supermodels, mindestens fünf Fremdsprachen beherrschend, mit der eisernen Konstitution eines Topathleten und rund um die Uhr arbeitend, möglichst ohne Geld dafür zu verlangen… Was wird mich in Bezug auf diese berufliche Situation in Bälde von der Agentur für Arbeit erwarten? Werde ich als IHK-geprüfte Restaurantmeisterin mit Ausbildereignungsprüfung und über dreißigjähriger Berufserfahrung wieder diese herrlichen Stellenvorschläge a la Fischbrötchenverkäuferin bei der „N*ord*see“ zugestellt bekommen? Oder mich als Aushilfsbedienung in der windschiefen Wellblechhütte eines abgehalfterten Tennisvereins im Norden München bewerben müssen? Wird man wieder von mir verlangen, in einem pseudobayerischen Lokal nahe Moosach vorstellig zu werden, in welchem es kaum ein Arbeitnehmer länger als zwei Wochen aushält? Werde ich wieder ungezählte Termine zum Probearbeiten wahr nehmen müssen, die zumeist nicht bezahlt werden, obwohl eine Entlohnung gesetzlich vorgeschrieben ist?…

… Meine Mieze schnurrt unermüdlich und behaglich. Es ähnelt sehr einem Mantra: Sei gaaaaanz ruhig, sei gaaaaanz ruhig… Aber schon zeigt sich das nächste, zerklüftete, schauerliche Angesicht… Ich werde auch wegen gesundheitlicher Gründe mein „Handwerk“ nicht mehr ausüben können. Ein leises, rechtsseitiges Hinken ist mir seit jeher schon zu Eigen gewesen, so lange ich denken kann. Ich kenne die Ursache nicht, habe noch niemals genauer nachforschen lassen, vermute, daß es mit der Hüfte zu tun haben könnte. Daß man vielleicht versäumt hatte, mir als Kleinkind eine Spreizhose zu verpassen. Ich habe dieses ungleiche Gehen eigentlich nie als Behinderung angesehen, eher als Laune der Natur. Mein Hinken muß sich im Laufe der letzten Jahre jedoch verstärkt haben, das wird mir selber zusehends bewußter. Dazu kommt noch, daß ich „Schlappfüße“ habe. Eine Fußheberschwäche, ein Überbleibsel des Bandscheibenvorfalls vor etwa zehn Jahren. Ich kann seit langem schon meine Zehen, meine Vorderfüße nicht mehr anheben. Und manchmal scheint die Verbindung zwischen dem Gehirn und den Beinen unterbrochen zu sein, und dann stolpere und falle ich. Du mußt dringendst zum Orthopäden, mußt bei der Agentur für Arbeit angeben, daß du körperliche Beschwerden hast, mahnt der mit stechenden Augen marternde Plagegeist. Und dann? Was wird dann aus mir? Bandscheibenoperation? Oder ein künstliches Hüftgelenk? Und danach? Eine staatlich verordnete Umschulung? Zu was? Oder gar Abschieben in die Frührente?…

… Irgendwo im Hause klappern metallen ein paar Briefschlitze. Dann tappert jemand die Treppe herab. Der Zeitungszusteller. Das erspart mir den Blick auf die Uhr, drei Uhr ist es jetzt…

… Ich vergrabe mein Gesicht im Bauchplüsch Smokey’s. Rrrrrr, rrrrrr, immer intensiver, genußvoller läuft ihr kleiner „Motor“… Florida, die Reise nach Florida. Und der Shuttle-Start. Ich sollte mich doch auf diese immer rascher näher rückenden zwei Wochen freuen! Tue ich ja auch! Schon! Aber während der nächtlichen Dämonenstunden ist da keine Freude mehr! Lediglich Sorgen. Weil ich mir diesen Urlaub überhaupt nicht leisten kann. Weil die wenigen, viel  zu wenigen Euro, die mir verblieben sind, vernünftigerweise dazu gedacht sein sollen, mir das Überleben während der kommenden Monate zu sichern. Ich habe Hartz-IV beantragen müssen, weil das Arbeitslosengeld I grade mal 500 Euro monatlich beträgt. Ich bin ja bei meinen letzten Arbeitgebern nur als Teilzeitkraft bzw. geringfügig Beschäftigte gemeldet gewesen! Da bleiben mir nach Abzug sämtlicher Unkosten und finanzieller Verpflichtungen 100 Euro im Monat zum Leben! Jetzt mal eventuelle „Einkünfte“ durch die zweiwöchigen Lesungen nicht mit eingerechnet. Timo hat mit Nachdruck angeboten, die Florida-Reise komplett vorzufinanzieren, ich könne mir dann mit dem Zurückzahlen alle Zeit der Welt lassen. Er hat ein wahrhaft goldenes und riesiges Herz, und mir wird nichts anderes übrig bleiben, als darauf einzugehen. Aber ich habe ein ungutes Gefühl dabei, als würde ich einer anderen Person dadurch Macht über mich einräumen. Es setzt mich gehörig unter Druck. Weil ich eben nicht die geringste Ahnung habe, wie’s weiter gehen wird, was auf mich zukommen wird!

… Smokey schnurrt nicht mehr. Sie ist längst im Land der Träume, ihre Pfötchen zucken ab und an, sie schmatzt, als würde sie einen besonders feinen Leckerbissen fressen… Ich fühle mich so untätig, faul auch, unnütz, so, als wären mir die Hände gebunden, als zappele ich wie die Fliege im Leim. Seit Anfang September bereits habe ich etliche Bewerbungen laufen. Bis zum heutigen Tage habe ich auf keine einzige eine Antwort bekommen. Jetzt neue Bewerbungen zu starten, würde nur wenig Sinn machen. Wieder steht mir die Florida-Reise quasi im Weg. Auch mein Projekt als Vorleserin voran zu treiben, erübrigt sich zur Zeit. Ich würde gerne auf dem „Winter-Tollwood-Festival“ als Verkäuferin arbeiten. Aber man bekommt nirgendwo eine Liste der gemeldeten Händler! Vielleicht, vielleicht nehmen mich ja die Standlleute von der Mandelküche als Aushilfe für den Weihnachtsmarkt…

… Vorm Haus werden die Türen eines Lieferwagens aufgestossen, hölzerne Kisten scharren laut auf der Ladefläche. Der Gemüsehändler bestückt seinen kleinen Laden im Erdgeschoß. Wieder muß ich nicht nach der Uhr sehen. Halb sieben Uhr morgens…

… Nun beginnt die Folter der kleinen Monsterchen: Hast du schon jemanden ausfindig gemacht, der sich um die Smokey kümmert?  Du mußt vor der Reise noch unbedingt zum Friseur. Hast du dir schon Gedanken über die nächste Lesung gemacht? Du müsstest diese und dein Buch besser bewerben! Du müsstest mal die Kulturredationen der Tageszeitungen anschreiben! Hoffentlich wird das Arbeitslosengeld bald überwiesen! Hoffentlich ist der Hartz-IV-Antrag bald bearbeitet! Hoffentlich ist der überhaupt dem Sachbearbeiter im Sozialbürgerhaus zugestellt worden! Wie nun, wenn die Post das dicke Kuvert verschlampt hat? So was ist schon mehr als einmal passiert! Ich muß dringendst meine täglichen Ausgaben reduzieren!…

… Mit rot geränderten, übermüden Augen starre ich im Bad auf ’s Spiegelbild. Meine Haut wirkt grau, schlaff, gealtert. Der nächtliche Kampf mit den Monstern und Dämonen, welche sich nach Tagesanbruch in die düsteren Gelasse meiner Seele zurück gezogen haben, steckt mir tief in den Knochen. Ich fühle mich ausgebrannt und zermürbt. Schlafen! Könnt ich doch nur endlich einmal wieder unbeschwert, angstfrei schlafen! Wenigstens eine Nacht lang…